„Es darf keineVersorungslücke geben“
Gegen die geplante Schließung des Labora-Wertstoffhofs in Barsinghausen formiert sich starker Protest. Eine Petition enthält bereits 2600 Unterschriften.

Übergabe der Unterschriftenlisten: Rosemarie Struß (von links), Dagmar Täger, Frank Plorin und Bürgermeister Henning Schünhof.Foto: Frank Plorin
Barsinghausen. Es ist ein starkes Zeichen: Für den Erhalt des Wertstoffhofs in Barsinghausen sind inzwischen mehr als 2600 Unterschriften zusammengekommen. Die Unterschriftenlisten wurden jetzt an Bürgermeister Henning Schünhof (SPD) übergeben.

Die Initiatoren der Petition sind Barsinghausens Ehrenbürgerin Rosemarie Struß, Dagmar Täger und Frank Plorin. Ihre Forderung: Der Labora-Wertstoffhof an der Hannoverschen Straße muss bis zur Eröffnung eines gleichwertigen, modernen Ersatzstandortes ohne Unterbrechung erhalten bleiben. „Es darf keine Versorgungslücke für die Bürgerinnen und Bürger geben“, betont Plorin. Die Unterschriften sind nicht nur an Barsinghausens Bürgermeister, sondern auch an die Region Hannover und den Zweckverband Aha gegangen. Politik und Verwaltung der Stadt Barsinghausen und der Region Hannover seien aufgefordert, sich mit Nachdruck für diese Lösung einzusetzen.

630 Unterschriften aus Barsinghausen hätten gereicht, damit sich die Politik offiziell mit der Petition befasst. Dieses Quorum war schon nach wenigen Tagen erreicht worden. Die vollen 2600 Unterstützerunterschriften hatte man nach etwa vier Wochen zusammen. Gesammelt wurde sowohl analog, als auch digital über die Plattform „OpenPetition“.

Plorin macht deutlich: „Diese enorm hohe Zustimmung zu unserem Anliegen zeigt: Barsinghausen braucht einen Wertstoffhof der kurzen Wege! Bis zur Umsetzung eines neuen Wertstoffhofkonzepts der Aha mit der Aussicht auf einen alternativen und modernen Standort in Barsinghausen muss unser Hof erhalten bleiben.“

Stand jetzt, schließt der Wertstoffhof an der Hannoverschen Straße zum 31. Dezember. Denn dann läuft der Vertrag zwischen dem Zweckverband Aha und dem Betreiber, der Labora gGmbH, aus. Bürgermeister Schünhof muss einräumen: „Die Stadt hat keine rechtliche Handhabe, um die Weiterführung des Wertstoffhofs sicherzustellen. Es gibt keinen Anspruch auf einen Wertstoffhof oder Ähnliches je Stadt oder Gemeinde in der Region Hannover.“

Dennoch möchte auch der Bürgermeister erreichen, dass weiterhin eine Entsorgung zumindest in dem Umfang wie am Wertstoffhof in der Hannoverschen Straße im Bereich Barsinghausen angeboten wird. „Dass dies eventuell nicht direkt in der Kernstadt ist, muss dabei unter Umständen in Kauf genommen werden“, sagt er. Hierzu führe er aktuell Gespräche mit Aha und anderen Personen. Zwei mögliche Alternativflächen soll er der Geschäftsführung von Aha bereits vorgeschlagen haben. Grund für die geplante Schließung seitens Aha sind vor allem Sicherheits- und arbeitsrechtliche Fragen am bisherigen Platz. Von Politikern der Region Hannover wurde die Wirtschaftlichkeit des Standorts von Labora infrage gestellt, weshalb die Finanzierung und etwaige Zuschüsse strittig sind.

Der Zweckverband Aha arbeitet gerade an einem neuen Wertstoffhofkonzept im Auftrag der Regionsversammlung. „Hier werde ich mich mit den Möglichkeiten, die Barsinghausen bietet, entsprechend einbringen und dafür arbeiten, dass ein Angebot in Barsinghausen auch in Zukunft besteht“, kündigt Barsinghausens Verwaltungschef Schünhof an. Auch ihm ist wichtig: „Sofern hier Umsetzungen von Ergebnissen in der Zukunft nach dem 31. Dezember liegen, möchte ich Übergangslösungen erreichen, die den Zeitraum überbrücken.“

Sollte der Wertstoffhof Ende des Jahres wirklich schließen und es bis dahin noch keinen Ersatz in Barsinghausen geben, müssten Bürger voraussichtlich auf die Aha-Wertstoffhöfe in Wunstorf-Kolenfeld oder Gehrden ausweichen. Um den Druck auf die Region Hannover und den Zweckverband Aha zu erhöhen, kann man die laufende Petition weiterhin online unterzeichnen.

Druckansicht