Beste Stimmung: Barsinghausen gibt beim Stadtfest alles
Veranstalter ziehen zufrieden Bilanz, aber es gab auch unschöne Zwischenfälle. 2027 soll die vierte Bühne hinter das Rathaus zurückkehren.

Coolios „Gangsta's Paradise“ als Zugabe: Bäm reißt am Sonntagabend beim Stadtfest in Barsinghausen die Bühne ab.Foto: Jennifer Krebs
Barsinghausen. Die IG Stadtfest hat wirklich ein Händchen für ein gutes Programm: Drei Tage hat beim Stadtfest in Barsinghausen ein Act den nächsten gejagt – und vor allem auch die neuen Bands kamen bei den Besuchern super an. Am Samstagabend kochte bei der The-80s90s-Liveband und Goodbeats die Stimmung vor den Bühnen.

Am Sonntag ging’s dann richtig gut weiter. Bei der Mini-Playback-Show feuerten vor der Stiller’s-Bühne zahlreiche Eltern, Geschwister und Freunde die jungen Sängerinnen und Sänger an. Und bei „Bingo-Bär“ Michael Thürnau war der Thie schon weit vor Veranstaltungsbeginn brechend voll. „Ja, da war wieder richtig was los“, freuten sich die drei Vorsitzenden der IG Stadtfest, Guido Dreyer, Ralf Lichey und Nils Huschke. Ihre Stadtfestbilanz fiel am Sonntag überwiegend zufrieden aus. Unschön seien nur die Zwischenfälle gewesen, um die sich die Polizei kümmern musste.

So waren unter anderem in der Nacht zu Samstag in der Nähe des Festgeländes zwei Personengruppen aneinandergeraten. Mehrere Personen wurden mit Pfefferspray verletzt, eine weitere Person durch einen Schlag ins Gesicht. Zeugen meldeten zudem eine Schussabgabe mit einer Schreckschusspistole – die Waffe wurde später sichergestellt. Huschke will diesen Vorfall in keiner Weise verharmlosen. Aber er betont: Die Osterstraße, wo die Situatin eskalierte, befinde sich außerhalb des organisatorischen Bereichs, für welchen die IG Stadtfest die Verantwortung trage.

Stadt und Veranstalter setzen seit Jahren auf ein Konzept, das ohne konkrete Gefährdungslage den Schutz der Besucher auf dem Festgelände gewährleistet.

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Das bewährte Sicherheitskonzept für das Stadtfest in Barsinghausen umfasst Zufahrtssperren und ein Verbot für Glasflaschen, Cannabis und Waffen. Auch mit großen Rucksäcken kommt man nicht aufs Festgelände. „Die Besucher fühlen sich sicher, das melden uns viele zurück“, sagt Lichey. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Rettungskräften und Security funktioniere reibungslos. Die Bühnen seien bewacht. Zudem, so Huschke, gebe es feste Streifen, die in der Fußgängerzone patrouillieren.

Was auch von den Stadtfest-Machern vorher niemand wusste: Barsinghausen hat jetzt einen eigenen Stadtfest-Song – generiert über die neue KI-Musikplattform Melowish. Die Köpfe dahinter sind die Gründer und Inhaber der Digitalagentur edwaco, Eduard Elsner (35) und Waldemar Rubaschenko (34) aus Barsinghausen. „Das war tatsächlich eine Überraschung für uns“, bestätigte Regina Huschke vom Vorstand der IG Stadtfest.

Warum der Song fürs Stadtfest entstanden ist: „Uns ist bewusst, wie viel ehrenamtliche Arbeit und Engagement jedes Jahr dahinterstecken“, sagt Melowish-Mitgründer Rubaschenko. Deshalb hätten sie dem Stadtfest-Team und gleichzeitig der Stadt selbst mit „Einmal Basche, immer Basche” einfach mal etwas zurückgeben und Danke sagen wollen. „Dass der Song für das Team tatsächlich eine gelungene Überraschung war, freut uns natürlich umso mehr.“

Rubaschenko und sein Geschäftspartner Elsner sind langjährige Freunde und kennen sich seit der Grundschule. Die App Melowish, die sie dieses Jahr herausgebracht haben und mit der man gegen personalisierte Songs für bestimmte Anlässe erstellen und verschenken kann, sei „ein Herzensprojekt“, sagt Rubaschenko.

Auch dieses Jahr, so schätzen die Veranstalter, wird es wohl auf etwa 50.000 Besucherinnen und Besucher an den drei Tagen hinauslaufen. Auch wenn es zwischendurch mal einen Schauer gab: Die Feierlaune verdirbt das in Barsinghausen so schnell niemandem. Auch während der großen Tombola-Ziehung am Samstagabend wurde es kurz nass. So gut es ging, versuchten sich die Menschen am Thie an den Ständen unterzustellen. Vorzeitig gegangen ist aber so gut wie niemand. Stadtfest im Regen, das kennt Barsinghausen eigentlich zur Genüge. „Die Leute bleiben trotzdem“, sagt Dreyer. Und so schlimm wie in manch anderen Jahren war es auch gar nicht. Das Wetter war durchwachsen, aber am Ende dann doch mit deutlich mehr Sonne als Regen.

Bei vielen Dingen bleibt die IG Stadtfest inzwischen gelassen, weil sie die Routine hat. Auch wenn die Hauptverantwortlichen im Laufe der Zeit natürlich im­- mer mal wieder wechseln: „Seit 30 Jahren machen wir als IG das jetzt“, sagt Dreyer. 1996 hat der Verein das Stadtfest von der Stadt übernommen. 2027 gibt es eine Schnapszahl: Da feiert Barsinghausen sein 55. Stadtfest. Was die Veranstalter schon jetzt sagen können: Die vierte Bühne hinter dem Rathaus mit Techno, House und Mallorca-Hits, die die vergangenen beiden Jahre wegen der Baustelle der neuen Wilhelm-Stedler-Schule wegfallen musste, soll es ab 2027 wieder geben.

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