100 Jahre Handball in Empelde
Beim Jubiläumsfest in der Barbarahalle erinnert der TuS Empelde an prägende Persönlichkeiten, sportliche Höhepunkte und den Wandel des Spiels

Bei der 100-Jahr-Feier der Sparte stand insbesondere der TuS-Handball-Nachwuchs im Mittelpunkt. Foto: TuS Empelde
Empelde. Wer heute an Handball denkt, denkt an Hallensport, mit engen Räumen und schnellen Abschlüssen. Als in Empelde vor 100 Jahren die ersten Handballer antraten, sah der Sport allerdings noch anders aus: Handball wurde damals draußen auf dem Fußballplatz gespielt; auf Rasen und in entsprechender Feldgröße, mit elf Spielern pro Mannschaft - und deutlich längeren Wegen als heute. Aus diesen Anfängen ist beim TuS Empelde eine Sparte geworden, die heute rund 300 Mitglieder zählt. 14 Mannschaften gehören inzwischen dazu, vom jüngsten Mitglied mit drei Jahren bis zum ältesten Mitglied mit 92 Jahren. Ihr 100-jähriges Bestehen feierte die Handballsparte am Sonnabend, 13. Juni, in und an der Turnhalle der Theodor-Heuss-Schule – mit Jugendspielen, Mitmachaktionen, einem Juxturnier und vielen Erinnerungen an die eigene Geschichte.

Begonnen hatte alles 1926 mit elf Mitgliedern. „Sie haben damals die erste Herrenmannschaft gebildet“, berichtet Spartenleiter Markus Waldeck. Dass die Empelder damals draußen auf Rasen spielten, war für die Zeit keineswegs ungewöhnlich: Feldhandball war in den 1920er-Jahren die prägende Form des Spiels. Erst Jahrzehnte später setzte sich der Hallenhandball durch. Für Empelde wurde der Bau der Halle an der Barbarastraße im Jahr 1964 zu einem Meilenstein. „Die ersten Tore hat mein Opa gebaut“, erinnert Waldeck. Mit der Halle bekam der Handballsport im Ort eine neue Grundlage. Aus dem weiträumigen Rasenspiel entwickelte sich nach und nach jener schnelle Hallensport, den die meisten heute kennen.

Sportlich erlebte die Sparte in den 1970er-Jahren eine besonders erfolgreiche Zeit. Die damalige männliche A-Jugend schaffte es in die Oberliga, in der Zeit die höchste deutsche Spielklasse dieser Altersklasse. Aus der Oberliga-Mannschaft stammt auch der bekannteste Handballer, den der TuS Empelde hervorgebracht hat: Klaus Wöller. Der spätere Nationaltorhüter wechselte 1976 von der Barbarastraße in die Handball-Bundesliga zu Arminia Hannover und gewann 1984 mit der deutschen Mannschaft die olympische Silbermedaille in Los Angeles.

Für Markus Waldeck ist die Geschichte der Sparte aber nicht allein eine Geschichte von Ergebnissen, Spielklassen und Erfolgen.

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„Es sind die Menschen, die einen Verein erfolgreich machen, ihn zum Wachsen bringen und für Zukunft sorgen“, sagt der Spartenleiter. „Menschen, die sich mit Leidenschaft und Herzblut einsetzen. Menschen, die Verantwortung übernehmen.“ Es gehöre auch Glück dazu, solche Menschen im eigenen Umfeld zu haben. „Und dieses Glück hatten und haben wir.“

Zu diesen prägenden Persönlichkeiten gehört Walter Öhlers, der 40 Jahre lang als Spartenleiter, Jugendwart und Trainer aktiv war. Ihm zu Ehren richtet die Handballsparte seit 2006 das Walter-Öhlers-Turnier aus. In diesem Jahr fand es bereits zum 18. Mal statt. Auch Rüdiger Waldeck hat den Handballsport in Empelde über Jahrzehnte geprägt. Seit mehr als 60 Jahren engagiert er sich als Trainer und als Gründer des Handballjugendförderkreises Empelde. Der Förderkreis unterstützt die Nachwuchsarbeit des TuS jedes Jahr mit mehreren Tausend Euro – unter anderem für Trainingsausstattung, Turnierfahrten, das Herbstcamp, den Benther-Berg-Lauf und in diesem Jahr auch für die vierte FSJlerin.

Das Jubiläum am 13. Juni war deshalb auch ein Dankeschön an all jene, die den Handball in Empelde tragen: an Eltern, Helferinnen und Helfer, das Spartenleitungsteam, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Sponsoren und die Stadt Ronnenberg. Zu den Gästen gehörten auch ehemalige Spartenleiter, darunter Heinrich Borgfeld, der mit 92 Jahren zu den langjährigen Wegbegleitern der Sparte zählt, sowie Joachim Ahlswede. Bürgermeister Marlo Kratzke gratulierte ebenfalls und überreichte eine Urkunde zum Jubiläum. Kratzke sagte: „Die Handballsparte hat über Generationen hinweg das gesellschaftliche Leben in Empelde geprägt und gehört bis heute zu den tragenden Säulen des Verenslebens in unserer Stadt. Hier werden nicht nur sportliche Fähigkeiten vermittelt, sondern auch Werte, die weit über das Spielfeld hinaus Bedeutung haben.“

Beim Festprogramm standen besonders die jungen Handballerinnen und Handballer im Mittelpunkt. In Freundschaftsspielen traten die Minis sowie die E-, D- und C-Jugenden an. Zum Abschluss gab es ein Juxturnier mit Eltern, Spielerinnen und Spielern. Auf dem Schulhof wartete zudem eine Spielelandschaft mit Hüpfburg, Fußballdart, Wurfmaschine und weiteren Angeboten.

So wurde das Jubiläum nicht nur zu einem Rückblick auf 100 Jahre Handballgeschichte, sondern auch zu einem Zeichen dafür, dass die Sparte weiter von dem lebt, was sie seit ihren Anfängen trägt: Gemeinschaft, Ehrenamt und einer lila-weißen Begeisterung für den Sport.







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