Die Männer des HV Barsinghausen, die am 5. September (19 Uhr) beim großen Titelfavoriten Lehrter SV in die Spielzeit starten, hätten gern noch etwas mehr Zeit gehabt, da Trainer Roland Schwörer – Nachfolger des zurückgetretenen Monty von der Ah – erst am 28. Juli die erste Einheit leiten konnte. Der neue Coach ist dennoch zufrieden: „Die Trainingsbeteiligung ist gut, und die Jungs haben eine hohe Bereitschaft.“ Ein Schwerpunkt lag auf der Defensive, wo die Mannschaft ihre Stabilität zurückfinden muss. Die ging in der vergangenen Spielzeit verloren, wie der indiskutable Schnitt von 33 Gegentoren unterstreicht. „Wir müssen mehr Bock aufs Verteidigen haben“, fordert Schwörer. Außerdem möchte er mehr Spieler in die Verantwortung nehmen, um nicht nur eine starke erste Sechs zu haben. „Das gibt mehr Möglichkeiten von der Bank und erlaubt uns nach hinten raus das Tempo hochzuhalten.“
Größere taktische Änderungen wird es indes nicht geben. „Es haben viele Dinge gut geklappt. Alles umzukrempeln, wäre verrückt“, betont der Coach. Was Verletzungen betrifft, kam die Mannschaft recht gut durch den Sommer. Für Philipp Obrock kommt die Begegnung zu früh. Er hat nach seiner schweren Schulterverletzung erst vor drei Wochen grünes Licht vom Arzt bekommen. „Wir steigern jetzt allmählich die Belastung“, sagt der Linksaußen.
Nicht mehr im Kader steht Torhüter Szymon Wagner. 14 Tage vor dem Saisonstart gab der Club die Trennung von seiner Nummer eins bekannt. „In gegenseitigem Einvernehmen. Wir gehen im Guten auseinander“, betont Vorstandsmitglied Matthias Baumgarten. Dazu gab es mit Finn Schulze Schwering (zur HSG Schaumburg) nur einen Abgang. Sechs Spieler sind neu: Lukas Lausecker (nach langer Verletzung), Björn Rüstig (zweite Mannschaft), Philip Volmer (HSG Schaumburg), Ferdinand von Willisen (TSV Anderten), Philipp Quiring (Hannoverscher SC) und Simon Saars (MTV Großenheidorn II).
Die Lücke Wagners müssen Jannis Mordfeld und Philipp Quiring schließen. Beide sind ehrgeizige Keeper, aber ohne Oberliga-Erfahrung. Als neue Kapitäne wählte die Mannschaft Torjäger Maximilian Schulze und Lukas Lausecker.
Der TuS Empelde zog seine Männermannschaft bereits im vergangenen Sommer aus der Regionsoberliga zurück, jetzt folgte die HSG Wennigsen/Gehrden. AmWer hätte das gedacht? Zum ersten Mal überhaupt kämpfen die Frauen des HVB künftig in der Oberliga um Punkte. „Ich hätte nicht geglaubt, dass ich mit der Presse je über diese Spielklasse spreche“, sagt Marvin Konopka. Ziel ist der Klassenerhalt, der HVB-Trainer ist allerdings ehrlich: „Der wäre eine noch größere Überraschung als unsere beiden Aufstiege. Zu Weihnachten sah wenig nach dem Durchmarsch aus. 10:8-Punkte bedeuteten einen Mittelplatz. Erfolge gegen den Mellendorfer TV und MTV Großenheidorn ließen den Knoten platzen. „Als Aufsteiger hatten wir ja keinen Druck“, erinnert sich Konopka. Jeder Sieg steigerte das Selbstvertrauen. Der Triumph in der Relegation vor mehr als 250 begeisterten Fans gegen die SG Findorff ist bereits jetzt Geschichte. Bemerkenswert: Das Team wurde in der Verbandsliga lediglich durch Marisa Reese (HSG Schaumburg) verstärkt. Schon als Konopka vor zwei Jahren an die Bergamtstraße kam, sah er nämlich das große Potenzial: „Ich habe mich gefragt, warum die Mädels nur in der Landesliga spielen.“ Von Woche zu Woche war dann eine Weiterentwicklung zu erkennen. Größte Erfolgsfaktor war die Abwehr. Allein diese wird eine Liga höher nicht mehr reichen. „Wir brauchen ein besseres Entscheidungsverhalten im Angriff“, weiß der Coach. Großer Trumpf ist ein eingespieltes Team. Mareike Schröder (beruflich bedingte Pause), Lena Oltrogge (II. Mannschaft) und Joana Radke (hört auf) sind nicht mehr dabei. Ganz bitter: Torhüterin Carolin Brämswig (Meniskusriss) fällt aus. Für sie holte der HVB Leandra Drewes von der SG Altona.
Bereits vor dem Start amKann Verbandsligist TuS Empelde die tolle Spielzeit 2025/26 wiederholen? Nach nur drei Siegen in den ersten acht Spielen landeten die „Lila-Weißen“ mit 26:18-Punkten auf Platz drei. Trainerin Sabrina Waldraff wagt davon nicht zu träumen. „Alle Gegner haben viele personelle Veränderungen. Daher tue ich mich schwer es zu beurteilen. Ein Platz im Mittelfeld wäre ein solides Ergebnis.“ Immerhin sind mit Torhüterin Uta Wedekind und Marlene Zimmermann zwei wichtige Spielerinnen nach Kreuzbandriss wieder fit. Außerdem wird sich das Verletzungspech der Rückserie – zweimal musste Waldraff sogar selber einspringen – hoffentlich nicht wiederholen. Die Abgänge von Anna Lotta Bördner (zum Oberligisten HSG Schaumburg) und Melissa Schmidt (HSG Hannover West) wurden durch Patricia Schween (TuS Vinnhorst) und Josefine Minder ersetzt. Gesundheitlich bedingt musste Minder länger pausieren, ist jetzt aber wieder fit. Zum Auftakt wartet am 13. September das Regionsderby bei Aufsteiger HSG Wacker Osterwald/Schloss Ricklingen.
Der HV Barsinghausen II hat den Sprung in die Landesliga geschafft. Endlich! „Wir hätten es schon öfter schaffen können. Zweimal durften wir nicht, weil unsere erste Frauen in der Liga war“, erinnert sich Jason Konitz, der in seine elfte Spielzeit als Coach der Reserve geht. Aus der Anfangszeit des 34-Jährigen sind Alisa Becke, Liv Kabbert, Miriam Rosenbaum, Verena Waldmann, die inzwischen als Co-Trainerin fungiert und seine heutige Frau Pia noch dabei. Über die Jahre ist eine einspielte Mannschaft gewachsen, in die Jahr für Jahr talentierte Jugendspielerinnen eingebaut werden. So gibt es eine große Ausgeglichenheit im Kader: „Wir können ohne Qualitätsverlust wechseln“, betont Konitz. Wichtiger Baustein des Erfolgs: Teamgeist. „Bei uns gibt es keinen Zickenkrieg. Wer einen Fehler macht, bekommt Aufmunterung von den anderen.“ Die Auftaktpartie am 5. September (14 Uhr) beim Lehrter SV steht unter ungünstigen Vorzeichen. Konitz und drei Spielerinnen fehlen. Eine Verlegung lehnte der Mitaufsteiger ab.