Wie geht es weiter mit Tempo 30 in Eckerde?
Einjähriges Modellprojekt ist beendet. Stadt Barsinghausen und Regionsverwaltung ziehen
ein insgesamt positives Fazit – auch, wenn einige noch immer zu schnell fahren.

Modellprojekt in Eckerde: Ob die Versuchsstrecke in Eckerde dauerhaft bei Tempo 30 bleibt, ist derzeit unklar.Foto: Stephan Hartung
Barsinghausen/Eckerde. Das Modellprojekt der Region Hannover rund um Tempo 30 ist vorbei, die rund einjährige Testphase war Anfang Januar ausgelaufen. Das Fazit der Region ist positiv: „Die Testphase zeigt, dass die Geschwindigkeitsreduzierung zu mehr Verkehrssicherheit und geringerer Lärmbelastung beigetragen hat.“Auch in Barsinghausen gab es eine solche Versuchsstrecke. Für die Ortsdurchfahrt Eckerde wurde eine innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde festgelegt. Zuvor seien die Autos „im Rahmen der vorgegebenen 50 Kilometer pro Stunde“ unterwegs gewesen. Die meisten waren dort den Angaben nach mit 55 bis 60 Kilometern pro Stunde unterwegs. „Höhere Geschwindigkeiten haben wir vor allem an den Ortsein- und ‑ausgängen mit deutlicher Zunahme der Geschwindigkeiten nach dem Kurvenbereich in Richtung der beiden Ortsausgänge erfasst“, so Re gionssprecher Christoph Borschel.Festgelegt wurde die Strecke damals gemeinsam mit der Stadt und mit Blick unter anderem auf Unfallgeschehen, Radverkehrsführung und Straßenraumgestaltung. „Die Barsinghäuser Straße ist eine Ortsdurchfahrt ohne überörtliche Erschließungsfunktion und entspricht damit den Vorgaben der Region Hannover für das Projekt“, erläutert Stadtsprecher Andreas Schröter damals. Sie verfüge unter anderem nur einseitig über einen Gehweg und biete keine gesicherten Querungsmöglichkeiten für Fußgänger. Die Region hatte Geschwindigkeit, Lärm und Verkehrsaufkommen anhand spezieller Messverfahren unter die Lupe genommen. Laut der Behörde sank die Durchschnittsgeschwindigkeit insgesamt um bis zu 20 Prozent, im Schnitt um 10 Prozent. In Eckerde reduzierte sich die Durchschnittsgeschwindigkeit um ziemlich genau diesen regionsweiten Schnitt – nämlich rund 10 Prozent. „Wir haben aber auch festgestellt, dass die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 Kilometer pro Stunde nur von rund 15 Prozent der Verkehrsteilnehmenden eingehalten werden. Es gibt weiterhin einen höheren Anteil an überhöhten Geschwindigkeiten“, sagt Borschel. Die Stadt bestätigt zudem einen „leichten Rückgang der Lärmbelästigung“.In Barsinghausen hat es zwar keine konkrete Umfrage zu der Maßnahme unter Anrainern gegeben. Die Stadt teilt dazu aber mit, dass „die Haltung der Anwohnenden dazu grundsätzlich als positiv wahrgenommen wurde.“ Ob sich die Behörde auch in anderen konkreten Bereichen Temporeduzierungen wünscht, ist unklar. „Vorrangiges Ziel der Verkehrsbehörden ist immer die Sicherstellung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“, heißt es dazu lediglich.Derzeit stehen die Schilder zu Tempo 30 noch. „Die Maßnahme wurde bis zum 28. Februar verlängert“, teilt die Stadt Barsinghausen auf Nachfrage mit.Wie und ob es dort aber dauerhaft mit Tempo 30 weitergeht, steht bislang nicht fest. „Die untere Straßenverkehrsbehörde prüft, inwieweit eine Fortführung begründet werden kann. Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen ist, kann eine Aussage zur Beibehaltung getroffen werden“, erklärt Regionssprecher Borschel.

Denn aktuell ist Tempo 30 in Ortsdurchfahrten nur bei sogenannten qualifizierten oder einfachen Gefahrenlagen möglich – also etwa dann, „wenn sie an Schulen oder Kitas vorbeiführt“, so die Region weiter. Ziel sei es dennoch, dass Tempo 30 auf möglichst vielen der Strecken ganz oder auf Teilabschnitten beibehalten werde. Insgesamt gab es 21 Versuchsstrecken, davon vier in der Stadt Hannover und 17 in den Umlandkommunen.

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