Nachdem Monty von der Ah überraschend nach dem letzten Spieltag sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, war der Oberligist gezwungen, möglichst zeitnah einen Nachfolger zu finden. Bei der Erstellung einer Kandidatenliste fiel der Blick schnell auf Schwörer. „Er schien zunächst wie eine unrealistische Wunschlösung. Ich habe mich gefragt, ob die Aufgabe für Roland überhaupt interessant ist und ob es sich lohnt, ihn anzurufen“, verrät Vorstandssprecher Jannis Mordfeld.
Daniel Kirsten, der sportliche Leiter des HVB, griff dennoch zum Telefon. Sein Anruf beseitigte alle Fragezeichen. Darauf angesprochen muss Schwörer lachen: „Bei jedem anderen hätte ich sofort wieder aufgelegt.“
Da beide seit gemeinsamen Zeiten beim VfL Hameln ein gutes Verhältnis pflegen, hörte sich Schwörer das Angebot an. Letztlich gab die alte Verbindung nach Barsinghausen den Ausschlag. Von 2000 bis 2007 war Schwörer Lehrer an der KGS Goetheschule. In dieser Zeit wurde er mit der C- und der A-Jugend Niedersachsenmeister und trug zum Ausklang seiner Karriere drei Jahre lang das Trikot der ersten Mannschaft in der Oberliga. „Ich hatte eine gute Zeit“, erinnert sich Schwörer.
Trotzdem waren einige Gespräche nötig, bis alle Details der Zusammenarbeit geklärt waren. Im übertragenen Sinne ist der Job für den neuen Coach eine Art Blackbox, denn die komplette Planung der kommenden Saison war Mitte Mai bereits abgeschlossen. Auch die Kontakte zu den neuen Spielern hatte noch Vorgänger Monty von der Ah geknüpft.Hinzu kommt, dass Schwörer aufgrund beruflicher Verpflichtungen erst mit Beginn der zweiten Vorbereitungsphase am 28. Juli einsteigt. Allen Beteiligten ist bewusst, dass dies eine besondere Situation darstellt, zumal bis zum Saisonstart mit dem Derby beim Lehrter SV dann nur noch sechs Wochen verbleiben.
Schwörer nimmt deshalb die Spieler in die Pflicht: „Die Mannschaft muss insgesamt mehr Selbstverantwortung übernehmen und jeder Einzelne eine Schippe drauflegen, um bis dahin körperlich topfit zu sein.“
Der kurze Zeitraum bis zum ersten Spiel stellt eine besondere Herausforderung dar. „Wenn es jemandem zuzutrauen ist, diese zu meistern, dann Roland. Er ist ein Typ, der Ruhe ausstrahlt. Genau das, was die Mannschaft im Moment braucht“, betont Mordfeld. Für den HVB-Vorstandssprecher, der einst zum Kreis der Torhüter der ersten Mannschaft gehörte, wird es eine besondere Spielzeit. „Ich bin zu jung, um nur Funktionär zu sein. Ich will noch einmal angreifen“, kündigt Mordfeld an und macht deutlich, dass er um einen Platz im Tor kämpfen will.
Mit der Verpflichtung von Phil Quiring vom Hannoverschen SC wurde der HVB bereits auf dem Transfermarkt aktiv. Nach dem Karriereende von Jörg Harre ist der Kampf um den Platz neben Szymon Wagner jedoch offen.Weitere Zugänge sind Linksaußen Philip Volmer, der bereits im Frühjahr von der HSG Schaumburg-Nord zurückkehrte, Björn Rüstig aus der zweiten Mannschaft sowie Ferdinand von Willisen vom TSV Anderten.
Durch den Kreuzbandriss von Nick Salini muss der junge Mittelmann mehr Verantwortung übernehmen als ursprünglich geplant. „Das ist eine Chance für ihn“, betont Mordfeld.
Ein schmerzlicher Verlust ist dagegen der Abgang von Rechtsaußen Finn Schulze Schwering, den es zur HSG Schaumburg zieht.