Vier Windräder weniger?
Investor will an der Begrenzung noch schrauben.

Romantische Stimmung: Viele Anwohner in Ihme-Roloven, Linderte und Hiddestorf können dem Anblick Windrädern auch im Sonnenuntergang nichts Positives abgewinnen.Symbolfoto: Friederike Behnk
Ronnenberg. Die Stadt Ronnenberg will bei der Ausweisung von Flächen für die Windenergie auf ein Areal zwischen Ihme-Roloven und Hiddestorf verzichten. Dort soll der Naturschutz vorgehen. Nach bisherigen Planungen würden damit vier der maximal 15 auf Ronnenberger Grund planbaren neuen Windräder wegfallen. Der Rat hat sich bereits mehrheitlich hinter diese Entscheidung gestellt, die im März beschlossen werden soll. Jetzt äußert sich Investor UKA Nord zur Änderung. So geht es weiter.

„Wir respektieren die Entscheidung der Stadt und des Rates. Sie bedeutet jedoch, dass die drei geplanten Windenergieanlagen nicht gebaut werden können und der Gemeinde damit erhebliche Einnahmen entgehen“, sagt Projektleiter Matthias Lehmann. Er spricht überraschend nicht mehr von vier geplanten Anlagen zwischen den beiden Waldgebieten Bettenser und Ohlendorfer Holz und verweist auf negative Folgen für die Stadt.

„Im Rahmen des § 6 des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes kann der Vorhabenträger mit der Gemeinde eine jährliche Zahlung in Höhe von 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde vereinbaren“, schreibt Lehmann. Bei Anlagen der Sechs-Megawatt-Klasse bedeute das flächenanteilig jährliche Zusatzeinnahmen zwischen 30.000 und 40.000 Euro je Anlage – frei verfügbares Geld für die Kommune.

Lehmann will sich offenbar mit der Entscheidung des Rates noch nicht so ganz anfreunden. „Wir werden die betreffende Fläche erneut sorgfältig prüfen und bewerten, ob und in welcher Weise eine angepasste Planung noch möglich ist“, kündigt er an. Sprich: Es wird weiter verhandelt, die Streichung ist noch nicht Konsens.

Im Bereich des geplanten Windparks Linderte an der Stadtgrenze zu Hemmingen hat UKA für drei Anlagen bereits die Genehmigung erhalten. Dabei handelt es sich um das sogenannte Repowering: Alte Anlagen werden durch modernere und größere Windräder ersetzt. Weitere Anträge befänden sich derzeit im Genehmigungsverfahren. „Wir sind zuversichtlich, dass im Laufe dieses Jahres weitere Entscheidungen im Genehmigungsverfahren getroffen werden können“, sagt Lehmann.

Aktuell sei das Unternehmen damit befasst, die Anlieferungslogistik für die drei bereits genehmigten Anlagen mit dem Anlagenhersteller abzustimmen. Als Nächstes werde der Bauzeitenplan erstellt und der mögliche Baustart koordiniert. Ziel ist es, die einzelnen Projektphasen bestmöglich aufeinander abzustimmen. Einen Zeitrahmen für den Baustart nannte er nicht. Deutlich wird aber, dass UKA Nord offenbar nicht alle geplanten Anlagen parallel errichten will. Nach bisherigen Planungen könnten dies noch bis zu elf rund 260 Meter hohe Anlagen sein.

Als einen weiteren „relevanten Faktor für den Projektzeitplan“ beschreibt Projektmanager Martin Müller einen geplanten Masttausch durch den Netzbetreiber Avacon im Jahr 2027. Die entsprechenden Bauzeitenpläne befänden sich aktuell in der Ausarbeitung, um eine reibungslose Inbetriebnahme der Windenergieanlagen zu ermöglichen.

„Solche infrastrukturellen Maßnahmen zeigen, wie komplex Windenergieprojekte sind: Viele einzelne Schritte müssen präzise ineinandergreifen und aufeinander abgestimmt werden. Das kann Auswirkungen auf die Inbetriebnahme haben und ist ein notwendiger Teil einer sicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung“, sagt Müller.

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