Elisabeth Sennewald ist eine von 25 Menschen und Initiativen, die die Region Hannover für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet hat. Im April bekam sie in einer Feierstunde vom Ersten Regionsrat Jens Palandt die Ehrenmedaille und eine Urkunde.
Die Region ehrt Sennewald für ihren „verlässlichen Einsatz für das Gemeinwohl“ in ganz Gehrden und natürlich in Ditterke, wo sie mit ihrem Mann wohnt. Hier war sie erst am Morgen gestartet, um die junge Frau aus Syrien zu ihrem Praktikumsplatz zu bringen und ihr den nicht einfachen Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hannover zu erklären. Das macht der „Engel von Ditterke“, wie Elisabeth Sennewald inzwischen von einigen Menschen im Ort genannt wird.
„Das ist alles nicht so einfach, wenn man auf den Bus angewiesen ist“, berichtet sie. Zum Beispiel gehe es damit los, dass viele Busse am Morgen nur Schülerinnen und Schüler mitnehmen. „Wir haben uns die Haltestellen angeschaut, damit sie das alles besser findet“, sagt Sennewald. Denn die Chance, sich bei dem Praktikum in einem Kindergarten zu beweisen, wolle sie nutzen.
„Man kann die Menschen ja nicht alleine lassen, wenn sie Hilfe brauchen“, sagt die 75-Jährige. Deshalb kümmert sie sich auch um alte Menschen im Dorf, erledigt Einkäufe, hilft bei Problemen mit Behörden oder lädt einsame Menschen einfach mal zu Kaffee und Kuchen auf der Terrasse ein.
Begonnen hat Sennewald mit ihrem ehrenamtlichen Engagement vor zehn Jahren, als sie in den Ruhestand gegangen ist. Sie hatte eine Freundin, die bei der Tafel in Gehrden mitgearbeitet hat, und fragte, ob sie sich dort auch engagieren könne. Die Freundin hatte ihr dann das Kreativ-Café Gehrden empfohlen, eine Einrichtung der Kirchengemeinde.
Dort lernte sie dann unter anderem die Frau kennen, um die sie sich jetzt noch kümmert. Und deren Weg in ein selbstständiges, gut integriertes Leben in Deutschland sie fördert. Dabei scheut sich die eigentlich eher ruhige und zurückhaltende Frau nicht, auch einmal mit der Faust auf den Tisch zu hauen, zum Beispiel bei der Ausländerbehörde. „Das hilft“, sagt sie.
Gern kümmert sie sich auch um Kinder, die nicht die besten Bildungsvoraussetzungen haben. „Die ersten, mit denen ich angefangen habe, machen jetzt gerade Abitur“, berichtet sie stolz. Und vieles anderes kommt dazu, sei es die monatliche Teestunde in Ditterke, ihr Engagement in der Kirchengemeinde oder die aktive Beteiligung bei Dorffesten.
Bei allem Engagement beschäftigt Sennewald, warum unter den jüngeren Leuten eher ein geringes Interesse an ehrenamtlicher Arbeit herrscht. Es sei schade und tue der Gesellschaft nicht gut, meint Sennewald. Aber immer, wenn sie jemanden anspreche, werde geblockt. Und mit der geringen Zeit argumentiert.
Die ausgezeichneten Personen, Vereine und Projekte wurden von den Kommunen, den Mitgliedern der Regionsversammlung und den Dezernentinnen und Dezernenten der Regionsverwaltung vorgeschlagen und von Mitgliedern der Regionsversammlung und -verwaltung ausgewählt.
In Gehrden hat die Region außerdem das Engagement rund um das Dorfhaus Benthe und die Ehrenamtlichen im Mehrgenerationenhaus Gehrden ausgezeichnet.