„Kölner Teller“: Es bleibt bei der Verkehrsberuhigung im Bröhnweg
Bauausschuss Wennigsen lehnt Änderungsantrag der CDU ab, stimmt aber für das Aufstellen von Pollern zum Schutz der Fußgänger

Sechs Zentimeter hoch und jeweils in Dreierreihen verlegt: Mit „Kölner Teller“ sollen Autofahrer auf dem Bröhnweg dazu gebracht werden, die vorgeschriebene Geschwindigkeit von maximal Tempo 30 einzuhalten.Foto: Astrid Köhler
Wennigsen. Nach Kritik an den Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Bröhnweg sowie der jüngsten Debatte im Mobilitätsausschuss hat sich der Bauausschuss für den Erhalt der sogenannten Kölner Teller ausgesprochen. Der CDU-Antrag, die seit Mai als Tempobremsen aufgeklebten sechs Zentimeter hohen Stahlteller abzubauen und durch niedrigere zu ersetzen, lehnte er ab. Dafür folgte das Gremium der Idee, Poller zum Schutz von Fußgängern aufzustellen.

Die Metallhindernisse sind nicht in voller Breite über die Fahrbahn verbaut. Seitlich ist 1,15 Meter Platz gelassen worden, sodass Fahrräder ohne Geruckel an der Barriere vorbeikommen. Mitunter nutzen auch Autofahrer diese schmale Furt und zusätzlich über Absenkungen den Fußweg, um die Tempobremse zu umfahren. Deshalb sollten Poller oder Ähnliches zum Schutz der Nutzer des Bürgersteigs in Höhe der Tellerelemente aufgestellt werden, heißt es in dem von dem CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden Ernst Herbst unterzeichneten Antrag.

Unterstützung gab es von der Wennigser Bauamtsleiterin Anette Lerch. „Ich habe zu meinem Entsetzen gesehen, wie Autos die Straße gewechselt haben und mir dann mit einem Rad in der Furt und dem anderen auf dem Gehweg entgegenkamen“, sagte sie.

Bei den von der CDU infrage gestellten sechs Zentimeter hohen „Kölner Tellern“, die jeweils in drei Reihen aufgeklebt sind, will es das Gremium belassen. „Man muss dazu stehen und Kritik aushalten“, mahnte Jonas Farwig (SPD). Unter anderem Vertreter des am Bröhnweg gelegenen Fitnessstudios Elan hatten dies moniert. Im September 2025 habe der Rat – bei nur einer Enthaltung – die Barrieren mit „Kölner Tellern“ beschlossen, die dann im Mai installiert wurden. Erst nach einem halben oder einem Jahr könne man über die Zweckmäßigkeit urteilen, so Farwig, „aber nicht schon nach zwei Wochen“.

Bei Geschwindigkeitsmessungen von Juni bis August 2025 waren Tausende Fahrzeuge auf dem Abschnitt des Bröhnwegs erfasst worden, der erst im Vorjahr ausgebaut worden war. Ergebnis: Nur 15 Prozent der Fahrzeuge hielten Tempo 30 ein. „85 Prozent waren weitaus schneller unterwegs“, so Lerch – mit 60 Kilometern pro Stunde und mehr. Der negative Spitzenreiter beschleunigte auf dem kurzen Abschnitt sogar auf Tempo 135.

Die Messergebnisse seien objektiv und eindeutig, sagte Bürgermeister Ingo Klokemann (SPD) nach der Sitzung. Und sie seien negativer als zuvor gedacht. Wegen der massiven Überschreitungen seien die baulichen Maßnahmen überhaupt erst nötig geworden, doch selbst das reiche noch nicht. „Wenn Leute über den Bürgersteig fahren, sind wir gezwungen, das zu verhindern“, sagte er und betonte: „Das Schönste wäre es, wenn wir keine Teller und Poller bräuchten, weil sich alle an die Verkehrsregeln halten.“

Der Beschluss aus dem Herbst war Ende Juni noch nicht final umgesetzt. So fehlte noch das fünfte „Kölner Teller“-Hindernis nahe den Hausnummern 9 und 11. Wie an den übrigen Standorten sollten diese in Nähe einer Straßenlaterne installiert werden, um besser sichtbar zu sein, so Lerch. Zudem sollten noch Fahrrad-Piktogramme und eine Markierung von Tempo 30 auf die Straße gebracht werden.

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