Sorgen um junge Wildtiere: Leinenpflicht soll kontrolliert werden
Auch während der Brut- und Setzzeit sind in Ihme-Roloven immer wieder frei laufende Hunde zu beobachten. Jetzt soll der städtische Ordnungsdienst einschreiten.

Wegen der vielen Verstöße am Mühlenweg: Anwohner Jan Maschkowitz unterstützt die Anregung des Ortsrates, auf die vorübergehende Anleinpflicht während der Brut- und Setzzeit mit einem Schild hinzuweisen. Die Stadt soll auch mobile Streifen einsetzen.foto: Ingo Rodriguez
Ihme-Roloven. Es ist eine gesetzliche Vorgabe, die auch für Ihme-Roloven gilt: Vom 1. April bis zum 15. Juli dürfen Hunde in Waldgebieten und offenen Landschaften vorübergehend nicht frei herumlaufen. In der Brut- und Setzzeit soll so verhindert werden, dass Wildtiere und ihre Jungen gestört oder gar gefährdet werden. Nur: In Ihme-Roloven verstoßen zurzeit immer wieder Hundehalterinnen und -halter gegen diese Anleinpflicht. „Die wissen das alle ganz genau, aber viele halten sich einfach nicht daran“, sagt Ortsbürgermeister Hans-Hermann Fricke (CDU).

Anwohner Jan Maschkowitz bestätigt das. Auch anderen Menschen aus dem Dorf sei es zuletzt aufgefallen: „Am Mühlenweg sind immer wieder unangeleinte Hunde unterwegs“, berichtet Maschkowitz. Der zentral gelegene Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus eigne sich auch für Leute aus den umliegenden Ortschaften hervorragend als Ausgangspunkt für eine Gassirunde. Maschkowitz sorgt sich vor allem um das Wohl der Jungtiere: „Junge Rehkitze könnten von freilaufenden Hunden aufgescheucht werden und vor ein Auto rennen“, meint der 51-Jährige.

Über die Beobachtungen und Sorgen wurde auch während der jüngsten Ortsratssitzung berichtet. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung rege der Ortsrat jetzt an, auf die Anleinpflicht mit einem Schild am Mühlenweg hinzuweisen, sagt Ortsbürgermeister Fricke. Außerdem soll die Ronnenberger Stadtverwaltung mit Streifengängen des neuen kommunalen Ordnungsdienstes stichpunktartig die Einhaltung der Regeln überprüfen. Auch über mögliche Bußgelder sei während der Ortsratssitzung gesprochen worden, so Fricke.

Nach Angaben der Stadtverwaltung ist zumindest das Aufstellen eines besonderen Hinweisschildes mit zusätzlichen Komplikationen verbunden. Während der Sitzung des Ortsrates sei ein „Leinenpflichtschild für ein Wildschongebiet“ gewünscht worden, heißt es auf Nachfrage dieser Redaktion. Dafür müsse aber zunächst geprüft werden, ob es möglich sei, in diesem Bereich überhaupt ein Wildschongebiet einzurichten. Dies wiederum erfordere zusätzliche Informationen des betroffenen Jagdpächters. Dieser wisse am besten, wo das Wild zu finden sei und ob es notwendig sei, dort ein Wildschongebiet auszuweisen, teilt eine leitende Verwaltungskraft mit.

Ein wichtiger Hintergrund: In ausgewiesenen Wildschongebieten müssen Hunde meist ganzjährig an die Leine. In der gewöhnlichen Feldmark und in Waldgebieten dürfen Hunde jedoch außerhalb der Brut- und Setzzeit frei herumlaufen. Auf Verstöße gegen die vorübergehende Anleinpflicht will die Stadtverwaltung nach den Hinweisen aus Ihme-Roloven aber achten – auch im Rahmen mobiler Streifen. Der kommunale Ordnungsdienst werde im Rahmen verfügbarer Kapazitäten „temporär“ die Einhaltung der Anleinpflicht überprüfen, kündigt die Verwaltung an. Im Fall von Ordnungswidrigkeiten sollen auch Bußgelder verhängt werden.

Ortsbürgermeister Fricke beschreibt Ihme-Roloven vor diesem Hintergrund als viel genutztes Naherholungsgebiet: „Wir haben das Bürgerholz und auch eine große Feldmark, die sogar Menschen aus umliegenden Orten zum Gassigehen mit ihren Hunden anzieht.“

Anwohner Maschkowitz äußert sich zu einem Hinweisschild und den angekündigten Kontrollen beschwichtigend: „Es geht doch nicht darum, Stimmung gegen Hundehalter zu machen.“ Vielmehr seien die Maßnahmen aus seiner Sicht als „eine Bitte um mehr Rücksichtnahme“ zu verstehen.

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