„Ein brillantes Fest“
Trotz Hitze gab es beim Freischießen in Wennigsen keine größeren Zwischenfälle –allerdings sorgten sich manche um die Pferde

Die Parade beim Freischießen: Trotz Hitze finden sich viele Zuschauer und Zuschauerinnen ein.Foto: Catalina Grobe Fernandes
Wennigsen. „Es war ein brillantes Fest.“ Mit diesen Worten blickt der neue Schützenkönig Eckhard Rogge auf das viertägige Historische Freischießen in Wennigsen zurück, bei dem Detlef Krause zum neuen Volkskönig gekürt wurde. Rogge sprach von einer „noch nie dagewesenen Beteiligung“ bei der Traditionsveranstaltung, die der Verein Historisches Freischießen organisiert.

Allein beim Umzug am Sonntag seien mehr als 800 Teilnehmende dabei gewesen – plus neun Musikkapellen. Wie viele Zuschauer und Zuschauerinnen die Straßen säumten, konnte Rogge gar nicht genau beziffern. Rund 600 Menschen nahmen nach seinen Angaben beim Festessen teil. Und am Dienstagabend, dem letzten Veranstaltungstag, hätten nachts noch bis zu 1500 Menschen im Festzelt gefeiert.

Es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben, so Rogge. Die Hitze mit Temperaturen von mehr als 30 Grad habe jedoch das Programm beeinflusst. So seien etwa Umzüge verkürzt und Getränkehalter für die Gürtel besorgt worden. Eine nette Geste von Wennigsern und Wennigserinnen sei es gewesen, den Teilnehmenden beim Umzug Getränke auf Tabletts zu reichen. Bei den kühleren Temperaturen abends und nachts hätten sich viele dann doch noch lange auf dem Festplatz aufgehalten.

Auch aus Sicht der Polizei ist das Fest friedlich verlaufen. Sie habe alle Umzüge und Paraden begleitet und abgesichert, berichtete Alexander Benne, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes. Auf der Hauptstraße sei es in dieser Zeit vorübergehend zu Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Auf dem Festplatz gab es keine größeren Zwischenfälle. Wegen Herumgrölens sei gegen einen polizeibekannten, psychisch auffälligen Mann ein Platzverweis ausgesprochen worden, den dieser befolgt habe.

Für das nächste Freischießen müsse die Besucherlenkung zum Festplatz optimiert werden, betonte Benne. In dem Bereich sei zwar für die Festtage Tempo 30 ausgewiesen worden, doch auf der Argestorfer Straße (L390) seien etliche Menschen zu Fuß unterwegs gewesen.

Aus der Bevölkerung gab es den Hinweis, dass beim großen Festumzug am Sonntag manche Pferde mindestens etwa zwei Stunden der starken Hitze ausgesetzt gewesen sein sollen und nur ein Zuschauer zwischendurch einen Eimer Wasser geholt habe. Rogge sagte, bei Ansprachen hätten die Pferde im Schatten gestanden. Zudem sei mit verkürzten Umzügen Rücksicht auf die Tiere genommen worden, und es habe mehr Trinkstationen gegeben.

„Die Region Hannover nimmt die erhobenen Vorwürfe sehr ernst und wird sie intensiv prüfen“, erläuterte Regionssprecher Tobias Manzke auf Anfrage dieser Redaktion. Die Verwaltung werde den Veranstalter sowie weitere Zeugen anhören. Im Vorfeld habe das zuständige Amt beim Verein Historisches Freischießen ein Schutzkonzept für die Pferde angefordert, das vorliege.

„Veranstalter und Tierhalter sind während der Veranstaltung verpflichtet, die Tiere genau zu beobachten und bei Anzeichen für Hitzestress entsprechend zu reagieren“, erklärte Manzke. Als vor Ort anwesende Aufsichtspersonen seien zwei Tierärztinnen benannt worden. Für Feste wie das Freischießen gebe es klare gesetzliche Vorgaben. Demnach ist es verboten, Tieren Leistungen abzuverlangen, denen sie nicht gewachsen sind oder die ihre Kräfte übersteigen.

Die Wartezeit bis zum nächsten Freischießen ist lang: Es wird erst wieder im Juni in drei Jahren gefeiert. Dann mit zeitgemäßen Neuerungen? „Wir halten am Konzept fest“, betonte Rogge.

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