Nervige Holperpisten
Mehrere Straßen in Barsinghausen sind in einem schlechten Zustand.Sanierung der Kaltenbornstraße auf dieses Jahr vorgezogen.

Hier wird es ruckelig: An der Kaltenbornstraße geht es bergab - auch mit dem Zustand der Straße.fotos: Thore Kessal
Barsinghausen. Wer mit dem Auto in Barsinghausen unterwegs ist, braucht nicht nur starke Nerven, sondern auch starke Reifen und Stoßdämpfer. Viele Straßen sind übersät mit Rissen und Schlaglöchern, entsprechend ruckelt es beim Drüberfahren. Sanierungsbedürftige Abschnitte wurden zuletzt oftmals nur notdürftig geflickt und sehen deswegen ziemlich heruntergekommen aus. Diese drei Straßen sind aktuell die schlimmsten in Barsinghausen:

Auf der L391, die sich einmal quer durch die Stadt vom Bahnhof in Egestorf bis zur B65 in Bantorf zieht, sind Autofahrende an fast keiner Stelle vor Straßenschäden sicher. Auf Höhe von Penny gehören tiefe Schlaglöcher auf Barsinghausens Hauptverkehrsader beispielsweise zum Straßenbild. Wer da zu nah am Bordstein entlangfährt, wird regelrecht durchgeschüttelt.

Das optische Erscheinungsbild warnt Autofahrende bereits vor und sagt einiges darüber aus, wie es zuletzt mit der maroden L391 so gelaufen ist. Die Grautöne wechseln überall dort, wo Schäden bereits mehr oder weniger gut ausgebessert wurden. Somit gleicht die Straße einem trostlosen Flickenteppich.

Zwischen Barsinghausen und Hohenbostel wurden einige Schlaglöcher jüngst „gestopft“, die Oberfläche wurde dabei aber nur oberflächlich bearbeitet – und das Geruckel ist deswegen beim Drüberfahren immer noch da. Ein Lichtblick aber: Dank der neuen Ausbesserungen darf in Hohenbostel inzwischen zumindest wieder Tempo 30 gefahren werden – Tempo 10 wurde auf diesem Abschnitt aufgehoben. Runter vom Gas muss man wegen der schlimmen Straßenschäden auch zwischen Bantorf und Hohenbostel, hier gilt aktuell Tempo 70 statt 100.

Auch wenn das vielleicht nicht der kaputteste Abschnitt ist: Die Sanierung der maroden L391 in Barsinghausen soll dieses Jahr in einem ersten Teilbereich angegangen werden. Wie die Landesstraßenbaubehörde angekündigt hat, wird 2026 die Ortsdurchfahrt in Egestorf (Wennigser Straße) ab Höhe Bahnübergang bis kurz vor Aldi an der Einmündung zur Stoppstraße gemacht. Das sind etwa 1,6 Kilometer. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf etwa 850.000 Euro.

Die Stadt Barsinghausen hat inzwischen ihrerseits erste Vermessungsarbeiten innerorts auf der L391 durchgeführt, um parallel auch schon mal die notwendige Sanierung der Stoppstraße voranzubringen. Die Stadt übernimmt dabei zunächst die Kosten der Vermessungsarbeiten und geht damit in finanzielle Vorleistung gegenüber der Landesstraßenbaubehörde. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie die entstandenen Kosten vom Land anteilig zurückerstattet bekommen.

Die Sanierung der maroden Kaltenbornstraße in Barsinghausen ist auf dieses Jahr vorgezogen worden. Der Vorentwurf soll möglichst bis Mitte Mai fertig sein, danach ist eine Anliegerversammlung geplant. Verzögert sich das Verfahren nicht, könnte der Rat darüber im Juni entscheiden.

Bei der Kaltenbornstraße in der Barsinghäuser Kernstadt ist der Unterbau so marode, dass sie ganz neu aufgebaut werden muss. Dazu gehören auch neue Regen- und Schmutzwasserkanäle. Die Straße zieht sich vom westlichen Ende der Fußgängerzone bis hinauf zum Waldrand. In vielen Bereichen befinden sich Unebenheiten und tiefe Schlaglöcher. Auszuweichen ist aber nicht einfach. Denn die Straße ist recht schmal und parkende Autos am Rand machen sie mitunter noch enger. Ein sicheres Fahren ist auch für Fahrradfahrer nicht möglich. Auch die Gehwege sind in einem schlechten Zustand oder teilweise gar nicht erst vorhanden.

Wenn die Straße saniert wird, soll auch der parkende Verkehr neu organisiert werden. Angekündigt seitens der Stadtverwaltung für dieses Jahr ist der erste Bauabschnitt für den Ausbau der Kaltenbornstraße (Hünerberg). Insgesamt unterteilt sich das Vorhaben in drei Bauabschnitte, die für die Jahre 2027 und 2028 geplant sind.

Im Stadtteil Groß Munzel können die Bewohner inzwischen Lieder von der L392 singen, wohl aber keine Loblieder. Die Straßenschäden auf dem Abschnitt vor der Sportanlage des TSV Groß Munzel sind so massiv, dass auch hier zwischenzeitlich Tempo 10 galt. Zwar reagierte die zuständige Landesstraßenbaubehörde und ließ einige der besonders tiefen Schlaglöcher nun stopfen, wodurch Autos inzwischen wieder wie im Rest des Ortes Tempo 30 fahren dürfen. Aber zufrieden ist nach wie vor niemand.

Denn die Fahrbahnoberfläche ist weiterhin äußerst uneben, wodurch es beim Fahren ordentlich ruckelt und klappert. Darunter leiden nicht nur die Reifen, sondern auch die Ohren der Anwohner. Die Lkw, die pausenlos durch den Ort donnern, verstärken dieses Problem und verschlechtern die Beschaffenheit des schmalen Abschnitts weiter. Weitere Ausbesserungen sind laut Baubehörde jedoch nicht vorgesehen. So bleibt es auf der L392 ein Geduldsspiel, für Autofahrer und Anwohner.





Druckansicht