Volker hat die Nachfolge von Thomas Spieker, der für den Landratsposten im Kreis Osnabrück kandidiert, angetreten. Die Entscheidung war mehr als eindeutig: Mark-Erich Volker wurde bei einer Mitgliederversammlung mit 21 Ja-Stimmen und einer Enthaltung zum neuen Stadtverbandsvorsitzenden der Gehrdener CDU gewählt. Damit wird der 44-Jährige künftig mehr im politischen Fokus stehen. Und sein erstes Jahr beginnt gleich mit einer großen Herausforderung: Im September sind Kommunalwahlen.
So schnell wie möglich möchte Volker die Liste vorlegen. 15 bis 20 Personen soll sie umfassen. Darunter werde es auch einige neue Gesichter geben, kündigt er an.Volker ist zuversichtlich. Etliche junge Leute wären in jüngster Zeit in die Union eingetreten. Es klingt fast ein wenig nach Aufbruchstimmung. „Wir haben Lust, sind motiviert und optimistisch“, sagte Volker. Die CDU sei gut aufgestellt.
Für ihn wird es eine Premiere geben: Erstmals wird er für den Rat der Stadt Gehrden kandidieren. Und sollte er ein Mandat bekommen, bedeute das nicht automatisch, dass er auch Fraktionsvorsitzender werde. „Es ist möglich, dass wir die beiden Ämter trennen“, sagt er.
Nach der Liste soll auch zügig ein Wahlprogramm vorgelegt werden. Über inhaltliche Schwerpunkte schweigt sich der 44-Jährige noch aus. Es sollen alle Christdemokraten die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen. In diesem Zusammenhang macht Volker unmissverständlich klar: „Wir sind ein Team.“ Fest stehe aber bereits: „Wir werden in der Öffentlichkeit präsent sein – in Gehrden und in den Ortsteilen –, um zu versuchen, die Bürgerinnen und Bürger von unseren Zielen zu überzeugen.“
Ein entscheidender Grund, dass Volker das neue Amt angenommen hat, ist, dass ein Vorschlag von ihm umgesetzt wird: Die bisherigen fünf Ortsverbände der CDU werden zu einem Stadtverband zusammengelegt. „Diese Idee habe ich schon lange“, sagt er. Unterstützt wurde er dabei von seinem Vorgänger Spieker.
Überhaupt: Er habe eng mit Spieker zusammengearbeitet. Volker war vor einigen Jahren auch in der CDU-Bürgermeisterfindungskommission, die damals den parteilosen Malte Losert als Kandidat nominiert hatte. Er sei seit Jahren in alle wichtigen Themen der CDU involviert, bekräftigt der Northener.
Volker führt seit sieben Jahren den Ortsverband Gehrden-Nord. „Wir sind dort sehr aktiv und engagiert“, so Volker. Ein Höhepunkt: das traditionsreiche Grünkohlessen, zu dem seit Jahren politische Prominenz als Gastredner eingeladen wird. Dieses Mal kommt Ex-Minister Uwe Schünnemann am 22. Februar ins Gasthaus Behnsen nach Leveste. Für Volker ist die Kommunalpolitik das Bollwerk der Demokratie. „Dort können die Menschen noch direkt Einfluss nehmen“, betont er. Deshalb wolle er die Bürgerinnen und Bürger für die Mitarbeit begeistern.
Seine eigenen politischen Schwerpunkte sieht er im Bereich Finanzen („Wir müssen genau schauen, was können wir uns leisten und was müssen wir uns leisten.“) sowie beim Brandschutz und Allgemeinwohl.
Und sonst? Er sei in Northen sehr verwurzelt, sagt Volker. Dort lebt er mit seiner Frau Beate und den Kindern Adrian-Erich (17) und Antonia (13). In Northen war er unter anderem im Ortsrat, seit 34 Jahren ist er Mitglied in der Feuerwehr. Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann.
Volker hat nach seinem Abschluss an der damaligen Gehrdener Realschule zunächst eine Ausbildung als Fleischer bei Knigge in Ronnenberg gemacht. Anschließend folgte eine Ausbildung zum Koch in Hannover. Nach Abschluss mit Auszeichnung arbeitete er ein Jahr in Ohio in den USA und einen Sommer in Portugal.
Was ihn heute noch stolz macht: Vor elf Jahren ist Volker zum Deutschlands Top-Ausbilder für junge Köche gekürt worden. Er wurde für sein umfassendes Ausbildungskonzept von einer Fachjury mit der „Goldenen Cloche“ ausgezeichnet. Dass ihm die Ausbildung junger Menschen wichtig ist, beweist auch, dass er in der IHK-Prüfungskommission sitzt.
Ansonsten ist der 44-Jährige inzwischen Abteilungsdirektor beim Unternehmen Non-Care, einer Gesellschaft für Dienst im Alter (GDA). Der Fachbereich Non-Care umfasst die Abteilungen Gastronomie und Service, die für das Wohlbefinden der Bewohner in Seniorenresidenzen zuständig sind. In drei Bundesländern ist Volker unterwegs.
Volker ist also sehr aktiv. „Darin bin ich aber effizient“, sagt er. Planung sei wichtig. Auch deshalb habe er Zeit für Hobbys. Er sei weininteressiert und – natürlich – koche sehr gerne. Nun aber gilt es, auch politisch die richtigen Zutaten zu finden.