Brandruine blockiert Neubaupläne
Nach Großfeuer in Empelde ist zerstörtes Sportparkrestaurant noch immer nicht abgerissen

Brandruine als Hinderniss für einen Sportheim-Ersatzbau: Der verwüstete Eingang des Sportparkrestaurants erinnert unverändert an den Großbrand, bei dem auch das Vereinsheim von Tus und Borussia Empelde zerstört wurde.foto: Ingo Rodriguez
Empelde. Nur noch eine Brandruine ist übrig geblieben. Das Sportparkrestaurant auf dem Gelände der Bezirkssportanlage in Empelde kann nicht mehr saniert werden. Allerdings lässt der Abriss des Gebäudes weiter auf sich warten. Zweieinhalb Jahre nach dem Großbrand, bei dem auch das Vereinsheim von TuS und Borussia Empelde zerstört wurde.

Zwar plant die Stadt Ronnenberg einen Neubau für die bereits abgerissene Unterkunft der beiden Vereine. Doch dieses Vorhaben wird von der verbliebenen Brandruine des Hotelrestaurants blockiert. „Es ist unsinnig, neben der Ruine einen neuen Umkleidetrakt zu bauen, wenn wir nicht wissen, wie es drumherum weitergeht“, erklärt der städtische Fachbereichsleiter Frank Schulz.

Im Oktober 2023 hatte nach den Erkenntnissen der Polizei ein technischer Defekt im Sportparkrestaurant einen Kabelbrand verursacht, durch den das Feuer ausgebrochen war. Die Flammen griffen auch auf das städtische Sportheim über. Zerstört wurden nicht nur das Domizil der beiden Vereine, sondern auch eine Kegelbahn und ein Schießstand. Die Stadtverwaltung ließ das ausgebrannte Sportheim aus Sicherheitsgründen zeitnah abreißen. Für die Vereine fand sie vorübergehend Ausweichquartiere: die benachbarte Ballsporthalle als Umkleide und Container als Lagerräume.

„Ein Gutachter hat die Bodenplatte des abgerissenen Sportheims nach einer Schadstoffuntersuchung schon Ende 2023 für einen Neubau freigegeben“, berichtet Fachbereichsleiter Schulz. Allerdings hatte die Stadt die Immobilie des Hotelrestaurants 2008 verkauft – samt Schießstand und Kegelbahn. Für das Gebäude in Privatbesitz laufe derzeit ein Zwangsversteigerungsverfahren, sagt Schulz. „Es ist nicht sanierbar.“ Die Stadt plant demnach, die brandgeschädigte Nachbarimmobilie zu erwerben. Für den Kauf gibt es auch schon eine „Haushaltsposition“. Die Verhandlungen dauern aber an.

Auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Grundstück soll laut Schulz nicht nur ein neues „Funktionsgebäude“ als Ersatz für die Sportvereine entstehen. Der Standort sei nach dem geplanten Ankauf der Erweiterungsfläche (und einem Abriss) auch geeignet, um dort für die KGS Ronnenberg zusätzliche Räume einzurichten – für verschiedene Zwecke, etwa im sozialpädagogischen Bereich. „Eine Entwurfsplanung der Gebäudewirtschaft gibt es aber noch nicht“, erläutert Schulz. Vor dem vollzogenen Erwerb der angrenzenden Fläche sei eine Planung nicht sinnvoll.

Die Verhandlungen verlaufen aber offenbar zäh. Schon unmittelbar nach der Versicherungsentschädigung für das abgebrannte Sportheim habe die Stadt dem Privateigentümer ein erstes Kaufangebot unterbreitet, berichtet Schulz. Das habe dieser jedoch zurückgewiesen. Im vergangenen Jahr gab es ein neues Angebot seitens der Stadt.

Laut Schulz bestehen mehrere Möglichkeiten: „Entweder kaufen wir die Immobilie, so wie sie ist – nach dem Verkehrswert aus dem Gutachten für die Zwangsversteigerung.“ Dann übernehme die Stadt den Abriss und ziehe die Entsorgungskosten vom Kaufpreis ab. Wenn der Eigentümer den Rückbau selbst erledige, wolle die Stadt das reine Grundstück für einen anderen Preis kaufen. Jetzt hänge alles davon ab, wie der Eigentümer sich verhalte. „Wenn wir uns handelseinig werden, könnte schon in diesem Halbjahr die Grobplanung für den Neubau beginnen“, kündigt Schulz an.

Was die Stadt an dem Standort baurechtlich umsetzen kann, orientiert sich nach den Worten des Fachbereichsleiters daran, welche öffentlichen Zwecke der Neubau bedienen soll. „Nach einer Abstimmung mit den Vereinen könnte erst einmal ein Umkleidetrakt entstehen“, meint Schulz. Zudem sollen mögliche Synergien für weitere städtische Nutzungszwecke auf dem Grundstück geprüft werden. Eine Immobilie für eine gewerbliche Nutzung – mit einem Verpachtungsmodell, etwa für Gastronomie – sei aber nicht geplant.

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