Nur das blaue Geländer ist geblieben
An den Altbau der Grundschule Am Castrum erinnert kaum noch etwas.
Nach den Abrissarbeiten beginnt der Bau des neuen modernen Schulkomplexes.

Stummer Zeitzeuge eines einst lebendigen Schulstandortes: An den Altbau der Grundschule Am Castrum erinnert nach monatelangen Abrissarbeiten nur noch ein blaues Geländer des früheren Eingangsbereiches.Foto: Ingo Rodriguez
Gehrden. Einst war es ein Teil des Eingangsbereiches: Das blaue Geländer diente vor der Grundschule Am Castrum als Abgrenzung und Handlauf des barrierefreien Zugangs. Zugleich war die Metallkonstruktion stummer Zeuge täglicher Verabschiedungs- und Begrüßungsrituale. Inzwischen ist das Geländer eines der wenigen Überbleibsel, das noch an den lebhaften Schulbetrieb an diesem Standort erinnert. Vom Altbau der Schule ist nach monatelangen Abrissarbeiten fast nichts mehr übrig geblieben. Nach etlichen Verzögerungen beginnt in Kürze der Bau des neuen Schulkomplexes. Rund 41,6 Millionen Euro investiert die Stadt Gehrden, um das alte Gebäude zu beseitigen und eine neue Schule zu errichten. „Es sind nur noch wenige Abrissarbeiten zu erledigen“, sagt Projektleiterin Christina Unselt. Neben dem markanten Geländer seien noch Fragmente eines Kellers übrig geblieben. Zu sehen sind auf der Baustelle außerdem sogenannte Haufwerke. „Das ist geschreddertes Baumaterial, das beim Abschluss der Abrissarbeiten noch zum Verfüllen der Gruben genutzt wird“, berichtet die Leiterin des Teams Stadtentwicklung. Beim Rückbau sei es wegen der aufwendigen Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile zu Verzögerungen gekommen. Nun soll das Millionenprojekt aber zügig in die nächste Phase gehen.

Einen lebendigen Schulbetrieb gibt es am blauen Geländer schon seit einiger Zeit nicht mehr. Mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 sind die Kinder und Lehrkräfte wegen der geplanten Abrissarbeiten übergangsweise in den Neubau der Grundschule an der Lange Feldstraße gezogen. Dort soll später die Grundschule Am Langen Feld selbst einziehen. Die Grundschule Am Castrum soll wieder ausziehen, sobald dann der zweite Neubau fertig ist. Für den Baubeginn entlang der Straße Am Castrum laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Eine Baugenehmigung liegt längst vor.

„Ab Anfang März soll es mit vorbereitenden Erdarbeiten losgehen“, berichtet Unselt. Vor Beginn des Rohbaus müssen demnach noch Untergründe für Baucontainer und eine Feuerwehrzufahrt eingerichtet werden. Diesen Auftrag habe die Stadt an dieselbe Firma vergeben, die auch für den Abriss und die Entsorgung zuständig sei. „Das ermöglicht einen nahtlosen Übergang, ohne dass mehrere Firmen gleichzeitig auf der Baustelle tätig sind“, sagt die Projektleiterin.

Was ebenfalls für einen ab jetzt zügigen Fortschritt spricht: Notwendige archäologische Untersuchungen wurden laut Stadtverwaltung teilweise schon erledigt – begleitend zu den Abbrucharbeiten. Erneute Untersuchungen seitens der zuständigen Stelle der Region Hannover seien aber noch erforderlich, wenn erneut mit Arbeiten im tiefen Erdreich begonnen werde. Von „spektakulären Funden” habe die Stadtverwaltung bislang aber nichts gehört, so Unselt.Ab April soll der Staffelstab auf der Baustelle weitergereicht werden. Dann beginnt der Rohbau für das neue Schulensemble. Zum Auftakt stehen laut Unselt „Fundament-, Gründungs- und Leitungsarbeiten“ auf dem Plan. Welche Baufirma diesen Auftrag übernimmt, stehe noch nicht fest, im Vergabeverfahren laufe zurzeit noch die Angebotsauswertung. „Es wird ein großer Auftrag: Roh- und Holzbau sollen bis zum Februar 2027 abgeschlossen werden“, beschreibt die Projektleiterin den weiteren Bauzeitenplan. Laut Teamleiterin Unselt rechnet die Stadt inzwischen mit einer Gesamtbauzeit von rund zweieinhalb Jahren. Das große Ziel: „Mitte 2028 soll die neue Schule fertig sein und dann im Sommer in Betrieb gehen.“
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