Abriss oder Neubau?
Die Zukunft der drei Holzbrücken an der Straße
Auf dem Hagen in Empelde wird politisch diskutiert

Schäden sichtbar: Eine der drei Holzbrücken Auf dem Hagen befindet sich direkt gegenüber der neuen Grundschule (hinten)Foto: Heidi Rabenbhorst
Empelde. Die maroden Holzbrücken im Stadtgebiet beschäftigen die Ronnenberger Verwaltung schon seit einigen Jahren. Bereits im Jahr 2019 waren Schäden an der Ihme-Querung an der Kückenmühle festgestellt worden. Inzwischen gilt das für alle Holzkonstruktionen der Stadt. Seit 2022 läuft ein Programm zur Sanierung der Holzüberwege, dessen finanzieller Umfang inzwischen deutlich angewachsen ist. Aktuell im Fokus der politischen Diskussion ist die Frage nach der Zukunft der drei Brücken, die die Straße Auf dem Hagen mit dem Wohnpark am See verbinden.Während einer nicht öffentlichen Begehung im Juni hatte Fachbereichsleiter Torsten Kölle den Ausschuss für Stadtplanung über eine Prüfung der drei Bauwerke informiert. Das Ergebnis: Bei allen drei Brücken ist zwar die Verkehrssicherheit noch gegeben, sie weisen aber deutliche Mängel in Bezug auf die Standfestigkeit und die Dauerhaftigkeit auf. Die Empfehlung des Gutachters dringt deshalb auf eine kurzfristige Instandsetzung der Schäden. Das geht von einem Austausch maroder Holzbauteile bis zum Ersatz beider Hauptbauträger. Die Kosten reichen von 5000 bis 35.000 Euro pro Brücke zuzüglich Planungskosten.

Doch auch wenn im Haushalt der Stadt zwischen 50.000 und 67.000 Euro für die Sanierung der drei Brücken und damit deutlich mehr Geld eingeplant ist, bleibt die Kostenfrage bei dem Sanierungsprogramm eine wesentliche. An den Start gegangen war es im Jahr 2022 mit einem Umfang von 525.000 Euro. Doch schon der Neubau an der Kückenmühle schlug am Ende mit 380.000 Euro zu Buche. Kein Wunder also, dass im Rat der Stadt vor dem Hintergrund leerer Kassen vor allem die CDU darauf dringt, die weiteren Kosten genau im Blick zu behalten. Zumal der Fachbereich der Verwaltung sogar einen Ersatz der drei Bauwerke empfiehlt: „Aufgrund der vorliegenden Prüfungsergebnisse und des zukünftigen Instandhaltungsaufwands, sollte eine Erneuerung des gesamten Brückenüberbaus durchgeführt werden“, heißt es dazu in einer Präsentation der Verwaltung. Vorgeschlagen wird eine deutlich langlebigere Stahlkonstruktion mit einem Beton-Carbon-Belag.

Nach Ansicht von Fachbereichsleiter Kölle ist allerdings vor der Planung von Neubauten eine weitere Beratung im Rat inklusive politischem Beschluss notwendig. Im Rahmen der Haushaltsberatung habe es noch keine Einigkeit über das Vorgehen gegeben. Nicht zuletzt die Frage, ob alle drei Brücken bei Neubauten berücksichtigt werden sollen, sei noch offen. „Aufgrund ihrer Frequentierung“ sieht der Fachbereichsleiter die beiden östlichen Bauwerke als sicher an. Fraglich sei eher ein Ersatz der Brücke direkt an der Grundschule. „Es gibt aber keine Erhebungen über die Benutzungshäufigkeit“, stellt er fest.

Klar erscheint allerdings, dass diese Brücke in ihrer jetzigen Form keine Zukunft mehr hat. Nach Aussage des Gutachters halte sie „auch nicht mehr ein paar Jahre“, wie Kölle berichtet. Und auch eine Instandsetzung mit Teilen der anderen Brücken komme nicht ernsthaft infrage. Die Frage ist also, ob zwei oder alle drei Brücken neu gebaut werden, oder ob das Bauwerk an der Grundschule bald abgerissen werden muss. Undenkbar ist das nicht: Auch an der Langen Straße in Empelde hat die Stadt bereits eine Holzbrücke ersatzlos entfernen lassen, die marode und für die dortige Naherholung nicht zwingend notwendig war.

Zu einer Entscheidung vor der Kommunalwahl am 13. September wird es indes nicht mehr kommen. Zwar tritt der zuständige Fachausschuss wenige Tage zuvor noch einmal zusammen. Die nächste Ratssitzung ist dagegen erst am 1. November terminiert.

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