Darum wird in Gehrden kein Bürgermeister gewählt
Im September sind Kommunalwahlen, doch am Burgberg werden nur Stadtrat und Ortsräte neu besetzt

Wechsel: 2022 löste Malte Losert (rechts) nach gewonnener Stichwahl Amtsinhaber Cord Mittendorf ab. Erst 2031 wird sich Losert erneut zur Wahl stellen müssen. Foto: Dirk Wirausky
Gehrden. Malte Losert kann sich am 13. September ganz entspannt zurücklehnen. Der amtierende Bürgermeister muss nicht um seinen Posten bangen. Denn während in nahezu allen Kommunen der Region Hannover neue Bürgermeisterinnen beziehungsweise Bürgermeister gewählt werden, läuft Loserts Amtszeit aufgrund einer Sonderregelung bis 2031.

Vor vier Jahren ist der neue Bürgermeister für Gehrden für eine Amtszeit von neun Jahren gewählt worden. Das ist in der Region eine Besonderheit. Die meisten Kommunen haben 2021 ihre Verwaltungschefin beziehungsweise ihren Verwaltungschef für fünf Jahre gewählt. Am Burgberg ist das anders.

Grund dafür sind die Wahltermine der Vergangenheit und ein Beschluss der Landesregierung. In Gehrden wurde Hermann Heldermann (CDU) 2006 zum Bürgermeister gewählt – für die damals noch üblichen acht Jahre. 2013 beschloss die Landesregierung allerdings, zum einen die Amtszeit der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von acht auf fünf Jahre zu verkürzen, und zum anderen Kommunal- und Bürgermeisterwahl zeitgleich an einem Wahlsonntag durchzuführen.

Da aber Heldermanns Amtszeit 2014 endete und die nächste Kommunalwahl für 2016 terminiert war, musste für Gehrden eine Übergangsregelung gefunden werden. Und die besagte, dass der 2014 gewählte Bürgermeister– Cord Mittendorf (SPD) beerbte Heldermann – erneut acht Jahre im Amt bleiben durfte, weil eine Amtszeit von zwei Jahren nicht zumutbar gewesen wäre. Deshalb musste in Gehrden 2022 gewählt werden. Es setzte sich Malte Losert (parteilos) gegen Amtsinhaber Cord Mittendorf (SPD) durch. Und Losert ist sogar bis 2031 im Amt. Denn: Die nächste Synchronisation wäre zur Kommunalwahl in diesem Jahr möglich gewesen, hätte aber nur eine vierjährige Amtszeit für Losert bedeutet – also zu kurz. Die nächste Möglichkeit: Kommunalwahl 2031 und somit neunjährige Amtszeit für Amtsinhaber Malte Losert.

Übrigens: Mittlerweile hat die SPD-geführte Landesregierung eine erneute Kehrtwende eingelegt: Seit 1. Februar 2025 gilt für Neuwahlen wieder die achtjährige Amtszeit und eine Entflechtung der Bürgermeisterwahl von den allgemeinen Kommunalwahlen.

Unabhängig davon sind am 13. September alle wahlberechtigten Gehrderinnen und Gehrdener aufgerufen, einen neuen Rat der Stadt zu wählen. In den Ortsteilen werden am 13. September die Vertreterinnen und Vertreter der sieben Ortsräte gewählt.

Druckansicht