Viel Geld für „unantastbare“ Projekte
Barsinghausen will in den nächsten zehn Jahren rund 380 Millionen Euro investieren.

Der Ist-Zustand: Der Umbau des Schulzentrums Am Spalterhals ist die teuerste Baumaßnahme. Derzeit liegt die Schätzung bei 88 Millionen Euro.Foto: Ingo Rodriguez
Barsinghausen. Die Stadt Barsinghausen verordnet sich für die nächsten zehn Jahre einen finanziellen Kraftakt: Trotz der bestehenden Schulden in Millionenhöhe soll der massive Investitionsstau abgebaut werden. In der Prioritätenliste stehen dringende und sogar „unantastbare” Projekte, wie es heißt. Dafür nimmt die Stadt rund 380 Millionen Euro in die Hand.

Neubau und Sanierung von Schulen, Ganztagsbetrieb, Feuerwehrhäuser und ein neues Hallenbad: Eine neue Prioritätenliste zeigt jetzt, welche Projekte in Barsinghausen bis Ende 2036 umgesetzt werden sollen. Für den Rat der Stadt ist der Beschluss der Liste eine verantwortungsvolle Aufgabe. Denn auf der Grundlage dieser Liste soll noch im Februar ein kategorisierter Fahrplan für Investitionen beschlossen werden.

Der Hintergrund ist in der Beschlussvorlage an den Rat nachzulesen: Ziel ist es demnach, eine Entscheidungsgrundlage für künftige Haushaltsplanungen zu schaffen. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, eine Übersicht der geplanten und potenziellen Investitionsmaßnahmen für die nächsten zehn Jahre vorzulegen – Prognosen der Kostensteigerungen inbegriffen. Diese Ergebnisse wurden kürzlich zunächst dem städtischen Arbeitskreis Finanzen vorgestellt und sind nun auch öffentlich einzusehen. Demnach betragen die Investitionskosten für sämtliche Maßnahmen rund 639 Millionen Euro.

Die Verwaltung listet hierbei auch Vorhaben auf, mit denen bereits begonnen wurde. Durch eine Priorisierung und Reduzierung der Vorhaben soll für Hoch- und Tiefbauprojekte bis Ende 2036 ein finanziell tragbarer Planwert von rund 380 Millionen Euro entstehen.

Auf Vorschlag der Verwaltung haben die Ratsfraktionen alle Investitionsmaßnahmen mit einem Volumen von mehr als 250.000 Euro in Prioritätsklassen eingestuft – unter Berücksichtigung der Faktoren Erforderlichkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sowie Folgekosten und Förderoptionen. Umgesetzt werden sollen bis Ende 2036 nur „unantastbare” Projekte. Sobald der Rat die Prioritätenliste beschlossen hat, soll die Verwaltung eine zeitliche Reihenfolge festlegen.

In der Prioritätenliste ist die teuerste Baumaßnahme der Umbau des Schulzentrums Am Spalterhals – mit derzeit geplanten Gesamtkosten von rund 88 Millionen Euro. Allerdings rangiert dieses Projekt „nur“ in der dritten Kategorie mit mittlerer Priorität. Das heißt laut Beschlussvorlage: Für die Umsetzung ist noch Spielraum vorhanden.

Was aktuell bereits entsteht, ist der Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule – für rund 31,7 Millionen Euro. Diesen Sommer soll das neue Grundschulgebäude in der Innenstadt bezugsfertig sein. Der Neubau eines Hallenbads soll ebenfalls in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden. Kalkuliert wird aktuell mit Kosten von etwa 34,8 Millionen Euro, in Kombination mit einem Freibad.

Wegen des Ganztagsbetriebs soll außerdem kräftig in diese Grundschulen investiert werden: Wilhelm-Busch-Schule in Hohenbostel (13,5 Millionen Euro), Ernst-Reuter-Grundschule in Egestorf (12,5 Millionen Euro), Astrid-Lindgren-Schule in Kirchdorf (10,8 Millionen Euro) und Albert-Schweitzer-Schule in Großgoltern (10,5 Millionen Euro) – jeweils mit hoher bis mittlerer Priorität.

Bauarbeiten als Maßnahmen der Städtebauförderung schlagen in der Prioritätenliste mit Kosten von rund 10,3 Millionen Euro zu Buche, die Sanierung der Innenstadt mit etwa 9 Millionen Euro – jeweils mit der höchsten Priorität und „unantastbar“. Der Bau einer Dreifeldsporthalle für die KGS soll rund 9,5 Millionen Euro kosten. Für diese drei Ortsfeuerwehren sollen in den nächsten zehn Jahren neue Häuser entstehen: Groß Munzel (7,5 Millionen Euro), Egestorf (6,5) und Bantorf (5,4).

Einige Investitionen sollen laut der jetzt vorgelegten Aufstellung jedoch erst nach dem Haushaltsjahr 2036 ausgelöst werden: Darunter fallen die Grundsanierung der KGS (50 Millionen Euro), die Sanierung des Freibads Goltern (15), Baumaßnahmen für die Grundschulganztagsentwicklung an der Adolf-Grimme-Schule (12,5), die Sanierungen der Bergstraße (3,6) und des Gerätehauses der Feuerwehr Barsinghausen (2,5).

Laut Verwaltung haben die Ratsfraktionen die Tiefbaumaßnahmen im Vergleich zu den Hochbaumaßnahmen als weniger dringend eingestuft. Gegenüber dem Vorschlag der Verwaltung wurden vor allem Straßenbaumaßnahmen herabgestuft. Alle Umsetzungsmaßnahmen sind auf der Internetseite der Stadt aufgelistet.

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