Millionenförderung für vier Bauprojekte
Die Stadt Gehrden erhält durch erfolgreiche Suche nach Fördermitteln rund 2,1 Millionen Euro.Davon profitieren Bereiche mit dringendem Bedarf.

Kita Am Spehrteich: Weil 98 zusätzliche Betreuungsplätze entstehen, hat die Region Hannover einen Zuschuss von rund 391.000 Euro bewilligt.fotos: Ingo Rodriguez
Gehrden. Kommunen können in Zeiten knapper Kassen auch mit akribischer Recherche einige Haushaltslöcher stopfen. Für die Stadt Gehrden gehört es zum Tagesgeschäft, mögliche Förderprogramme zu sichten. Durch diese systematische Akquise hat die Kommune jetzt einen Millionenbetrag aufgespürt. Aus vier Programmen fließen insgesamt rund 2,1 Millionen Euro in die Stadtkasse. Von dem Geld profitieren gleich vier wichtige Neubauprojekte.

„In Zeiten defizitärer Haushaltslagen ist es wichtig, nach möglichen Zuschüssen zu suchen“, sagt Bürgermeister Malte Losert (parteilos). Die Stadt habe die Sichtung von Förderprogrammen zuletzt sehr zielgerichtet abarbeiten können. Hintergrund seien aktuelle Bauinvestitionen und gesetzliche Änderungen – wie die Einführung des Ganztagsbetriebes in Schulen. „Teilweise werden die Kommunen aber auch von der Region Hannover, dem Land Niedersachsen oder dem Städte- und Gemeindebund auf Programme hingewiesen“, so Losert. Grundsätzlich zähle die Fördergeldakquise aber zum Kerngeschäft der städtischen Wirtschaftsförderung. Die aktuellsten Zuschüsse decken einen Teil der Investitionen für Millionenprojekte. Ein Überblick:

Aus dem Investitionsprogramm für den Ausbau des Ganztagsbetriebes soll die Stadt vom Land Niedersachsen eine Summe von rund 677.000 Euro erhalten. Das Fördergeld sei ein Zuschuss für den Neubau der Grundschule Am Castrum, berichtet Losert. Nach monatelangen Abrissarbeiten beginnt zurzeit der Bau des neuen Schulkomplexes – für Kosten in Höhe von rund 41 Millionen Euro.

Wie die Stadt an das Fördergeld kommt: „Die Frist wurde von Ende 2027 bis 2029 verlängert, um den Kommunen mehr Zeit zu lassen“, so der Bürgermeister. Vor der Neuerung sei eine Teilnahme an dem Programm mit dem Schulneubau nicht möglich gewesen. Der Hintergrund: Erst Mitte 2028 soll die neue Schule fertig sein. Eine Abrechnung nach dem Bauabschluss wäre mit dem zunächst vorgesehenen Fristende ausgeschieden, so Losert. Die Höhe der Fördersumme richte sich nach der Anzahl von Kindern im Grundschulalter in einer Kommune.

Im Neubaugebiet Vorwerk lässt die Stadt zurzeit für rund sechs Millionen Euro die Kita Am Spehrteich errichten. Im Frühjahr 2027 soll eröffnet werden. Weil 98 zusätzliche Betreuungsplätze entstehen, hat die Region Hannover schon jetzt einen Zuschuss von rund 391.000 Euro bewilligt.

Die Stadt habe einen Antrag gestellt „nach den Richtlinien über die Förderung von Kitas zur Schaffung neuer Betreuungsplätze“. Für jeden neuen Platz werde ein Investitionskostenzuschuss von rund 3989 Euro gewährt, erläutert Losert. Auch für dieses Programm gilt: Abgerechnet wird nach dem Bauabschluss. Die endgültige Höhe der Förderung hänge aber noch von der Genehmigung des Regionshaushaltes und der Anzahl gestellter Anträge ab.

Aus dem Förderprogramm Leader-Region Calenberger Land fließen auf Antrag der Stadt Zuschüsse in Höhe von insgesamt 450.000 Euro. Mit dem Geld wird der Bau einer Sport- und Freizeitanlage gefördert. Auf einem rund 2.000 Quadratmeter großen Areal zwischen dem Knülweg und der Levester Straße wird eine Outdooranlage für Kinder und Jugendliche gebaut. Geschätzte Gesamtkosten: rund 820.000 Euro. „150.000 Euro gibt es als Zuschuss für den ersten Bauabschnitt“, berichtet der Bürgermeister. In der südlichen Zone des Areals entsteht zurzeit eine parkähnliche Grünanlage mit Sitzplätzen und Spielgeräten.

Für den nördlichen Bereich an der Levester Straße sind eine Skate- und BMX-Anlage sowie ein Multifunktionsspielfeld geplant. Dafür erhalte die Stadt einen Zuschuss von 300.000 Euro, sagt Losert. Träger des Leader-Programms ist das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Abgerechnet wird nach der Inbetriebnahme der Outdooranlage – in diesem oder im nächsten Jahr.

Eine Finanzspritze in Höhe von rund 584.000 Euro bekommt die Stadt Gehrden sogar, ohne dafür einen Antrag gestellt zu haben. „Die erste Rate der Fördermittel ist bereits eingetroffen“, berichtet der Bürgermeister. Das Geld stammt aus der dritten Auflage für das sogenannte „Kommunale Investitionsprogramm“ (KIP), das die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände vor einem Jahr beschlossen haben. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung soll die Förderung zweckgebunden für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Lemmie verwendet werden.

„Im April ist für den Neubau der erste Spatenstich“, berichtet Malte Losert. Auf einer rund 2.000 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein neuer Standort für die Ortsfeuerwehr. Die Stadt geht von Gesamtkosten in Höhe von mehr als drei Millionen Euro aus.

Geplant ist ein zweigeschossiger Bau mit Fahrzeughalle, Sozialbereich, Umkleideräumen, Sanitäranlagen und Schulungsraum. Die Zuschüsse decken einen Teil der Investitionen. Die Höhe der Summe richte sich im KIP nach einem Verteilschlüssel, sagt Losert.





Druckansicht