Windpark bei Redderse:Lange Planungen verzögern den Start
Der Bau der geplanten Windfarm zwischen Redderse und Degersen zieht sich weiter in die Länge.Auch mit der Bürgeranlage geht es nicht weiter.

So könnte es aussehen: Diese Visualisierung zeigt, welche Ausmaße der bei Redderse geplante Windpark hätte – hier der Blick vom Gehrdener Berg in Richtung Redderse.Visualisierung: LandPlan
Redderse/Gehrden. Die Zeit vergeht. Seit 2018 wird über den geplanten Windpark zwischen Degersen und Redderse diskutiert, seit 2021 steht fest, dass er errichtet werden soll, nachdem der entsprechende Flächennutzungsplan geändert worden ist. Auch ein für den Bau nötiger Flächenmodellnutzungsvertrag wurde 2024 geschlossen. Vergangenes Jahr sollte die Planung „in großen Schritten vorankommen“. Aber ein Jahr später deutet wenig darauf hin, dass die Windräder aufgestellt werden.

Beim Projektierer Wpd bleibt man allerdings entspannt. Die Planungsphase laufe nach Beschluss des Windvorranggebietes durch die Region Hannover im Jahr 2025 nach wie vor, teilte Unternehmenssprecher Daniel Kurreck mit. Aber: Gespräche mit den beteiligten Kommunen und weiteren Partnern würden andauern.

Ein wichtiges Ergebnis für den Investor liegt vor. Im vergangenen Jahr wurde immerhin eine Windmesskampagne abgeschlossen, die bestätigte, dass ausreichend starker Wind am Standort vorhanden ist. Schlussendlich die entscheidende Voraussetzung für den Bau der Anlagen. Die gesammelten Daten seien derzeit die Grundlage für eine technische Planung des Windparks. „Wir planen, im Jahr 2026 alle notwendigen Schritte zur Einreichung eines Genehmigungsantrages zu vervollständigen“, heißt es.

Und weiter: Außergewöhnliche Probleme oder Verzögerungen gebe es derzeit nicht. „Windprojekte sind allerdings extrem komplexe Vorhaben, die häufig einen langjährigen Planungszeitraum, manchmal bis zu zehn Jahren, erfordern“, sagt der Wpd-Sprecher. In diesem Projekt sei etwa die genannte Windmesskampagne aufgrund von fehlenden modernen Referenzanlagen im direkten Umfeld erforderlich gewesen, die einen Zeitraum von mehr als einem Jahr in Anspruch genommen habe.

Wpd ist jedoch zuversichtlich. Im Laufe des nächsten Jahres könne sehr wahrscheinlich ein konkreter Zeitplan vorgelegt werden, „da wir uns dann nach derzeitiger Planung in Richtung Genehmigungsverfahren bewegen und somit die Zeiträume konkreter einschätzen können“, sagt der Sprecher.

„Aus Sicht der Stadt Gehrden ist alles Erforderliche getan worden, um die Errichtung der Windkraftanlagen aus baurechtlicher Sicht zu ermöglichen“, sagt ein Stadtsprecher. Für alles Weitere seien jetzt die Genehmigungsbehörden an der Reihe.

Ein Punkt, der aktuell allerdings nicht richtig vorankommt: Es gibt konkrete politische Forderungen der Stadtverwaltung Gehrden und der Energiegenossenschaft Calenberger Land (Energo), mindestens eine der sechs geplanten Wpd-Anlagen als Bürgerwindrad zu realisieren. Ziel ist es, die lokale Wertschöpfung direkt an die Bürger weiterzugeben. Energo steht bereit, um als Partner für ein solches Bürgerprojekt zu fungieren, ist jedoch auf das Entgegenkommen des Projektentwicklers Wpd angewiesen.

Das Projekt sei in der Sackgasse, sagt Edmund Jansen von der Energo. Das Interesse bestehe nach wie vor, aber niemand sage, was er eigentlich wolle. „Es gibt keine klaren Aussagen“, so Jansen. Eines der möglichen Probleme: Der Windpark soll in einem Gebiet entstehen, wo es viele kleine Grundstücke mit vielen unterschiedlichen Besitzern gebe. „Und unter ihnen tut sich offenbar zurzeit wenig“, meint Jansen. Die Lage sei aus Sicht der Energo aktuell etwas undurchsichtig.

Die geplanten Windkraftanlagen im Windpark im Deistervorland bei Redderse sollen eine Gesamthöhe von etwa 240 Metern (bis zur Rotorspitze) erreichen. Die Anlagen sollen einen Mindestabstand von etwa 1000 Metern zu Wohngebieten einhalten.



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