Startschuss für neues Feuerwehrhaus in Lemmie
Spatenstich für die neue Ortsfeuerwehr Lemmie erfolgt.Schon 2027 soll das drei Millionen Euro teure Gebäude stehen.

Lemmie. Startschuss für das neue Feuerwehrgebäude: In Lemmie ist am Mittwochnachmittag vor großem Publikum der Spatenstich erfolgt. Die Stimmung war locker, sogar ein Grill wurde aufgebaut. Die zahlreichen Besucher der Veranstaltung, darunter Feuerwehrmänner und -frauen der freiwilligen Feuerwehren Lemmie, Redderse und Leveste, erwarteten den offiziellen Start des Millionenprojekts gespannt. Gehrdens Bürgermeister Malte Losert setzte gemeinsam mit den Ortsbrandmeistern und Bauleiterin Katrin Beckers zum Spatenstich an. Letztere hat eine ganz persönliche Verbindung zu dem Bauprojekt.

Dass der Spatenstich nur einen symbolischen Zweck hat, wurde an dieser Baustelle besonders deutlich: Die Rohbau- und Fundamentarbeiten für das drei Millionen Euro teure Projekt sind bereits im vollen Gange. Im ersten Halbjahr 2027, also schon kommendes Jahr, soll auf der 2000 Quadratmeter großen Fläche ein zweigeschossiges Feuerwehrhaus mit Schulungsraum, Sanitäranlagen, Sozialbereich, Teestube und Fahrzeughalle mit Platz für zwei Fahrzeuge entstehen. Für die freiwillige Feuerwehr Lemmie ist der Umzug in neue Räumlichkeiten auch dringend notwendig, wie Ortsbrandmeister Martin Walter berichtete.

Das 1986 zum Gerätehaus umgebaute Gebäude am Gehrdener Kirchweg, in dem die Ortsfeuerwehr Lemmie bislang verweilt, werde wegen fehlender gesetzlicher Vorgaben und Anforderungen schon seit dem Jahr 2000 von der zuständigen Feuerwehr-Unfallkasse nur noch als „geduldet“ eingestuft, berichtete Walter. Ein weiteres Manko: Die bisherige Fahrzeughalle diene den Feuerwehrmännern und -frauen derzeit als einziger Ort zum Umziehen – das sei allerdings nur möglich, wenn das Fahrzeug zunächst aus der Halle herausgefahren werde. Nach 26 Jahren der Strapazen sind Walter und sein Team daher umso glücklicher über den bevorstehenden Umzug in die neuen Räumlichkeiten. „Wir hoffen, dass dieses Haus hier schon bald mit Leben gefüllt werden kann“, sagte Walter.

Bereits 2020 wurde der neue Standort an der Ecke Deisterstraße/Am Steerfeld für den Bau auserkoren. Die bisher für landwirtschaftliche Zwecke genutzte Fläche musste von der Stadt zunächst erworben, im Anschluss der Flächennutzungsplan geändert werden. Da die Fläche aufgrund des Landschaftsschutzgebietes dennoch begrenzt ist, wurde sich für die zweigeschossige Variante entschieden. Bauingenieurin Katrin Beckers vom leitenden Architekturbüro Shift erläuterte, wo die einzelnen Gebäudeteile später stehen sollen.

Der zweigeschossige Bereich wird als Sozialtrakt errichtet, die anliegende Fahrzeughalle soll massiv aus Stahlbeton gebaut werden. Auch eine schicke Holzfassade sowie ein großes Panoramafenster mit Blick über die weite Fläche soll es hier geben. Hinter dem geplanten Parkplatz ist auf der Rückseite des Gebäudes zudem eine zweigeteilte Lärmschutzwand geplant. Das wichtigste Ziel: „Das Haus soll sich gut in den Ort integrieren, und nicht wie ein Fremdkörper wirken“, sagte Beckers. Für sie ist das Bauvorhaben nicht nur aufgrund des innovativen Konzepts ein Herzensprojekt.

Beckers wird das Projekt über den gesamten Bauprozess als Bauleiterin betreuen. Und das hat einen guten Grund: Sie lebt selbst mit ihrer Familie in Lemmie, wenige Straßen von der Baustelle entfernt. „Für mich ist das super praktisch. So kann ich auf dem Weg zum Büro morgens direkt hier vorbeischauen“, sagte sie. Das Feuerwehrgebäude sei für sie ein echtes Herzensprojekt. Auch deshalb, weil sie selbst als Feuerwehrfrau bei der freiwilligen Feuerwehr tätig ist.

Bürgermeister Losert hofft, dass die geplanten Baukosten von drei Millionen Euro aufgrund der enormen Preissteigerungen im Baugewerbe gehalten werden können. Was mit dem alten Feuerwehrhaus am Gehrdener Kirchweg geschehen soll, sei weiterhin unklar. Aktuelle Pläne gibt es derzeit keine.

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