Die Kita „Nimmerland“ kann im August eröffnen
In Holzbauweise: Die Arbeiten für die Kindertagesstätte in Holtensen haben sich um ein Jahr verzögert.Dafür riecht es jetzt besonders gut – unter anderem.

Noch eine Baustelle: Der Eingangsbereich der Kita ist schon zu erkennen.foto: Stephan Hartung
Holtensen. Das lange Warten soll bald ein Ende finden: Die Kindertagesstätte Nimmerland in Holtensen soll im August 2026 in Betrieb gehen. Das hat Anette Lerch, Leiterin des Fachbereichs Bauen und Umwelt bei der Gemeinde, jetzt während der Sitzung des Wennigser Bauausschusses bekannt gegeben.

Ursprünglich sollte das Gebäude bereits im August 2025 zum Start des damaligen Kita-Jahres fertig sein. Weil sich die Arbeiten aus unterschiedlichen Gründen verzögerten, wurde der Betriebsstart jedoch verschoben – ein neuer Termin war zunächst nicht absehbar. Die Gemeinde hielt sich im Vorjahr noch zurück, peilte damals vorsichtig das erste Halbjahr 2026 an. Nun soll es August und damit weitere sechs Monate später werden.

Das Gebäude hat die Gemeinde überwiegend in Holzbauweise und mit vorgefertigten Modulen errichten lassen. Das sollte nicht nur für einen hohen ökologischen Standard, sondern auch für eine kürzere Bauzeit sorgen. Das Gegenteil war jedoch der Fall: Weil sich die Lieferung der Holzbauteile verzögerte, herrschte monatelang Stillstand auf der Baustelle. Schon zu Jahresbeginn 2025 musste die Verwaltung einräumen, dass der für August angepeilte Eröffnungstermin nicht zu halten sei. Bis Ende 2025, so hoffte man zu diesem Zeitpunkt, sollte der Betrieb jedoch starten – was ebenfalls nicht klappte.

Nun sieht alles besser aus – mit einem Ziel und der Fertigstellung vor Augen. „Wir befinden uns gerade in der reinen Ausbauphase“, sagt Lerch und spricht von einer „sehr guten Ausbauqualität“. Der Inbetriebnahme für August 2026 und damit zum Start des Kita-Jahres 2026/2027 stehe nichts mehr im Wege. „Wir sind sehr zufrieden damit, wie der Stand jetzt ist.“

Was Lerch so positiv stimmt, ist insbesondere die Atmosphäre im Innenbereich des neuen Gebäudes. „Es duftet herrlich nach frischem Holz. Es gibt viele Bereiche, die aus Naturholz sind.“ Außerdem gebe es einige kindgerechte Besonderheiten. „Wir haben große runde Fenster, durch die die Kinder nach draußen gucken können“, berichtet sie. Auch die Empore sei „sehr schön“ geworden. Diese sei als weitere Spielebene vorgesehen.

Der Neubau bietet Platz für 65 Jungen und Mädchen in zwei Kindergartengruppen und einer Krippengruppe. Im Erdgeschoss werden die 15 Krippenkinder betreut, dort sind auch Küche und Essbereich angeordnet. Die Kindergartenkinder ziehen ins Obergeschoss. Zwei Luft-Wasser-Wärmepumpen versorgen die Fußbodenheizung.

Auf das Satteldach kam eine Photovoltaikanlage, die ebenfalls für Verzug sorgte. „Wir mussten sie zweimal neu ausschreiben, weil wir keine Angebote erhalten hatten“, sagt Lerch. Dadurch musste das Baugerüst stehen bleiben – weil es eben dafür benötigt wird, um die Anlage auf dem Dach zu installieren. Das Gerüst stand damit im wahrsten Sinne dem weiteren Fortschritt des Baus im Wege.

Im Juni 2024 erfolgte der erste Spatenstich mit Bürgermeister Ingo Klokemann (SPD), der damals schon betonte, wie wichtig der Neubau für die Kita und das gesamte Team sei: Am bisherigen Standort werde es schnell laut, die Kinder hätten kaum Möglichkeiten, zwischendurch zur Ruhe zu kommen. Auch die provisorisch hergerichteten Flächen für Lager, Personal und Büro galten als Notlösungen.

Die Gemeinde investiert rund 5,6 Millionen Euro, damit die Kita Nimmerland vom maroden Fachwerkbau des früheren Küsterhauses neben der Kirche in den Neubau ziehen kann. Die Kosten bleiben trotz der Verzögerung konstant, versichert Lerch.

Kompromisse musste die Gemeinde beim Außengelände machen. Weil Fahrradständer, ein Unterstand für Kinderwagen und ein Abstellschuppen nicht mehr auf den Außenbereich passen, sollen sie auf dem Grundstück des angrenzenden Dorfgemeinschaftshauses errichtet und aufgestellt werden.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Neubau dank der vormontierten Seitenmodule aus Holz im Herbst 2024 stehen sollte. Innenausbau und Außengelände sollten bis Sommer 2025 folgen. Die Fertigteile, die einen schnellen Baufortschritt versprachen, stellten sich in ihrer Herstellung dann aber als sehr komplex dar. Dadurch seien die Prozesse zwischen den beteiligten Gewerken nicht optimal verlaufen, hieß es damals. Krankheitsausfälle bei den Firmen taten ihr Übriges.

Weitere Gründe für Verzögerungen waren laut Anette Lerch der witterungsbedingte Stopp im Winter wegen Frost. Außerdem gab es archäologische Untersuchungen. „Da wurde zwar nichts Spektakuläres gefunden. Aber die Archäologie musste tätig werden, das ist Vorschrift“, erläutert die Fachbereichsleiterin.

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