Wie soll das neue Stadtteilhaus in Empelde aussehen?
Planungsbüro stellt Studie für Treffpunkt in Empelde vor:
Bürger und Bürgerinnen wünschen sich mehr Rücksicht auf Vereinsinteressen

Vorschläge für die Nutzungsmöglichkeiten: Lisa Nieße von Plan zwei (hinten) leitet eine Kleingruppe der Besucher. Fotos: Uwe Kranz
Ronnenberg. Als größter Ronnenberger Stadtteil hat Empelde gegenüber den kleineren Dörfern einen Nachteil: Es fehlt ein Gemeinschaftshaus. Derzeit gibt es keinen Ort der Begegnung und keine Räume, in denen Vereine ihre Veranstaltungen abhalten können. Die Verwaltung hat daher im Rahmen der umfangreichen Bauplanungen für den Bereich Empelde-Mitte die Vorplanungen für ein passendes Gebäude in Auftrag gegeben. Der aktuelle Arbeitstitel ist Stadtteilhaus. Nachdem das Büro Plan zwei eine Machbarkeitsstudie erstellt hatte, hatten Bürgerinnen und Bürger Ende Juni die Möglichkeit, weitere Ideen und Anregungen einzubringen.

Rund 40 Teilnehmende, die „sich dafür interessieren, wie sich ihr Stadtteil entwickelt“, wie Bürgermeister Marlo Kratzke (SPD) würdigte, hörten sich in der Mensa der Marie-Curie-Schule zunächst die Vorstellung der Studie von Plan zwei an. Nach den Vorstellungen Kratzkes soll das Gebäude neben den genannten Zwecken und dem Angebot einer Gastronomie auch eine zentrale Rolle für die soziale Kontrolle im Bereichs des Empelder Zentrums spielen.

So gebe es an den Supermärkten auf der gegenüberliegenden Seite der Berliner Straße die meisten Polizeikontrollen in Empelde. Damit sich dieses „Problem“ nicht auf den geplanten neuen Bürgerpark in Empelde-Mitte verlagere, könne eine Gastronomie mit Außenterrasse im Stadtteilhaus sinnvoll sein. „Polizei und der kommunale Sicherheitsdienst können nicht überall sein“, meint der Bürgermeister.

Kratzke berichtete von bereits „zahlreichen Anfragen“ für den Betrieb der Gastronomie. „Ich bin überzeugt, dass es langfristig ein Erfolg wird“, sagte er und berichtete überdies, dass die Kosten nach der Machbarkeitsstudie auf 4,5 bis 5 Millionen Euro geschätzt werden – deutlich weniger als die ursprünglich angesetzten 8 Millionen Euro. Dafür soll die Planung nun „möglichst zügig“ vorangetrieben werden, um weitere Baukostensteigerungen zu vermeiden.

Noch seien bei der Planung keine Pflöcke eingerammt, erläuterte Lisa Nieße von Plan zwei und wertete die Veranstaltung als „Rückkopplungsmoment“ für die Planung. Ziel sei es, zu erfahren, „wie über das Haus weiter nachgedacht werden soll“. Ihr Mitarbeiter Ludwig Weimert stellte die Ergebnisse der Studie vor. Sie sieht ein L-förmiges Gebäude an der Berliner Straße vor – etwa auf Höhe des Fußgängerüberweges. Das Haus soll leicht gedreht zur Straße errichtet werden und einen Eingang nach Norden mit einem kleinen Platz erhalten. Auf der Südseite – zum Bürgerpark hin – ist die Terrasse des gastronomischen Betriebs vorgesehen.

Der Plan sieht im Erdgeschoss einen großen, für verschiedene zeitgleiche Nutzungen vierfach teilbaren Saal mit 150 Plätzen vor. Der Saal könnte mit einer versenkbaren Bühne ausgestattet werden. Die Toiletten sind aus Kostengründen zwischen den beiden Bereichen zur gemeinsamen Nutzung vorgesehen. Im ersten Stock sind zunächst nur Technikräume geplant. Kritik aus dem Publikum gab es angesichts fehlender individueller Bereiche für die Vereine. Diese würden das Haus jedoch deutlich teurer und größer machen, argumentierte Weimert. Lagermöglichkeiten im Obergeschoss einzuplanen, sei indes möglich, allerdings nicht barrierefrei, sonst drohe eine weitere deutliche Kostensteigerung. Auch fehlende Alternativen zu den Vorschlägen in der Studie wurden bemängelt. Kritisiert wurde zudem von mehreren Teilnehmern, dass die vorgesehenen Versammlungsmöglichkeiten zu wenig an die Bedürfnisse der Vereine angepasst seien. Unter anderem Otmar Haas vom Seniorenbeirat bemängelte das. Aber auch hier dürfte eine individuelle Ausstattung eine Kostenfrage sein. Noch gänzlich ungeklärt ist die Frage von Parkflächen.

Nach der Präsentation konnten die Besuchenden in drei Kleingruppen ihre Beiträge zur Gestaltung und Nutzung des neuen Gebäudes direkt anbringen. So wünschten sich die Anwesenden bei der Gestaltung unter anderem eine moderne Optik mit großen Fenstern und einer entsprechenden Farbgestaltung – eventuell angelehnt an das sogenannte Mondrianhochaus in der Nachbarschaft. Eine Fotovoltaikanlage nebst Begrünung für die Dächer kam bei den Empelderinnen und Empeldern ebenfalls gut an, genauso wie eine naturnahe Gestaltung mithilfe von zusätzlichen Begrünungen der Wände und der Terrasse.

Diskutiert wurden auch die Dauer der Öffnungszeiten des gastronomischen Betriebs sowie die Notwendigkeit eines Ansprechpartners vor Ort. Im Gebäude, so ein weiterer Wunsch, soll es möglichst gemütlich und klimatisiert sein, und auch die Möglichkeit, private Feiern auszurichten, wurde begrüßt. Im Außenbereich soll es Angebote wie einen Schachtisch und Spielgeräte geben.

Kratzke bedankte sich für die Anregungen. Nun gelte es, ein Gespür dafür zu entwickeln, was realisierbar sei. Denn: „Alles können wir nicht umsetzen.“



Druckansicht