Mit Beschluss des Rates soll der Bauauftrag an ein Generalunternehmen vergeben werden, wie es die Stadt aktuell auch beim Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule handhabt. Entstehen sollen unter anderem ein neuer Haupteingang sowie eine neue zentrale Mitte aus Aula, Mensa und Pausenhalle. Der jetzige D-Trakt wird erweitert. Um alle Trakte in den Obergeschossen barrierefrei zu bekommen, werden zwischen zwei der Bestandstürme Verbindungsbauten gesetzt. Aus den Jahrgangsebenen sollen Lernlandschaften werden. Gedacht ist das Ganze als lebendiger, gemeinsamer Schulcampus für das Hannah-Arendt-Gymnasium und die Lisa-Tetzner-Oberschule mit zusammen mehr als 1500 Schülerinnen und Schülern. Anregungen von Schülern, Lehrern und Schulleitung flossen in das Konzept ein. Zuletzt war auch in den Fachausschüssen des Rates noch einmal lang und breit über das millionenschwere Bauvorhaben diskutiert worden. Über die grundsätzliche Notwendigkeit der Schulzentrumssanierung ist man sich im Rat über alle Fraktionen hinweg einig. Während über das „Ob“ Konsens herrscht, wird jedoch heftig über das „Wie“ (Umfang, Zwischenlösungen und Kosten) gestritten.
Die CDU hätte gerne abgespeckt. „Es muss auch mit 50 Millionen Euro gehen“, forderte Roland Zieseniß mehr Maß und warnte vor einer Kreditaufnahme mit Zinsbelastungen, die die Stadt kaum werde schultern können. Schon jetzt habe die Stadt Schulden von etwa 70 Millionen Euro zuzüglich etwa 5 Millionen Euro für den Eigenbetrieb Stadtentwässerung, rechnete er vor.
Bürgermeister Henning Schünhof (SPD) hielt dagegen: Um von den Kosten herunterzukommen, „sollen wir Dinge weglassen, die eventuell nicht nötig sind. Das haben wir bereits gemacht“, erinnerte er. Etwa beim Lüftungskonzept, wo durch kreative Lösungen zweistellige Millionenbeträge hätten eingespart werden können.
Gebaut werden soll voraussichtlich von 2027 bis 2032. Als Interimslösung, um den Schulbetrieb am Laufen zu halten, sind keine Container, sondern die Bert-Brecht-Schule und das alte Mensagebäude vorgesehen.