Von Anfang an dabei ist Lotte Hüper. Im Rahmen eines Praktikums im Quartierstreff hatte sie die Gruppe als Kindertreff vor knapp zwei Jahren aus der Taufe gehoben. Dass sie inzwischen eine Ausbildung als Bürokauffrau begonnen hat, hält sie nicht davon ab, sich weiterhin jede Woche ehrenamtlich mit den Kindern zu beschäftigen, „weil es einfach Spaß macht“, stellt sie fest.
Schon bis zu einer halben Stunde vor Beginn der eigentlichen Gruppenzeit, die um 16.30 Uhr startet, kommen die ersten Kinder auf den Hof des Quartierstreffs, hat Bianca Pitschke beobachtet. Sie bietet als Quartiersmanagerin des Nachbarschaftsvereins „Win – Wohnen in Nachbarschaft“ bei der KSG Hannover der Gruppe die entsprechenden Räume. Auch Materialien und Spielgeräte stammen von dem Nachbarschaftsverein, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Menschen im Umfeld aus der Anonymität zu holen und in gemeinsamen Aktionen zusammenzubringen.
Bei den Kindern klappt das hervorragend. Viele würden sich schon aus dem Kindergarten kennen, gingen jetzt aber auf unterschiedliche Grundschulen. Im Kindertreff haben sie einen Anlaufpunkt, wo sie sich regelmäßig wiedersehen können.
Die angenehme Atmosphäre weiß auch Yasemin Nowka zu schätzen. Sie war zunächst bei dem Format „Runter vom Sofa“ des Quartierstreffs aktiv und hilft bei den Sommerfesten des Treffs. Die Kinderwelt „ist ein schöner Ausgleich zu meinem Bürojob“. Durch die Arbeit mit den Kindern komme bei ihr nicht das Gefühl von Einsamkeit auf, sagt sie und erzählt fröhlich von Begegnungen mit Kindern aus der Gruppe beim Einkaufen. Bislang sind Hüper und Nowka auch allein gut mit der Kindergruppe zurechtgekommen. Inzwischen würden sie sich aber über Unterstützung freuen.
Gemeinsam mit Pitschke suchen sie deshalb nach Verstärkung für ihr ehrenamtliches Betreuerteam. Schließlich würden es auch nicht weniger Kinder im Umfeld, wie die Quartiersmanagerin mit Blick auf zwei große Mehrfamilienhäuser betont, die aktuell in der direkten Nachbarschaft entstehen. „Wir erwarten Zulauf von Familien mit Kindern.“
Neue Mitstreiterinnen oder Mitstreiter müssten nicht einmal pädagogische Vorkenntnisse besitzen, wie Pitschke betont, auch wenn das wünschenswert wäre. Wichtig seien vielmehr die Offenheit, neue Menschen kennenzulernen, Einfühlungsvermögen und Geduld mit den Mädchen und Jungen. Ihr Mitarbeiter Besian Sabani sieht in der Mitarbeit in der Gruppe sogar eine gute Möglichkeit, „die Arbeit mit Kindern kennenzulernen“, um dann später vielleicht auch beruflich darauf aufbauen zu können. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Pitschke unter der Telefonnummer (0511) 8604213 melden.
Wie sie sich ihren Kindertreff vorstellen, das haben die Kinder im Rahmen eines Beteiligungsformates des Quartierstreffs jüngst selbst in die Hand genommen. Einmal im Monat besprechen sie in der „Kinderwelt“ – diesen Namen haben sie sich ebenfalls selbst gegeben – auch, welche weiteren Angebote sie sich wünschen würden. Das ist auch das zentrale Ziel des Kindertreffs: „Am Ende sollen die Kinder davon profitieren“, sagt Pitschke.