Derzeit sind die Exponate des Museums nur noch selten zu sehen. Das Gebäude des Museums ist sanierungsbedürftig, gerade haben Handwerker am Schornstein gewerkelt. Demnächst sind noch mehr Arbeiten geplant: Die Bürgerstiftung plant eine grundlegende Sanierung.
Seit rund sechs Jahren ist das Stadtmuseum geschlossen, wegen Brandschutzmängeln und der fehlenden Barrierefreiheit. Aber das soll jetzt anders werden. Die Bürgerstiftung hat mit einem Architekten Pläne erarbeitet, wie das „Alte Brauerei” genannte Gebäude in der Dammstraße künftig aussehen könnte.
Wolfgang Middelberg vom Vorstand der Bürgerstiftung will noch nicht alles verraten. Aber die Pläne des Architekten, der im Auftrag der Stiftung gearbeitet hat, sehen einen neuen Haupteingang zum Süden vor, verrät Middelberg dieser Redaktion. Dazu sei eine Öffnung der Fassade vorgesehen, auch so, dass das Kellergewölbe zu sehen sein werde.
Damit das Gebäude auch für mobilitätseingeschränkte Menschen zugänglich ist, ist ein Aufzug im Westen des Gebäudes vorgesehen, außerhalb des Gebäudes. Mehr möchte die Bürgerstiftung derzeit noch nicht verraten. Konkretere Pläne will die Stiftung bei der Aktion Fahrkultur am Sonntag, 31. Mai, von 10 bis 15 Uhr am Museum zeigen, unter anderem mit einer Präsentation des Architekten.
„Das wird eine spannende Sache, auch im Hinblick auf die Kosten“, sagt Middelberg, der bis zu seiner Pensionierung Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt der Stadt Gehrden war. Eine Kostenschätzung für die Sanierung will er nicht wagen. Nur so viel: „Die zunächst beantragten 750.000 Euro werden nicht reichen“, betont Middelberg.
Die Stiftung ist noch auf der Suche nach Geld, aber zuversichtlich, dass die Finanzierung funktioniert. Es gebe einige Stiftungen und Institutionen, die noch angesprochen werden sollen, sagt Middelberg. Als Beispiele nennt er die Stiftung Denkmalschutz und die Sparkassenstiftung.
Die Stiftung hatte das Gebäude zu Beginn des Jahres vom bisherigen Eigentümer übernommen. Für diesen kam die nötige und umfassende Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage.
„Die Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung läuft optimal“, berichtet Walther Heine vom Heimatbund. Bis die Sanierungsarbeiten starten, will der Verein die bisherige Praxis mit der Öffnung am jeweils letzten Sonntag des Monats fortsetzen. „Wir versuchen ein Zeichen zu setzen, dass das Museum lebt“, betont er. Denn der Vorstand wolle zeigen, dass das Museum weiterlebe.
Mit einer Sanierung des Gebäudes rücke Gehrden dann wieder an die Nachbarstädte, Ronnenberg, Wennigsen und Springe heran, sagt er. Diese Städte hätten jeweils sanierte und dadurch „wunderbare Museen“. Natürlich sei die Zeit wegen der knappen Kassen nicht gerade günstig, sagt er. Deshalb sei er besonders froh, dass sich die Bürgerstiftung dieses Projektes vornehme.
Wann dann das Gebäude fertig saniert ist, können weder Heine noch Middelberg einschätzen. „Wir werden das schnell vorantreiben“, sagt das Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. Er schätzt bis zum Abschluss der Arbeiten einen Zeitraum von „fünf, vielleicht zehn Jahren“.
Was während der Arbeiten mit den Exponaten passiert, ist noch unklar. Zunächst hatte der Heimatbund daran gedacht, die Exponate immer von einem Raum in den anderen zu stellen. Das wird aber wegen der umfangreichen Sanierung voraussichtlich nicht funktionieren. „Wir müssen noch eine Lösung finden“, sagt Heine.
Einst war das Gebäude eine Brauerei. Nach einem Brand wurde es 1665 als Brau- und Wohnhaus neu errichtet. Seit 1975 wird dort auf zwei Etagen eine umfangreiche Dauerausstellung gezeigt – mit Exponaten aus den Bereichen Urgeschichte sowie aus der Historie der Ortschaften, der Vereine, der Feuerwehr und des Handwerks. Es handelt sich um das drittälteste Gebäude der Stadt.
Die Mängelliste ist lang. Vom Dach bis zum ehemaligen Bierkeller müsse alles erneuert werden, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Die alte Brauerei ist ein Einzeldenkmal. „Alte Stilelemente müssen erhalten bleiben, oder sogar wiederhergestellt werden“, berichtet Middelberg.
Nach der Sanierung wird das Gebäude außer dem Stadtmuseum auch das Büro der Bürgerstiftung beherbergen, berichtet Heine. Und es gebe zwar noch keine konkreten Pläne, aber weitere Ideen. Vorstellbar sei etwa ein Café, sagt er.