Vom Akademieleiter zum Ortsbeauftragten

Kersten Enke ist im Ruhestand zurück am Ronnenberger Hagacker –dort begann vor Jahrzehnten ein wichtiger Abschnitt seiner Johanniter-Laufbahn

Niklas Tracht (von links), der scheidende Ortsbeauftragte Ernesto Nebot Pomar, der neue Ortsbeauftragte Kersten Enke, Regionalvorstand Dr. Robin Schwerdtfeger und Dienstellenleiter Olav Grote.Foto: JUH / Schwarzenberger
Ronnenberg. Beim Johanniter-Ortsverband Deister gibt es einen Wechsel auf der Leitungsebene: Kersten Enke hat das ehrenamtliche Amt des Ortsbeauftragten übernommen. Der 66-Jährige teilt sich die Führungsaufgaben mit dem hauptamtlichen Dienststellenleiter Olav Grote. Enke war bis Anfang dieses Jahres Leiter der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen und kennt den Ronnenberger Standort am Hagacker aus seiner früheren beruflichen Tätigkeit.

Während Grote unter anderem für den Hausnotruf-Einsatzdienst, die Breitenausbildung und die vier Kindertagesstätten des Ortsverbands zuständig ist, soll sich Enke vor allem um die ehrenamtlichen Bereiche kümmern. Dazu zählen Sanitätsdienste, Katastrophenschutz und die Johanniter-Jugend.

Für Enke ist die neue Aufgabe zugleich eine Rückkehr an einen früheren Arbeitsplatz. Von 1995 bis 2004 befand sich am Hagacker eine Johanniter-Schule für rettungsmedizinische Aus- und Fortbildung. Enke arbeitete dort zunächst als Fachdozent und übernahm im Jahr 2000 die Schulleitung. Nach Angaben der Johanniter wurden zuletzt jährlich rund 400 Menschen an dem Standort ausgebildet.

Die Geschichte der Johanniter auf dem Gelände reicht noch weiter zurück. Bereits in den 1980er-Jahren nutzte die Hilfsorganisation Teile einer ehemaligen Sauerkrautfabrik als Fahrzeugwerkstatt. Nach einem Umbau entstand dort ein Ausbildungsstandort für Beschäftigte im Rettungsdienst und Katastrophenschutz sowie für Erste-Hilfe-Trainer.

Während seiner Zeit in Ronnenberg knüpfte Enke nach Angaben der Organisation auch Kontakte zu Rettungsorganisationen im Ausland. Zudem entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in der Sanitäterausbildung, die nach Angaben der Johanniter bis heute fortbesteht.

Der examinierte Krankenpfleger, Notfallsanitäter und Diplom-Gesundheitslehrer ist nach eigenen Angaben seit 1976 bei den Johannitern aktiv. Seine ersten Erfahrungen sammelte er in der Johanniter-Jugend, später war er unter anderem in der Erste-Hilfe-Ausbildung, im Katastrophenschutz und im Rettungsdienst tätig. Seine hauptamtliche Laufbahn bei der Hilfsorganisation begann 1990 als Lehrrettungsassistent in Hildesheim.

Insgesamt leitete Enke die Johanniter-Schule und ihre spätere Nachfolgeeinrichtung, die Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen, 25 Jahre lang. Im Februar übergab er die Leitung an Natalie-Reyes Castellanos-Herr und ging in den Ruhestand.

Beim Ortsverband Deister folgt Enke auf Ernesto Nebot Pomar aus Laatzen. Dieser hatte das ehrenamtliche Amt seit 2019 inne und schied im Juli nach Angaben der Johanniter auf eigenen Wunsch aus der Ortsverbandsleitung aus. Dienststellenleiter Grote fragte daraufhin Enke, ob er die Aufgabe übernehmen wolle.

„Ich habe mir ein paar Tage Zeit genommen“, sagt Enke. Danach habe er sich für das Ehrenamt entschieden. Zunächst wolle er die ehrenamtlich Aktiven im Ortsverband und die Johanniter-Jugend näher kennenlernen.

Auch räumlich schließt sich damit für Enke ein Kreis: Nachdem die Johanniter-Schule nach Hannover umgezogen war, übernahm der 2001 gegründete Ortsverband Deister das Gebäude am Hagacker. Dort hat Enke nun erneut seinen Dienstsitz – diesmal in ehrenamtlicher Funktion.



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