Deistergemeinde verwandelt sich in eine große Festkulisse
Wie 700 Ehrenamtliche alle drei Jahre ein ganzes Dorf in Bewegung setzen: Ganz Wennigsen macht beim Historischen Freischießen los

Der Kommandierende General Eckhard Rogge nimmt beim Freischießen 2023 die Parade ab (Bild oben).
Wer in diesen Tagen durch Wennigsen fährt, merkt schnell: Etwas Besonderes steht bevor. Vor vielen Häusern wehen Fahnen, Vorgärten sind herausgeputzt und an zahlreichen Ecken wird noch gewerkelt. Die Vorfreude auf das Historische Freischießen ist überall spürbar.

Alle drei Jahre verwandelt sich die Deistergemeinde für vier Tage in eine große Festkulisse. Doch bevor die ersten Kapellen aufspielen und die Parade durch die Straßen zieht, liegt viel Arbeit hinter den Organisatoren. Rund 700 Ehrenamtliche engagieren sich für das Freischießen und investieren unzählige Stunden in Vorbereitung, Planung und Durchführung.

„Mit dem Historischen Freischießen geben wir ein jahrhundertealtes Brauchtum weiter, das von allen Generationen mit viel Spaß und Freude erlebt wird“, sagt Eckhard Rogge vom Verein Historisches Freischießen.

Der organisatorische Auftakt beginnt lange vor dem Fest. Beim sogenannten „Losmachen“ werden die Ämter vergeben und die Schützengesellschaft bildet sich neu. Anschließend übernehmen die Schaffer eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt: Sie sammeln Spenden. Denn das Historische Freischießen finanziert sich ausschließlich durch Spenden sowie Einnahmen rund um das Volksfest.

Die Anforderungen sind dabei enorm. Straßensperrungen müssen organisiert, Sicherheitskonzepte erstellt, Festzelte geplant und die Versorgung von Pferden und Kutschen sichergestellt werden. Auch das traditionelle Festessen sowie zahlreiche Veranstaltungen rund um das Festwochenende benötigen eine sorgfältige Vorbereitung.

Besonders stolz sind die Verantwortlichen auf den generationsübergreifenden Zusammenhalt. Schon Kinder und Jugendliche lernen das Freischießen früh kennen. Vertreter des Vereins besuchen Schulen, stellen die Tradition vor und werben für die aktive Teilnahme. Mit Erfolg: Nachwuchssorgen kennt das Historische Freischießen nicht.

Während des Festes wird die Gemeinschaft besonders sichtbar. An den traditionellen Schwenkestellen auf den Höfen und Grundstücken im Ort danken die Teilnehmer den Unterstützern des Festes. Überall kommen Menschen zusammen, feiern miteinander und halten eine Tradition lebendig, die weit über ein gewöhnliches Volksfest hinausgeht.

Für Eckhard Rogge liegt genau darin die besondere Stärke des Freischießens. „Wennigsen kann was, weil alle an einem Strang ziehen“, sagt er. Und vielleicht ist genau das das Geheimnis des Erfolgs: Dass sich hier ein ganzes Dorf gemeinsam auf den Weg macht.





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