Peter Pan mal vier
Theatergruppe des MCG bringt die Geschichte auf besondere Weise auf die Bühne

Peter Pan hebt ab: 50 Jugendliche des Matthias-Claudius-Gymnasiums bringen neues Stück auf die Bühne.Foto: Fred Ritzer
Gehrden. Mit einer fantasievollen Neuinterpretation der Geschichte von Peter Pan hat sich die Fachgruppe Darstellendes Spiel des Matthias-Claudius-Gymnasiums Gehrden (MCG) in diesem Jahr erneut ein großes Theaterprojekt vorgenommen. Unter der Regie von Fred Ritzer und Ludger Deters entsteht eine eigene Bühnenfassung des Klassikers – mit viel Fantasie, Gefühl und klarer Botschaft: Gemeinsam ist man stärker.

Ungewöhnlich: In der Inszenierung gibt es nicht nur einen Peter Pan, sondern gleich vier. Zwei junge Frauen und zwei junge Männer verkörpern jeweils die berühmte Figur aus Nimmerland. Jeder und jede übernimmt dabei eine andere Seite der Figur – vom verspielten Kind bis zur ernsten, innerlich zerrissenen Persönlichkeit. Gemeinsam zeigen die Jugendlichen die Widersprüche des Erwachsenwerdens.

Julian Thomas (18) sieht Peter Pan als Verbindung zwischen Realität und Nimmerland und betont den Widerstreit zwischen dem Erwachsenwerden und dem Wunsch, ein Kind zu bleiben. Amelie Fehse (17) zeigt die reifere, oft genervte Seite der Figur und thematisiert Überforderung und Wut. Daniel Michler (17) schätzt die Vielseitigkeit der Rolle und die gemeinsame Entwicklung der Figur im Ensemble. Neeltje Wellhausen (18) verkörpert den verrückten und verspielten Peter Pan und betont: „Zusammenspiel ist alles.“

Elisa Bake spielt Captain Hook, den Gegenspieler von Peter Pan und Anführer der Piraten. Besonders reizt die 17-Jährige die Komplexität der Figur: „Die Rolle gibt mir viel Raum, mich auszuprobieren und weiterzuentwickeln.“ Auch das Miteinander im Ensemble hebt sie hervor. Die gemeinsame Arbeit sei geprägt von Motivation, gegenseitiger Unterstützung und einem starken Gemeinschaftsgefühl – auf und hinter der Bühne.

Die Idee für die vier Peter Pans entstand während der Probenarbeit. „Es gab diesmal unglaublich viele talentierte Schülerinnen und Schüler“, erzählt Regisseur Ritzer. „Deshalb habe ich den Text mehrfach angepasst, damit noch mehr echte Rollen entstehen konnten.“ Gleichzeitig sollte auch die Besetzung geschlechtergerecht gestaltet werden.

Dass überhaupt „Peter Pan“ gespielt wird, geht ebenfalls auf die Jugendlichen zurück. „Ich hatte eigentlich ein anderes Märchenstück im Auge“, sagt Ritzer schmunzelnd. „Aber die Schülerschaft hat mich überstimmt.“ Gerade Märchen- und Fantasiefiguren eigneten sich besonders gut für junge Schauspielerinnen und Schauspieler. „Die Rollen bieten einen leichten Zugang. Die Jugendlichen können sich unbeschwert verwandeln und kommen schnell ins wirkliche Spielen.“

An der Produktion arbeiten zwei Kurse des zwölften Jahrgangs mit insgesamt rund 50 Schülerinnen und Schülern mit. Alle sollen im Laufe des Stücks auf der Bühne zu sehen sein – auch diejenigen, die zusätzlich Aufgaben in Technik, Bühnenbild oder Regieassistenz übernehmen. Geprobt wird bereits seit Beginn des Schuljahres, der Feinschliff erfolgt während der Theater- und Musikprobenwoche vom 18. bis 22. Mai auf der Wewelsburg.

Damit die Zusammenarbeit in diesem Jahr besonders gut funktioniert, übernimmt Zwölftklässlerin Gina Arlt eine wichtige Rolle hinter den Kulissen. Als Regieassistentin fungiert sie als Bindeglied zwischen Lehrkräften und Schülerschaft.

Auch aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres habe man gelernt. Die Entscheidung für ein eher leichtes und fantasievolles Stück habe zwar nichts mit früheren Problemen zu tun, betont Ritzer. Dennoch seien Kommunikation und Transparenz stärker in den Fokus gerückt. Wichtig sei vor allem gewesen, möglichst viele Jugendliche aktiv einzubinden.

Die Aufführungen beginnen am Mittwoch, 10. Juni (Premiere), Freitag, 12. Juni, sowie am Dienstag, 16. Juni, jeweils um 18 Uhr in der Aula des MCG. Der Eintritt ist frei, Einlass ist 20 Minuten vor Beginn. Spenden für die Arbeit der Fachgruppe Darstellendes Spiel sind willkommen.

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