Erstmals leben mehr als 16.000 Menschen in Gehrden
Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ist weiter gestiegen

Immer mehr Menschen leben in Gehrden. Mit über 16.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird ein neuer Rekordstand vermeldet.Foto: Dirk Wirausky (Archiv)
Gehrden. Das gab es noch nie in der langen Geschichte der Burgbergstadt: Gehrden hat erstmals die Marke von 16.000 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten. Nach Angaben des Teams Steuerungsunterstützung und Statistik der Region Hannover lebten am 31. Dezember exakt 16.028 Menschen im Stadtgebiet. Das sind 77 Personen mehr als zum Stichtag 30. September 2025. Der Zuwachs ist die stärkste Steigerung im vierten Quartal in der Region Hannover.

Vor allem in der Kernstadt hat die Bevölkerungszahl zugenommen. 107 Menschen sind im letzten Quartal des vergangenen Jahres nach Alt-Gehrden gezogen. Die Ortsteile Ditterke und Redderse steigerten ihre Bevölkerungszahl in zweistelliger Größenordnung – um 14 beziehungsweise 21 Personen. Auch Lenthe (plus 8) und Everloh (plus 6) verzeichnen Zuzüge. Doch nicht überall im Stadtgebiet boomt es. Gleichzeitig verloren die Ortschaften Lemmie (minus 19), Leveste (minus 16) und Northen (minus 6) an Einwohnerinnen und Einwohnern.

Der Grund für die Zunahme der Bürgerinnen und Bürger in der Gehrdener Kernstadt dürfte das neue Wohnquartier Vorwerk sein, in das im vergangenen Jahr die ersten zumeist jungen Familien gezogen sind. Wenn eines Tages alle 160 Reihenhäuser verkauft oder vermietet worden sind und auch die 59 Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern belegt sind, leben etwa 800 Menschen im Westen der Kernstadt. Viele davon kommen von außerhalb, vor allem aus Hannover.

Unabhängig davon beweist der Zuwachs, dass Gehrden aufgrund seiner Attraktivität und guten Infrastruktur als Wohnort neue Bewohnerinnen und Bewohner anzieht. Besonders in den Bildungssektor mit zwei Grundschulen und zwei weiterführenden Schulen hat Gehrden in den vergangenen Jahren Millionenbeträge in Neubauten und Modernisierung investiert.

Gehrden profitiert dabei von einem Trend: Gerade junge Familien suchen sich eine eigene und finanzierbare Bleibe außerhalb der Landeshauptstadt. Darja Beinert von Steckenperd-Immobilien, die Reihenhäuser im Wohnquartier Vorwerk vermietet, hat festgestellt: „Viele Menschen wollen ländlich leben, aber die Großstadt in unmittelbarer Nähe haben.“ Ein Mix, den Gehrden bietet.

An der 16.000er-Marke kratzte Gehrden in den vergangenen Jahren immer wieder; nun wurde sie tatsächlich erstmals übertroffen. Zum Vergleich: 1812 lebten lediglich 905 Menschen in der Stadt, 100 Jahre später waren es immerhin schon 2227, und 2010 waren es 14.502.

Die Bevölkerungszahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Grund waren neue Baugebiete wie Am Thiemrogen, Großes Neddernholz oder Langes Feld III, die im Osten der Kernstadt entstanden sind. Auch dort haben sich viele Familien aus der Landeshauptstadt angesiedelt. Die Entwicklung in Gehrden entspricht allerdings nicht der allgemeinen Entwicklung. Im Umland ist die Bevölkerungszahl 2025 insgesamt rückläufig: Am Jahresende lag sie 749 Personen unter dem Vorjahreswert, womit im zweiten Jahr in Folge ein Rückgang festgestellt wird. Im vierten Quartal 2025 verzeichneten immerhin sechs Kommunen Bevölkerungszuwächse, neben Gehrden besonders Springe. In 14 Städten und Gemeinden sank die Bevölkerungszahl, am stärksten in Isernhagen, Wennigsen und Hemmingen.

Die Bevölkerungsstatistik der Region Hannover basiert auf Meldedaten der Städte und Gemeinden bis zum 31. Dezember vergangenen Jahres, ergänzt um eigene Daten der Landeshauptstadt Hannover.

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