Nulltarif als Notlösung
Im Delfi-Bad freuen sich erstaunte Gäste über kostenlosen Eintritt. Doch jetzt hat die Stadt die Personalnot an der Kasse behoben.

Aushang im Kassenbereich: Die Stadt Gehrden hat im Delfi-Bad an zwei Tagen vorrübergehend kein Eintrittsgeld verlangt.foto: privat
Gehrden. Ungewöhnliche Notlösung im Delfi-Bad: Ende Juli haben sich zahlreiche Gäste vorübergehend über einen kostenlosen Eintritt gefreut. Vor allem während der Frühschwimmzeiten passierten viele ankommende Badegäste erstaunt den geschlossenen Kassenbereich. Hintergrund waren Personalprobleme an der Schwimmbadkasse. Deshalb verlangte die Stadt Gehrden an zwei Tagen vorübergehend kein Eintrittsgeld. „Es gab aus Krankheitsgründen einen kurzfristigen Ausfall“, teilt Stadtsprecher Frank Born auf Nachfrage dieser Redaktion mit. Die Kasse sei am Sonnabend und Sonntag jeweils von 8 bis 10 Uhr nicht besetzt gewesen. Deshalb sei in diesen Zeiten freier Eintritt gewährt worden.

Der Verzicht auf die Einnahmen war auch auf einem Schild zu lesen: „Die Kasse ist geschlossen. Sie dürfen das Schwimmbad kostenfrei nutzen!“ Das wurde auf dem Aushang am unbesetzten Kassenraum mitgeteilt. Auch für Jens Janowski aus Weetzen war es morgens gegen 8 Uhr eine freudige Überraschung. „Weil es am Wochenende keinen Frühschwimmtarif gibt, habe ich 4,50 Euro für eine Eintrittskarte gespart“, berichtet der 55-jährige Stammgast. Aus Sicht von Janowski war es eine gute Lösung, das Schwimmbad für eine kostenlose Nutzung zur Verfügung zu stellen. „Wenn die hauptamtlichen Schwimmmeister oder die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG sowieso als Aufsichtspersonal im Dienst sind, muss ja nicht gleich der ganze Badebetrieb eingestellt werden, wenn die Kasse nicht besetzt ist“, meint er.

Janowski weiß aber auch vom defizitären Betrieb des Delfi-Bades. „Man kann doch zumindest eine Spendenbox an der geschlossenen Kasse aufstellen“, schlägt er vor. Seine persönliche Einschätzung: „Viele Frühschwimmer würden bestimmt freiwillig das Eintrittsgeld zahlen.“ Das 1963 eröffnete Delfi-Bad ist sanierungsbedürftig und muss modernisiert werden. Die Stadt betreibt das kommunale Bad als freiwillige Leistung und fährt damit jährlich ein Minus von rund 650.000 Euro ein.

Laut Stadtsprecher Born ist es in den vergangenen Monaten bereits „zwei- bis dreimal vorgekommen“, dass wegen einer unbesetzten Kasse kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Jetzt sollen die Personalprobleme aber behoben sein. „Die Stadt hat in der vergangenen Woche eine zusätzliche Kassenkraft eingestellt“, berichtet Born. Vorübergehende Vakanzen seien deshalb kein Thema mehr.

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