Was braucht das Delfi-Bad für die Zukunft?
Dringend nötige Sanierungen und Modernisierungen mussten wegen geplanter Dreifeldsporthalle warten. Jetzt sollen Experten die zwei Jahre alte Machbarkeitsstudie erneuern.

Gehrden. Ob Schulen, Sporthallen und bald auch das Delfi-Bad – in Gehrden gibt es aktuell viele Bautätigkeiten. Im Fokus steht dabei mal wieder das Hallenfreibad an der Lange Feldstraße. Dass das 1963 eröffnete Bad sanierungsbedürftig ist und modernisiert werden muss, steht außer Frage. Vor fast zwei Jahren erörterte bereits eine Machbarkeitsstudie, welche Veränderungen nötig sind und umgesetzt werden können. Was ist daraus geworden?

Das Ergebnis der Studie lautete damals: Die Wasserfläche im Außenbereich ist zu groß für die durchschnittliche Anzahl der Besucher pro Jahr – abzüglich der wenigen heißen Tage. Mehr Wasserfläche bedeutet auch mehr Technik, um das Wasser aufzubereiten. Eine Verkleinerung der Wasserfläche sollte genutzt werden, um für mehr Attraktivität zu sorgen, beispielsweise mit einer Rutsche, einer Verkürzung der 50-Meter-Bahnen und dem Einbau von breiten Treppen.

Passiert ist bis heute nichts. „Wir mussten uns erst mal auf die neue Dreifeldsporthalle konzentrieren. Das ist eine Pflichtaufgabe für den Schulsport und hat höhere Priorität“, erklärt Gehrdens Bürgermeister Malte Losert (parteilos). Denn die Sporthalle entsteht auf einem Teil des Delfi-Bad-Geländes. „Wir wollen damit erst mal loslegen.“ Aktuell laufe das Ausschreibungsverfahren, ein Generalunternehmer soll gefunden werden. „Wir sind noch am Anfang, von der Sporthalle wird man dieses Jahr noch nichts merken.“

Dennoch habe die Stadt, die das Delfi-Bad als eine freiwillige Leistung betreibt und damit jährlich ein Minus von rund 650.000 Euro einfährt, weiterhin im Blick. Die Verwaltung möchte in den nächsten Tagen den Prozess aus dem Jahr 2024 wiederholen und eine neue Machbarkeitsstudie ausschreiben – auf Wunsch der Mitglieder im Gehrdener Stadtrat. „Wir möchten dann erfahren, wo die Schwachstellen des Bades sind“, sagt Losert.

2003 erfolgte der letzte große Um- und Anbau. Das Delfi-Bad war damals für sechs Wochen geschlossen und erhielt im Innenbereich ein Kinder- und ein Jugendbecken. Im Juli 2018 kam bei Wartungsarbeiten zutage, dass große Flächen des Hauptbeckens im Hallenbad von Wasser unterspült und unterhalb zerstört waren. Sämtliche Boden- und Wandfliesen mussten entfernt und ein Edelstahlbecken eingebaut werden. Hinzu kamen weitere Modernisierungen.

Das Delfi-Bad wird im Sommer 63 Jahre alt. Ist die Zeit des Hallenfreibads womöglich abgelaufen? „Wir hoffen nicht, dass es so alt ist, dass man es nicht mehr erhalten kann. Dazu soll es jetzt von dem Planungsbüro komplett begutachtet werden“, sagt Losert. Im Herbst erhoffe man sich erste Ergebnisse. „Dann hat der neue Rat gleich eine Aufgabe, sich darum zu kümmern“, sagt der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf die Kommunalwahl im September.

Wo die größten Probleme liegen, ist im Rathaus bekannt. Losert zählt auf: keine Unterwasserfläche, wenig Attraktivität, die Hülle wegen des Einflusses von Chlor und Feuchtigkeit zu anfällig, die Technik nicht auf dem neuesten Stand, eine energetische Sanierung dringend notwendig. „Und wegen der veralteten Technik wird es immer schwerer, Ersatzteile zu bekommen. Also: Irgendwas müssen wir machen.“

Aber zunächst hat die Sporthalle Vorrang. „Die Halle kommt dorthin, wo sich auf dem Badgelände eine tote Ecke befindet, das ist keine Hauptliegefläche“, sagt der Bürgermeister und betont nochmals: „Den Flächenverbrauch beziehen wir mit ein. Daher macht es Sinn, die Projekte Sporthalle und Delfi-Bad aufeinander aufzubauen, mit einem Schritt nach dem anderen – und nicht parallel und gleichzeitig.“

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