Gehrdens neuer Klimaschutzmanagerwar früher Tierpfleger
Jonas Heinzmann hat die Nachfolge von Anne Reisch angetreten

Neu im Rathaus: Jonas Heinzmann ist seit dem 1. Juni Klimaschutzmanager in Gehrden.Dirk Wirausky
Gehrden. Jonas Heinzmann scheint gleich voll in Anspruch genommen zu werden in seinem neuen Job. „Im Moment sammelt sich eine Menge Arbeit auf dem Schreibtisch und im E-Mail-Fach“, sagt er. Regelrecht überschüttet wurde er zu Beginn seiner Amtszeit mit Input. Der 30-Jährige, der in der Nähe von Northeim aufgewachsen ist und seit zehn Jahren in Hannover lebt, hat vor wenigen Wochen das Amt des Klimaschutzmanagers in Gehrden übernommen. Er tritt die Nachfolge von Anne Reisch an, die zur Region Hannover gewechselt ist.

Sein Berufsweg hat ihn nicht direkt in die Verwaltung geführt. Ursprünglich hatte Heinzmann als Zootierpfleger gearbeitet. Zunächst machte er eine dreijährige Ausbildung im Vogelpark Walsrode, später arbeitete er im Zoo Hannover. Eine anspruchsvolle Arbeit sei das, sagt Heinzmann. Im Zoo Hannover war er zuletzt im Zoologicum tätig, einer eigenen Themenwelt. Sein Alltag bestand aus Tiertraining, Wissensvermittlung, Angeboten für das Ferienprogramm und zahlreichen Interaktionen mit den Besucherinnen und Besuchern. Schon dort habe er im Bereich der Umweltbildung gearbeitet, sagt Heinzmann. Für ihn gibt es daher durchaus eine Verbindung von Tierpflege und Klimaschutz. „Auch Artenschutz ist ein wesentlicher Bestandteil des Klimaschutzes.“

Seine Begeisterung für Natur und Tiere besteht von klein auf. „Ich war schon immer jemand, der lieber draußen unterwegs war, als vor der Spielkonsole zu sitzen“, erzählt Heinzmann. Es überrascht daher nicht besonders, dass er in seiner Heimatstadt Northeim einen kleinen Privatzoo aufgebaut hatte. Neben Wasservögeln, Enten und Gänsen hielt er dort auch Kängurus. „Die sind als XXL-Kaninchen die perfekten Rasenmäher“, sagt er schmunzelnd. Zudem seien sie ruhig und geruchlos. Das sei wichtig für die Akzeptanz in der Nachbarschaft. Die „zoologische Einrichtung“ bei seinem Elternhaus gibt es allerdings nicht mehr.

Bei der Tierpflege ist Jonas Heinzmann nicht geblieben. „Ich wollte mich weiterentwickeln“, sagt er. Und so studierte er zwischenzeitlich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung. Nach dem Studium und seiner Arbeit als Tierpfleger habe er sich nun in Gehrden auf die Stelle des Klimaschutzmanagers beworben – mit Erfolg.

Sein Studium habe Naturschutz und Stadtentwicklung vereint, erklärt Heinzmann. Themen wie Ökosysteme, Landschaftsräume, Planungskompetenz und Klimaanpassungsmaßnahmen seien Bestandteile des Lehrplans gewesen.

Neu seien für ihn allerdings die technischen Ansätze und Lösungen wie Solarenergie, Biogas oder Windkraft. Auch die tägliche Verwaltungsarbeit mit ihren bürokratischen Abläufen sei noch etwas ungewohnt.

Er müsse sich nun einarbeiten, sich einen Überblick verschaffen und die Stadt richtig kennenlernen. Was er aber schon erkannt hat: In Sachen Klimaschutz sei Gehrden gut aufgestellt. „Das ist hier kein Fremdwort“, sagt er. Die Stadt habe bereits viel getan und besitze noch viel Potenzial, um Klimaschutz und Lebensqualität zu verbinden. Heinzmann ist überzeugt, dass Klimaschutz nur funktioniert, wenn es eine gesellschaftliche Akzeptanz dafür gibt. „Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betont er.

Aus Heinzmanns Sicht müssen Städte konsequent begrünt werden. Sein Traum sei eine grüne Stadt, die zudem vielfältig nutzbar sein müsse.

Eines hat der neue Klimaschutzmanager schon bemerkt: „Ich habe eine für mich völlig neue Arbeitswelt betreten.“ Früher sei er viel draußen und in Bewegung gewesen. „Ich habe als Tierpfleger kaum gesessen.“ Nun sei es umgekehrt. „Ich glaube, ich muss jetzt wieder mehr Sport machen“, sagt Heinzmann augenzwinkernd.

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