Traumnoten am Matthias-Claudius-Gymnasium
23 Schülerinnen und Schüler haben eine Eins vor dem Komma, einer sticht besonders heraus. Doch es geht auch um die „Menschen, die hinter den Noten stehen“

Diese fünf Schülerinnen und Schüler haben ihr Abitur am Mathias-Claudius-Gymnasium mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen.Fotos: Dirk Wirausky
Gehrden. Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können. Mehr als 30 Grad in der Gehrdener Innenstadt, angenehm kühle Temperaturen in der Margarethenkirche. Dort hat das Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG) 75 Jugendliche, die ihr Abitur abgelegt haben, entlassen. Unter den Gästen in dem voll besetzten Gotteshaus war auch die ehemalige Schulleiterin Monika Schulte, die 2019 in den Ruhestand gegangen ist.

Die heiße Phase hatten die Heranwachsenden längst hinter sich gelassen: Klausuren und mündliche Prüfungen standen seit Ende April auf dem Stundenplan. Der eine oder andere dürfte am Freitagvormittag deshalb auch tief durchgeatmet haben. „Geschafft“, sagte ein Abiturient.

Er hat es geschafft in einem Jahrgang der Superlative. Von 75 Jungen und Mädchen, die verabschiedet wurden, haben 29 eine Eins vor dem Komma – das sind 40 Prozent der Abiturienten des Jahrgangs. Thorben Krause, Lina Sieker, Kjell Meyer, Sanja Lampart und Sophie Derr erreichten die Note 1,0. Der Jahrgang kommt auf einen Notenschnitt von 2,23. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Notenschnitt in Niedersachsen bei 2,45.

So sprach Schulleiter Christian Schmidt von einem sensationellen Ergebnis. Herausragend schnitt der Gehrdener Thorben Krause ab. Er erreichte von 900 möglichen Punkten 884. „Das ist unfassbar gut“, sagte Schmidt.

Der so Gelobte, der auch noch Auszeichnungen für besondere Leistungen in den Fächern Chemie, Mathematik, Physik und Religion erhielt, blieb bescheiden. Ein Erfolgsrezept habe er eigentlich nicht, sagte er. Was ihn jedoch motiviere, sei das Interesse. „Ich musste mich nicht zum Lernen zwingen, ich habe es freiwillig gemacht“, sagte er. Er finde einfach viele Themen spannend. Dazu habe er am MCG das passende Umfeld gefunden. „Es ist eine Superschule mit tollen Lehrern und großartigen Angeboten“, erzählte der 18-Jährige. In den Minuten nach der Entlassung schwang bei ihm neben der Erleichterung, die Schulzeit so erfolgreich abgeschlossen zu haben, aber auch eine Portion Wehmut mit. „Ich werde es vermissen, morgens meine Freunde zu treffen“, sagte er. Der nächste Schritt führt Thorben Krause nach Hannover. An der Leibniz Universität wird er Physik studieren.

Bei der feierlichen Verabschiedung, die vom Kammerchor der Schule und der Jahrgangsband musikalisch umrahmt wurde, fand Paul Deppe nachdenkliche Worte. Der Abiturient, der auch in der Schülervertretung des MCG mitgewirkt hat, meinte: „Wir sollten auch in Zukunft den Menschen sehen, der hinter den Noten steht.“ An die Pädagogen gewandt, sagte er, dass es wichtig sei, zuzuhören. Auch Schülervertreter Julian Thomas erinnert alle daran, dass die Schule nicht nur ein Ort des Unterrichts sei. Ähnlich äußerte sich auch Jahrgangssprecherin Alifa Ahmado. „Erfolg ist nicht nur an Noten gebunden, jeder Mensch hat seine individuellen Stärken“, sagte sie.

Christian Schmidt betonte, dass die Welt nicht nur kluge Köpfe, sondern auch Menschen mit Haltung brauche. In diesem Zusammenhang appellierte er unter anderem an einen verantwortungsbewussten Umgang mit KI.

Bürgermeister Malte Losert (parteilos) lobte die Jugendlichen. Sie hätten Fleiß, Ausdauer und Einsatz bewiesen. Losert zeichnete Paul Deppe, Sophie Derr, Merve Alisinanoglu und Kjell Meyer für besonderes Engagement am MCG aus. Musiktalent Kjell Meier gewann beim Wettbewerb „Jugend komponiert“ den Bundespreis.

Für besondere Leistungen wurden neben Thorben Krause auch Sophie Derr (Englisch), Bent Krämer (Geschichte), Lina Sieker (Mathematik), Maria Kleinbauer (Philosophie) sowie Charlotte Trümner, Kevin Pfahl, Daria Drechsler, Natan Krzyzanowski, Luca Sell und Laia Szymanski (Religion) gewürdigt.







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