Anwesend waren neben den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge neun und zehn aus der Lisa-Tetzner-Schule, dem HAG und der KGS Barsinghausen auch Vertreterinnen der Initiative Omas gegen Rechts. Diese hatten die Lesung angestoßen, um insbesondere Erstwählende für die Gefahren extremistischer und undemokratischer Gruppierungen zu sensibilisieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von den Schülern Cedric und Karen aus der Q2, die mit einigen Fragen in das Gespräch einleiteten.
In seiner Lesung berichtete Springfeld eindrücklich von seinen Erfahrungen in Zwickau. Anhand von Auszügen aus seinem Buch „Unter Nazis; Jung, ostdeutsch, gegen Rechts“ zeigte er, wie präsent die Neonazi-Szene bereits in seiner Jugend war und wie stark Hass und Gewalt seinen Alltag beeinflussten.
Besonders bewegend war der Moment, als Springfeld die langen Namenslisten am Anfang seines Buches erklärte: Sie enthalten die Namen von Menschen, die seit 1990 durch rassistisch motivierte Gewalt in Deutschland getötet wurden. Exemplarisch stellte er die Geschichte des 2001 in Hamburg ermordeten Süleyman Taşköprü vor und kritisierte dabei auch das Vorgehen der Behörden.
In der anschließenden Fragerunde nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, persönliche und aktuelle Fragen zu stellen, etwa zur sogenannten „Brandmauer“, zum Erfolg der AfD oder zu Springfelds Einschätzung der politischen Zukunft Deutschlands.
Zum Abschluss rief die Schulleiterin Silvia Bethe die Anwesenden dazu auf, sich zu engagieren: „Ihr merkt, da steckt Sprengstoff drin. Ihr werdet im Politikunterricht Gelegenheit haben, weiter darüber zu diskutieren.“ Zum Abschluss schloss sie sich Springfelds Plädoyer an: „Tut etwas, engagiert euch für unsere Demokratie!“ Finanziert wurde die Veranstaltung von der Stadtsparkasse Barsinghausen, dem Kirchenkreis Ronnenberg sowie der Initiative „Barsinghausen ist bunt“.