Ehrenbürgerin kritisiert Aus der Jugendwerkstatt LABORA
Strusz und Täger warnen vor Folgen für benachteiligte Jugendliche in Barsinghausen

Barsinghausen. Die geplante Schließung der Jugendwerkstatt LABORA stößt in Barsinghausen auf deutliche Kritik. Insbesondere die Ehrenbürgerin der Stadt, Rosemarie Strusz, sowie Dagmar Täger zeigen sich enttäuscht und besorgt über das Ende der Einrichtung, die seit Jahren junge Menschen unterstützt.

Strusz betont, die Jugendwerkstatt hätte „mehr als verdient zu überleben“. Für sie sei die Einrichtung ein „fester und verlässlicher Bestandteil“ der Stadt gewesen. Über Jahre hinweg habe LABORA Perspektiven geschaffen, Hoffnung vermittelt und jungen Menschen Struktur gegeben – insbesondere jenen, die es schwer hätten.

Auch Täger hebt die Bedeutung der Arbeit hervor. Die Jugendwerkstatt sei eine „tragende Säule für die Schwächsten der Gesellschaft“ gewesen. Beide kritisieren, dass es nicht gelungen sei, die Einrichtung dauerhaft zu sichern. Die Verantwortung sehen sie dabei nicht nur bei der Politik, sondern auch bei bürokratischen Strukturen und gesellschaftlichen Prioritäten.

„Es macht fassungslos und wütend, dass gerade bei sozial schwachen jungen Menschen gespart wird“, sagt Täger. Ihrer Einschätzung nach könnten durch die Schließung neue soziale Probleme entstehen, weil Jugendlichen wichtige Unterstützungsangebote fehlen.

Strusz erinnert daran, dass es bereits frühzeitig Bemühungen gegeben habe, die Jugendwerkstatt zu erhalten. Bei einer Unterschriftensammlung im Sommer 2023 seien innerhalb kurzer Zeit rund 350 Unterstützer zusammengekommen. In Gesprächen habe es viel Zuspruch für die Arbeit von LABORA gegeben, die als sinnvoll und stark nachgefragt beschrieben worden sei.

Beide Frauen danken ausdrücklich der Belegschaft und der Geschäftsführung der Jugendwerkstatt. Diese hätten seit 2014 wertvolle Arbeit geleistet und immer wieder um die Finanzierung gekämpft. „Hier geht es um Menschen, um Zukunft und um Schicksale“, so Strusz.

Die Bedeutung früher Unterstützung für Jugendliche sei aus ihrer Sicht kaum zu überschätzen. Nur so könnten junge Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden und eine berufliche Perspektive entwickeln.

Mit dem Aus der Jugendwerkstatt sehen Strusz und Täger die Gefahr, dass viele Jugendliche nun ohne ausreichende Alternativen zurückbleiben. Sie sprechen von einer „sehr traurigen Entwicklung“, die die Stadt langfristig spüren könnte.

Wie stark die Einrichtung im Stadtleben verankert war, zeige sich auch an verschiedenen Projekten: So beteiligte sich LABORA unter anderem an einem Waschmaschinen-Workshop für Kinder im Jahr 2020 und an einer Stuhlbemalungsaktion mit Versteigerung während der Interkulturellen Woche 2021.

Für Strusz und Täger steht fest: Mit der Schließung verliert Barsinghausen nicht nur ein Projekt, sondern ein wichtiges soziales Angebot für junge Menschen.

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