Der große Andrang auf den 26. Juni scheint allerdings – mindestens in Wennigsen – eine Ausnahme zu sein. „Es lässt sich eine abnehmende Zahl von Trauungen feststellen“, sagt Bürgermeister Ingo Klokemann (SPD) auf Nachfrage. Waren es 2020 noch knapp über 80 Trauungen im Jahr, ist deren Zahl nach Auskunft der Gemeinde bis 2025 kontinuierlich auf weniger als 60 gesunken. Rund ein Drittel der Paare komme nicht aus Wennigsen, sagt Klokemann.
Derzeit gibt es noch vier Trauzimmer in Wennigsen: im Rathaus, im Heimatmuseum, im Spritzenhaus und im Corvinus-Zentrum Wennigser Mark. Das Trauzimmer im Rathaus, das Platz für 21 Personen bietet, steht laut Verwaltung ohne Extrakosten zur Verfügung. Dass das Kaminzimmer des Johanniterhauses wieder zur Verfügung steht oder wieder Open-Air-Trauungen auf dem Widdergut möglich sind, ist laut Klokemann nicht zu erwarten. „Weitere Ideen sind vorhanden“, sagt der Bürgermeister. Sie befänden sich aber noch in einem „nicht spruchreifen“ Stadium.
In die „Gute Stube“ des Heimatmuseums passen 17 Personen. Die Nutzung kostet 230 Euro. Im Erdgeschoss befindet sich zudem die „Calenberger Amtsstube“, wo bis zu 30 Personen für eine Gratulationsrunde Platz fänden. Trauungen im Heimatmuseum gibt es bereits, seit das Museum vor über 50 Jahren eröffnet wurde. In den vergangenen 15 Jahren waren es bis zu acht pro Jahr.
Neu ist das Trauzimmer im Kunsthandwerkzentrum Spritzenhaus. Er befindet sich im Erdgeschoss und ist mit nur einer Stufe fast barrierefrei zugänglich. Das Zimmer bietet ebenfalls Platz für 17 Personen, die Nutzung kostet 250 Euro. Der 26. Juni fällt jedoch in die Sommerpause des Spritzenhauses. Zudem sieht Eckhard Grimm, der Vorsitzende des Trägervereins, einen aktuellen Nachteil für den Trauungsort. „Die Leute werden durch die Baustelle abgeschreckt“, sagt er mit Blick auf den angrenzenden Feuerwehrplatz. Die Arbeiten dauerten wohl noch bis Ende 2027, das wirke sich nachteilig auf die Buchungen aus.
Dieses Jahr können auch erstmals Trauungen im Corvinus-Zentrum in der Wennigser Mark stattfinden. Die Nutzung kostet 150 Euro, plus 100 Euro Kaution. „Bei uns besteht die Möglichkeit, nach der Trauung hier zu feiern”, sagt Klaus Horstmann, der Vorsitzende des Fördervereins. Bis zu 100 Personen könnten bei der Trauung teilnehmen. „Wir haben die Küche dabei, bis zu 60 Personen könnten hier an Tischen essen”, erläutert Horstmann.
Am 26. Juni – und auch an anderen Tagen im Jahr – findet unter dem Motto „#einfachheiraten“ eine bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche statt. An diesen Tagen können Paare unkompliziert und oft spontan ohne lange Vorbereitung kirchlich heiraten oder sich segnen lassen. Die Wennigser Marien-Petri-Gemeinde beteiligt sich jedoch aus nicht näher bekannten Gründen nicht an der Aktion. Wer sich in Wennigsen kirchlich trauen lassen möchte, bekommt weitere Informationen direkt im Gemeindebüro, Klosteramthof 3.