Ein Kreisverkehr für Bobbycars?
Die Klax Kita am Wald soll eine kleine Verkehrswelt bekommen – doch es fehlen noch rund 1.000 Euro

Sascha Küsterbeck und Selina Oberländer vom Förderverein nehmen die Kitaleiterin Lauren Grziwa in die Mitte. foto: privat
Gehrden. Als Selina Oberländer Mitte Januar durch Instagram scrollte, blieb sie an einem Post hängen. Zu sehen war eine Verkehrsübungsstrecke für Kinder. Ein Ort, an dem sie mit Bobbycars, Rollern und Dreirädern spielerisch lernen können, wie man sich im Straßenverkehr verhält. Wenige Monate später steht genau so ein Projekt in Gehrden kurz vor der Umsetzung. Von den benötigten 12.000 Euro sind bereits mehr als 11.000 Euro zusammengekommen. Es fehlen nur noch die letzten zehn Prozent.

Oberländer engagiert sich als Kassenwartin im Förderverein der Klax Kita am Wald. Die Idee eine Verkehrswelt für Kinder zu schaffen, ließ sie nicht mehr los: Auf dem großzügigen Kitagelände neben dem Ro bert-Koch-Krankenhaus soll auf einer Rasenfläche ein Rundkurs entstehen – mit Kreisverkehr, Zebrastreifen, Verkehrszeichen, Parkplätzen und Ampelanlage.

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„Wir sehen schon seit Beginn viel Potenzial in unserer Außenfläche. Die Idee, dort eine Verkehrswelt für die Kinder zu schaffen, ist einfach klasse. Das Engagement des Fördervereins ist außergewöhnlich und schafft etwas Besonderes für unsere Kinder. Wir sind Frau Oberländer und allen Beteiligten dafür überaus dankbar“, sagt Laureen Grziwa, seit einem Jahr Leitung der Klax Kita am Wald.

Für die Kinder soll die Strecke vor allem ein neuer Ort zum Spielen sein: „Die Kinder haben dann eine tolle Strecke, wo sie sich austoben und Rennen fahren können“, sagt die Initiatorin. Und ganz nebenbei geht es auch darum: Rücksicht nehmen, Verkehrszeichen verstehen und potenzielle Gefahren früh erkennen.

Der Weg dorthin war allerdings deutlich steiniger als erwartet.

Am 18. Januar dieses Jahres verschickte Oberländer die ersten E-Mails. Aus einigen wurden viele. Bis heute habe sie rund 500 Unternehmen angeschrieben – zunächst in Gehrden und den umliegenden Orten, später in der ganzen Region. „Von vielen kam leider gar keine Rückmeldung“, erzählt sie. Selbst Absagen seien oft ausgeblieben.

Mehrere Garten- und Landschaftsbauunternehmen zeigten Interesse. Zwei Firmen hätten sich das Gelände sogar angeschaut. Angebote seien jedoch nie gekommen. Die Frustration wuchs.

Die Wende kam erst, als sie Jan Raudonat aus Ronnenberg kennenlernte. Bei einem Treffen vor Ort war der Unternehmer sofort von der Idee begeistert. Noch in derselben Woche legte er ein Angebot auf den Tisch. „Seine Firma hat bei den Planungen unterstützt und soll nun beim Bau der Strecke helfen“, berichtet Oberländer.

Dass das Projekt heute kurz vor der Umsetzung steht, ist letztlich dem Engagement vieler Menschen zu verdanken.

Mehrere Firmen aus Gehrden und der Region haben die Idee des Förderverins bereits durch Spenden unterstützt. „Ohne diese Unterstützung hätten wir das Projekt nie so weit bringen können. Jetzt hoffen wir, dass die letzten Mittel noch zusammenkommen“, betont Oberländer. Der Förderverein dankt allen Spendern – ob Unternehmen, Privatpersonen oder Institutionen – für ihr Vertrauen in die Idee.

Ein Teil der bisherigen Spenden, rund 1.250 Euro, kam über eine Spendenaktion bei GoFundMe zusammen. Einen weiteren Schub brachte ein Flohmarkt auf dem Gehrdener Marktplatz. Dort verkauften Mitglieder des Fördervereins, Eltern und Erzieher Kuchen, Waffeln und Hotdogs. Das Ergebnis überraschte selbst die Beteiligten: An einem Tag kamen mehr als 1.100 Euro zusammen.

Und letzlich reagierten auch zahlreiche Firmen äußerst positiv auf die vielen Mails, die Oberländer geschrieben hatte.

Wenn alles nach Plan läuft, rollen schon im Sommer die ersten Bobbycars durch den Kreisverkehr. Noch fehlen allerdings rund 1.000 Euro.

Doch unabhängig davon, wann die letzten Spenden eingehen, hat das Projekt schon jetzt gezeigt, was ehrenamtliches Engagement bewegen kann. Aus einer Idee auf dem Smartphone wurde innerhalb weniger Monate ein Vorhaben, das viele Kinder noch über Jahre begleiten dürfte.

Wer helfen möchte, kann sich an den Förderverein wenden – per E-Mail an fv.kitaamwald@gmail.com.

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