Ein Treffpunkt für alle Generationen entsteht
Nach dem Aus der Jugendwerkstatt Roter Faden: In den frei gewordenen Räumen sollen Vereine und Verbände Versammlungen und Veranstaltungen planen können.

Freuen sich über das neue Angebot: Uwe Vehlies (von links), Doris Eickemeyer, Sandra Heuer und Marlo Kratzke.foto: Stadt Ronnenberg
Empelde. Das Aus für die Jugendwerkstatt Roter Faden in diesem Sommer bekommt für die Stadt Ronneberg jetzt einen positiven Aspekt: In den frei gewordenen Räumen in der Nenndorfer Straße 63 wird ein neuer Treffpunkt für die Stadtgesellschaft eingerichtet: Das Café Roter Faden bietet künftig Raum für den Seniorenbeirat, das Team Soziale Dienste und weitere Veranstaltungen von Vereinen und Verbänden.

Besser könnte die Lage für diese Zwecke kaum sein: Das Café liegt mitten in Empelde. Die Bushaltestelle befindet sich direkt vor der Tür, Geschäfte und Gastronomie sind fußläufig erreichbar. Dabei ist der Name der neuen Einrichtung etwas irreführend, denn ein echter Café-Betrieb ist dort nicht geplant.

Dabei haben die Räume bereits eine gastronomische Vergangenheit und eine Historie als Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders. 39 Jahre lang wurden dort im Rahmen der Jugendwerkstatt Roter Faden, einer Einrichtung des Diakonieverbandes Hannover-Land, junge Menschen ausgebildet und auf ihrem Weg ins Berufsleben begleitet. Nach dem Auslaufen der Förderung in diesem Jahr war Schluss. Die Jugendwerkstatt musste ihre Arbeit einstellen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Team Soziale Dienste und dem Seniorenbeirat der Stadt Ronnenberg zusammengekommen sind und gemeinsam eine Perspektive für die weitere Nutzung der Räume gefunden haben“, erklärt Sandra Heuer, Geschäftsführerin des Diakonieverbandes Hannover-Land. „Wir möchten das Café trotz des Endes des Roten Fadens gerne als Ort für die Bevölkerung in Empelde und ganz Ronnenberg erhalten.“

Aus Sicht des Seniorenbeirats ist die neue Nutzungsmöglichkeit eine wichtige Verbesserung. Bislang standen für die Sitzungen des Gremiums keine eigenen Räumlichkeiten zur Verfügung. Gesucht wurde daher schon seit längerer Zeit ein Raum, der ausreichend Platz bietet und gleichzeitig gut erreichbar und zentral gelegen ist. „Dieser Raum hat einen ganz anderen Charme als unpersönliche Büro- und Meetingräume“, findet Uwe Vehlies vom Seniorenbeirat.

„Im Prinzip sind wir schon seit Jahren auf der Suche nach einem Raum, der mehr als zehn Personen fasst und gleichzeitig so gut erreichbar und zentral gelegen ist. Wir haben viele Veranstaltungsideen in der Schublade, die wir nun angehen können“, sagt die Vorsitzende des Seniorenbeirates Doris Eickemeyer. An zwei Tagen in der Woche nutzen der Seniorenbeirat und das Team Soziale Dienste die Räumlichkeiten. Finanziert wird die anfallende Nutzungsgebühr aus einem zweckgebundenen Spendentopf, den das Team Soziale Dienste für die Seniorenarbeit erhalten hat. Der städtische Haushalt wird dadurch nicht zusätzlich belastet.

Die Räumlichkeiten bieten zugleich neue Möglichkeiten für den größten Stadtteil Ronnenbergs, in dem bislang ein vergleichbares Gemeinschaftsangebot fehlte. Sie bieten Platz für rund 20 Personen. Eine kleine Teeküche gehört ebenso dazu wie eine Außenterrasse zur Nenndorfer Straße. „Hier kann ein neuer Ort für Begegnung, Austausch und Engagement entstehen“, sagt Bürgermeister Marlo Kratzke (SPD). Die Stadt Ronnenberg arbeitet derzeit daran, dass Vereine und Verbände die Räumlichkeiten zentral über die Stadt anfragen und für geeignete Veranstaltungen buchen können. Eine Nutzung für private Feiern ist nicht vorgesehen.

Noch nicht abzusehen ist, ob dieses Angebot auch die Diskussion über das geplante Stadtteilhaus an der Berliner Straße beeinflusst. Auch dort sollen Räumlichkeiten geschaffen werden, die Vereine und Verbände sowie politische Gremien nutzen können, dazu ein Saal und eine Gastronomie. Die Umsetzung dieses Projektes wird aufgrund der leeren Stadtkasse politisch kontrovers diskutiert.

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