Gehrden landet in Gemeindecheck weit oben
Stadt erreicht bundesweit Platz 465 unter fast 11.000 Kommunen.
Besonders gut schneidet sie bei Digitalisierung, Gesundheit und Freizeit ab.

Gehrden. Wo gibt es genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet, gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote? Der Gemeindecheck des Instituts der Deutschen Wirtschaft vergleicht alle 10.817 Gemeinden in Deutschland. Das Ergebnis ist aus Sicht von Gehrden überraschend: Die Stadt erhält von den Machern der Studie das Label „sehr gut“.

Bei den fast 11.000 untersuchten Kommunen landet Gehrden auf Platz 465. Das ist innerhalb der Region Hannover die fünftbeste Kommune, wenn man Hannover nicht betrachtet. Besser versorgt sind nur Langenhagen (bundesweit Platz 134), Laatzen (218), Seelze (296) und Barsinghausen (430).

Untersucht haben die Wissenschaftler die Standortfaktoren Bildung, Mobilität, gesundheitliche Versorgung, Digitalisierung und das Freizeitangebot. Besonders gut schneidet Gehrden bei der Gesundheitsversorgung ab (bundesweit Platz 388). Das ist der vierte Platz unter den Umlandkommunen. Grund hierfür ist das Klinikum Robert Koch.

Besser platzieren sich im Gesundheitsbereich nur Langenhagen, Laatzen und Burgdorf. Langenhagen und Burgdorf wohl wegen der Nähe zu den Kliniken und Fachärzten, die sich in Hannover konzentrieren. Zudem haben beide Städte eigene Kliniken.

Auch mit dem Freizeitbereich kann die Stadt punkten. Vermutlich liegt das an den Vereinen und möglichen Aktivitäten, aber auch an der Lage am Hang mit viel Natur drumherum. Gehrden belegt innerhalb der Region hier den zweiten Platz, ein wenig besser ist nur Barsinghausen. Bundesweit ist das für Gehrden Platz 491. Auch bei der Digitalisierung steht Gehrden relativ gut da: Ein bundesweiter Platz 866 bedeutet bei den Umlandkommunen Rang drei. Besser sind im Umland dort nur Hemmingen und Laatzen. Und auch bei der Bildung landet Gehrden recht weit vorn. Platz fünf in der Region und Platz 1719 bundesweit.

Nachholbedarf hat Gehrden im Vergleich vorwiegend im Bereich Mobilität – bundesweit Platz 3433. Schlechter schneiden in der Region nur Hemmingen und Wennigsen ab. Beim Gehrdener Abschneiden bei der Mobilität macht sich offenbar bemerkbar, dass die Stadt keinen S-Bahn-Anschluss hat und möglicherweise zu wenig Busse fahren. Problem könnten auch fehlende Radwege zwischen den Ortsteilen und eine bisher nicht ausreichende Fahrradverbindung nach Hannover sein.

Gehrdens Bürgermeister Malte Losert reagierte erfreut auf die Ergebnisse: „Die vordere Platzierung beim Gemeindecheck freut mich als Bürgermeister sehr.“ Da zahle sich die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Jahre von Rat und Verwaltung in Gehrden aus. „Wir investieren viel in Bildung und Daseinsvorsorge, das sieht man auch im Ergebnis des Gemeindechecks“, betont er.

Das Rathaus und die Dienstleistungen würden immer digitaler und rund um die Uhr abrufbar. „Nachholbedarf haben wir im Bereich öffentlicher Personennahverkehr“, gibt Losert zu. Die Ortschaften seien größtenteils nicht gut per Bus angebunden. „Da müssen wir ran und werden gemeinsam mit der Region Hannover nach Lösungen suchen“, sagt der Bürgermeister.

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