„Die Mauer und die Diskussion haben zweieinhalb Jahre Zeit gekostet“, sagte Regionspräsident Steffen Krach (SPD) vor der Zeremonie. Er war auch als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Region Hannover (KRH) gekommen. Die Verzögerungen hätten auch die Baukosten in die Höhe getrieben, sagte Krach. Er sei gespannt, ob der Zaun von der Anwohnerschaft nicht eines Tages wieder infrage gestellt werde. „Wir sind eigentlich dabei, Mauern einzureißen, anstatt aufzubauen“, äußerte Krach beim Startschuss auch Kritik.
Zu den Gästen zählte auch Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Er blickte nach vorn. „Es geht voran in Gehrden“, so Philippi. Das KRH habe sich gemeinsam mit der Region Hannover und der „Medizinstrategie 2023“ auf den Weg gemacht, um die Qualität der medizinischen Versorgung nachhaltig zu verbessern.
Laut KRH entsteht ein viergeschossiger Neubau, der an den ersten Ersatzneubau aus dem Jahr 2015 angeschlossen wird. Auf einer Gesamtfläche von rund 37.000 Quadratmetern sollen 250 Betten auf acht Pflegestationen, ein zentraler Operationsbereich, eine Entbindungsstation, Herzkathetermessplätze, ein Aufnahme- und Untersuchungszentrum, eine interdisziplinäre Endoskopie und eine Elektivaufnahme untergebracht werden. In Alt- und Neubau sollen auch künftig 349 Betten zur Verfügung stehen. So werde eine patientenorientierte Versorgung auf höchstem Niveau gewährleistet, die den Anforderungen der KRH-Medizinstrategie gerecht werde.
Der Landesminister verwies auf die Unterstützung: „Das Projekt wurde schon mit 41 Millionen Euro gefördert.“ Insgesamt belaufe sich die Landesförderung auf rund 163 Millionen Euro. „Wir kommen noch ein paarmal vorbei“, kündigte Philippi weitere Besuche an. „Dieser Tag ist ein Meilenstein für die Menschen in der Region“, so der Minister. Es entstehe ein hochmodernes Klinikum, das als Schwerpunktversorger im Süden der Region Hannover von enormer Bedeutung sein werde.
Barbara Schulte, KRH-Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, sprach auch von einem „Meilenstein“: „Aus Plänen und Konzepten werden Wände und Räume“, sagte Schulte. Mit dem Ersatzneubau entstehe eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung mit zukunftsfähiger Infrastruktur. Ohne das finanzielle Engagement von Land und Region wäre dies nicht möglich, betonte sie.
Christopher Grimble vom beauftragten Architektur- und Ingenieurbüro beschrieb Detailpläne: Demnach soll unter dem Leitgedanken „Klinik im Park“ ein „Ort der Begegnung und Kommunikation“ entstehen. Der Neubau soll mit „viel Licht und offener Fläche“ von seiner exponierten Lage profitieren. Der nächste Schritt: Es werden 900 Betonsäulen für das Tragfundament gebaut.
Gehrdens Bürgermeister Malte Losert (parteilos) freute sich über den Startschuss: Der Ersatzneubau des Klinikums sei „für die Daseinsvorsorge Gold wert“ und stärke den Wohnstandort. Die Investitionen seien großartig. „Jetzt hoffen wir auf einen reibungslosen Bauablauf“, sagte Losert.