Losert hatte aber auch ohne Laufschuhe wichtige Aufgaben. Der Burgberglauf war in diesem Jahr besonders bei den Kindern angesagt. Auf Picknickdecken hatten es sich viele Familien auf den begehrten Schattenplätzen eingerichtet. Letzte Snacks wie Bananen, Gemüse und natürlich viele Getränke sowie ein Mini-Aufwärm-Programm waren die Vorbereitung. Losert mahnte noch an der Startlinie, Trinken und Fairness beim großen Gedrängel nicht zu vergessen.
Rund zwei Drittel der Starter beim Burgberglauf gingen in den Bambini-Rennen über 300 oder 700 Meter auf dem Sportplatz des Matthias-Claudius-Gymnasiums oder dem flachen 2,5-Kilometer-Wendekurs an den Start. Der Spaß stand im Vordergrund. Auch wenn mancher loslief und hinfiel: Nach dem Aufstehen und Weiterlaufen kamen am Ende fast alle mit einem Lachen im Gesicht und dem Erfolg, es geschafft zu haben, ins Ziel.
Nach dem Ausdauerrennen wartete für einige eine weitere Ausdaueraufgabe. Der Eisstand auf dem Platz war heiß begehrt. Eine lange Schlange bildete sich, um Schokolade, Mango oder Stracciatella mit oder ohne Streusel zu bekommen. „Ich habe eine halbe Stunde gebraucht. Aber es hat sich gelohnt“, sagte Marlen Koch, nachdem sie für sich und ihre Familie die Waffeln ergattert hatte.
Einer anderen wurde die lange Wartezeit fast zum Verhängnis. Anja Naser aus Springe bekam ihr Eis noch gerade rechtzeitig vor ihrem Start beim ersten Erwachsenenrennen auf der neuen 3,3-Kilometer-Runde. Gestärkt nahm sie diese bergige Runde mit frohem Gesicht in Angriff. Am Ende sprang sogar Rang sieben der Frauen-Wertung heraus.
Vorne sorgte die 14-jährige Carlotta Ebinger vom SV Gehrden für die größte Überraschung: Nur 14:50 Minuten brauchte sie und hängte Carmen Eickhoff (15:06) vom VSV Hohenbostel ab. Nur die Jubelpose im Ziel beherrschte W50-Seniorin Eickhoff noch besser.Bei den Männern setzte sich der Routinier aber noch gegen die Jugend durch. Nico Kretzschmar aus Peine hatte schon viele Rennen gewonnen – nun in 11:19 Minuten auch die 3,3-Kilometer-Strecke beim Burgberglauf. Jugend-Landesmeister Friedrich Heggemann (12:02) von der SG Bredenbeck-Holtensen musste sich mit Rang zwei begnügen.
Tribut mussten Veranstalter und auch Läufer jedoch bei den nächsten Rennen der Hitze zollen. Dort waren die Felder geschmolzen. Nur jeweils rund 35 Teilnehmer nahmen die Zwei- und Drei-Runden-Rennen bei deutlich über 30 Grad und mit Steigungen in Angriff. Nur einer zeigte sich unbeeindruckt. „Wo sind hier Berge und Steigungen? Ich sehe keine“, sagte Rolf Nolte. Kein Wunder. Der 71-Jährige kam aus Wolfshagen im Harz und ist anderes gewohnt.Im Zwei-Runden-Rennen mischte er als Ältester im Feld mit – und die Konkurrenz fast auf. Nach 36:58 Minuten kam er sogar als Sechster ins Ziel .