Mira hatte Leistungskurse in den Fächern Geschichte, Deutsch und Erdkunde, Mathematik war ein weiteres Prüfungsfach. Das mündliche Abitur stand in Philosophie an – und lief herausragend. Dort erhielt sie die Maximalzahl von 15 Punkten, was zugleich bundesweit zu den besten Abitur-Ergebnissen gehörte. Dafür bekam Mira eine Auszeichnung von der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Und es gab es noch weitere Urkunden und Ehrungen für besondere Leistungen.
Wie geht es nun für die junge Frau weiter? Was den Beruf angeht, so ist sich die 20-Jährige noch nicht sicher. „Ich möchte auf jeden Fall etwas machen, um dafür zu sorgen, dass es der Gesellschaft besser geht.“ Bis es konkret wird, hat sie noch Zeit. Deshalb soll es für Mira „ein Jahr Pause“ geben – oder wie es mittlerweile heißt, ein sogenanntes „Gap Year“ (Lückenjahr).
Das Gap Year hat sich vom Exoten-Dasein zu einem festen Bestandteil der Jugendkultur entwickelt. Der Trend geht dabei weg vom klassischen „Lebenslauf optimieren“ hin zu persönlichem Wachstum und Selbstfindung. Die 20-jährige Wennigserin hat für den Herbst ein Orientierungspraktikum im gesellschaftlich-wissenschaftlichen Bereich geplant. Ab Januar folgt ein Trip nach Mexiko – um den dort studierenden Bruder zu besuchen, aber auch um durch Mittel- und Lateinamerika zu reisen. „Die Zeit jetzt muss man nutzen. Wer weiß, wann es später zeitlich wieder passt“, sagt Mira mit einem Augenzwinkern.
Fortsetzung auf Seite 7Den richtigen Weg wird sie also einschlagen und finden, schließlich hat sie damit Erfahrung. Wandern zählt zu den Hobbys der Abiturientin, sie besitzt auch die passende Ausrüstung. Für Anfang Juli hat sie mit ihrer Mutter eine Alpenüberquerung geplant, von Oberstorf nach Meran in Italien. Von Mitte August bis September wird sie sich auf den Jakobsweg begeben und die 830 Kilometer an der Nordküste Spaniens entlang in sechs Wochen zurücklegen.
In ihrer Abwesenheit wird bei den Kommunalwahlen am 13. September auch das Jugendparlament von Wennigsen neu gewählt. Mira, die bislang stellvertretende Jugendbürgermeisterin war, ist jetzt nach den Statuten für eine weitere Mitgliedschaft in diesem Gremium zu alt. Ob es sie reize, später vielleicht mal in die Politik zu gehen? „Die Arbeit im Jugendparlament hat Spaß gemacht. Aber beruflich in die Politik zu gehen, nein, das glaube ich nicht, das ist sehr schwer.“
Ungetrübt ist ihr Blick auf die Welt nicht, das Thema Klima etwa beschäftigt sie, aber auch Politik. „Es sind auch Ängste vorhanden, wie es weitergeht. Unsere Generation ist bei Wahlen in der Unterzahl. Man kann also nicht viel ändern.“
Mira blickt zurück auf das Schulgebäude der KGS. „Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Das Umfeld war sehr familiär, mit den Mitschülern und Lehrern kannte man sich über viele Jahre.“ Ab sofort ist es ihre Ex-Schule, daran muss man sich erst mal gewöhnen. Und bis es zu Ehemaligentreffen kommt, dauert es auch noch ein wenig.