SoVD fordert Klimaanlagen in Pflegeheimen

Region Hannover. Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen: Bis Ende Juni gab es in Niedersachsen 510 Hitzetote. Weitere heiße Tage können folgen. Besonders ältere Menschen sind laut RKI anfällig. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert deshalb von Land, Kommunen und Pflegeheimbetreibern, die Klimatisierung von Räumen zur obersten Priorität zu machen und langfristig verbindlich und strukturiert in den Hitzeschutz zu investieren.

„Es scheint, als würden die Verantwortlichen die Folgen vergessen, sobald es sich etwas abgekühlt hat. Dabei muss jetzt endlich gehandelt werden, damit die Zahl der Hitzetoten nicht weiter steigt“, fordert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen.

Da laut RKI Menschen über 75 Jahre mehr als 80 Prozent der Hitzetoten ausmachen, müsse man in diesem Bereich zuerst ansetzen – sowohl kurz- als auch langfristig, teilt der SoVD mit. Hinzu kommt, dass auch die Pflegekräfte bei Hitze unter hoher körperlicher Belastung und Erschöpfung leiden, was sich negativ auf die Versorgung auswirken kann. „Zimmer in Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen klimatisiert sein. Dazu brauchen wir eine entsprechende Verpflichtung. Dass das funktioniert, zeigen andere Länder wie Kanada“, erläutert Swinke.

Außerdem müsse es Krisenpläne mit klaren Verantwortlichkeiten sowie eine flächendeckende Öffnung von kühlen Räumen und eine kostenlose Wasserversorgung im öffentlichen Raum geben.

„Es ist ganz offensichtlich, dass Klimatisierung über Leben und Tod entscheidet. Kosten für einen Umbau dürfen hier nicht im Vordergrund stehen. So
etwas lässt sich über Förder-programme lösen“, betont der Vorstandsvorsitzende des Sozialverbandes. All das müsse jetzt vorbereitet werden: „Die Verantwortlichen müssen handeln, bevor es zu spät ist. Schließlich werden die Hitze
perioden häufiger und nicht
seltener. Abwarten ist keine
Option.“ RED
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