Der befristete Verkehrsversuch soll zum nächsten Fahrplanwechsel in den Regelbetrieb übergehen. Von politischer Seite wird dieser Beschluss fraktionsübergreifend förmlich bejubelt: „Die Verlängerung der Linie 500 ist ein voller Erfolg“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Regionsfraktion, Jonas Farwig aus Wennigsen. Die steigenden Fahrgastzahlen seien ein deutliches Zeichen dafür, dass eine bessere Verknüpfung von Bus und S-Bahn genau der richtige Schritt sei.
Die Idee hat sich also durchgesetzt: Seit November 2024 hält die SprintH-Linie 500 am S-Bahnhof in Weetzen. Auf diese Weise können Fahrgäste aus Gehrden in die S-Bahn wechseln – und haben damit eine schnelle Anbindung an Hannover, Barsinghausen und Springe.
„Der Bahnhof Weetzen entwickelt sich damit weiter zu einem zentralen Knotenpunkt im Süden der Region Hannover.“ Mit diesen Worten hatten die Regionsfraktionen der SPD und Grünen für die Verlängerung der Buslinie geworben. Die Einführung eines Regelbetriebes hatte zuvor auch die Gruppe CDU/FDP beantragt. Nun ist es beschlossene Sache – fraktionsübergreifend: „Mit der dauerhaften Verstetigung schaffen wir Planungssicherheit für die Menschen vor Ort“, betont SPD-Abgeordneter Farwig.
Grund für das neue ÖPNV-Angebot sind steigende Fahrgastzahlen und eine gute Auslastung: Laut Regionsverwaltung nutzten schon im zweiten Quartal 2025 durchschnittlich rund 680 Menschen pro Tag die Linie 500 sowie die ergänzenden Linien 520 und 522 ab dem Bahnhof Weetzen in Richtung Gehrden. Im dritten Quartal stieg die Zahl auf 770 – ein Plus von 12 Prozent. Verglichen mit der Zeit, in der nur die Linien 520 und 522 unterwegs waren, haben sich demnach die Zahlen durch die Verlängerung der Linie verdreifacht. Auch die Aussteigerzahlen legten laut Region um rund 10 Prozent zu.
Auch deshalb hatte die Regionsgruppe CDU/FDP im November einen vorzeitigen Übergang in den Linienbetrieb gefordert: Eine Fortsetzung des Verkehrsversuchs sei angesichts der klar positiven Entwicklung nicht erforderlich. „Die hohe und kontinuierlich steigende Nachfrage zeigt, dass die Verlängerung der Linie 500 dauerhaft tragfähig ist.“ Dies schaffe Verlässlichkeit, insbesondere für Pendler, hieß es im Beschlussvorschlag.
Auf Initiative von SPD und Grünen geht der ÖPNV-Ausbau aber noch einen Schritt weiter. Der Erfolg der verlängerten Buslinie bringe auch neue Anforderungen mit sich, sagt der Grünen-Regionsabgeordnete Eike Lengemann. Der Hintergrund seiner Aussage: Durch den neuen Regelbetrieb ist künftig der Bushaltepunkt „Weetzen/Bahnhof/Westseite“ deutlich stärker frequentiert. Deshalb sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Fahrgäste und Fahrpersonal getroffen werden.
Auch das ist einstimmig beschlossene Sache: Für den Bushaltepunkt soll die Einrichtung weiterer überdachter Aufenthaltsmöglichkeiten geprüft und schnellstmöglich umgesetzt werden. Gleiches gilt für die Einrichtung von Echtzeitfahrgastinformationen. Außerdem sollen für das Fahrpersonal die Aufenthalts- und Sanitärmöglichkeiten verbessert werden.