Der Verzicht auf die Einnahmen war auch auf einem Schild zu lesen: „Die Kasse ist geschlossen. Sie dürfen das Schwimmbad kostenfrei nutzen!“ Das wurde auf dem Aushang am unbesetzten Kassenraum mitgeteilt. Auch für Jens Janowski aus Weetzen war es morgens gegen 8 Uhr eine freudige Überraschung. „Weil es am Wochenende keinen Frühschwimmtarif gibt, habe ich 4,50 Euro für eine Eintrittskarte gespart“, berichtet der 55-jährige Stammgast. Aus Sicht von Janowski war es eine gute Lösung, das Schwimmbad für eine kostenlose Nutzung zur Verfügung zu stellen. „Wenn die hauptamtlichen Schwimmmeister oder die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG sowieso als Aufsichtspersonal im Dienst sind, muss ja nicht gleich der ganze Badebetrieb eingestellt werden, wenn die Kasse nicht besetzt ist“, meint er.
Janowski weiß aber auch vom defizitären Betrieb des Delfi-Bades. „Man kann doch zumindest eine Spendenbox an der geschlossenen Kasse aufstellen“, schlägt er vor. Seine persönliche Einschätzung: „Viele Frühschwimmer würden bestimmt freiwillig das Eintrittsgeld zahlen.“ Das 1963 eröffnete Delfi-Bad ist sanierungsbedürftig und muss modernisiert werden. Die Stadt betreibt das kommunale Bad als freiwillige Leistung und fährt damit jährlich ein Minus von rund 650.000 Euro ein.
Laut Stadtsprecher Born ist es in den vergangenen Monaten bereits „zwei- bis dreimal vorgekommen“, dass wegen einer unbesetzten Kasse kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Jetzt sollen die Personalprobleme aber behoben sein. „Die Stadt hat in der vergangenen Woche eine zusätzliche Kassenkraft eingestellt“, berichtet Born. Vorübergehende Vakanzen seien deshalb kein Thema mehr.