Hintergrund der geplanten Fällungen ist die neue Schulmensa, die nahe dem KGS-Parkplatz entsteht. Weil durch den künftigen Mensabetrieb mit zusätzlichem Abfall zu rechnen ist, wird mehr Platz für Mülltonnen benötigt. Um im Bereich der Mensa die Flächen für Standplätze mit Einhausungen zu schaffen, war zunächst eine großflächige Rodung geplant. Doch das wollte der Umweltausschuss nicht hinnehmen. Gemäß der Wennigser Baumschutzsatzung hatte ein beauftragtes Büro für Landschaftsarchitektur vor etwa einem Jahr für die sogenannten Mülleinhausungen die Fällung von gleich zehn Bäumen beantragt – jeweils sechs bis zehn Meter hoch. Außerdem sollten sieben Sträucher weichen. Das ging aus dem ersten Entwurf hervor. „Weil der Ausschuss wissen wollte, wie sich so viele Fällungen umgehen lassen, haben wir beschlossen, dass bei einem Ortstermin Alternativen geprüft werden“, berichtet Schwarzer-Riemer. Bei dem Termin sei auch vorgeschlagen worden, einen überdachten Bau mit Fahrradbügeln als Standort für einen Containerplatz zu prüfen. Zwar wurde diese Idee nicht aufgegriffen. Fast ein Jahr nach dem Ortstermin gibt es aber einen Kompromissvorschlag: Jetzt geht es um eine Fällung von drei Buchen und von einem Haselnussstrauch sowie um das Entfernen von Sträuchern auf einer 14 Quadratmeter großen Fläche.
Den Anteil des Ausschusses an den Änderungen bestätigt ein Blick in die neue Beschlussvorlage, über die das Gremium jetzt beraten hat. Der Ausschuss habe die ursprüngliche Planung für die Mülleinhausung als nicht angemessen angesehen, heißt es darin. „Das Planungsbüro wurde aufgefordert, eine Alternativplanung vorzulegen, die erheblich weniger Eingriff in den vorhandenen Gehölzbestand verursacht.“ So wird in der Drucksache das Ergebnis des Ortstermins zusammengefasst.
Ein kompletter Verzicht auf das Entfernen von Gehölzen sei allerdings auch weiterhin nicht möglich, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Insgesamt sei die Anzahl der zu fällenden Bäume jedoch auf ein Minimum reduziert worden.
Für die Müllcontainer soll jetzt eine kleinere Fläche am Parkplatz hergerichtet werden, der von der Schule und der Mensa aus sowie für die Entsorgungsbetriebe gut erreichbar ist. Dort soll nun ein kleinerer Bereich für Behälter entstehen – für Küchenabfälle aus der Mensa und Bioabfälle aus der Schule. So lasse sich eine größere Zahl der ursprünglich zur Fällung beantragten Bäume erhalten.
Die Tonnen für Papier, Verpackung und Restmüll werden auf einer Fläche in der Nähe in kleinen Boxen untergebracht. Für die gefällten Bäume und Sträucher soll auf einem Areal nahe der Bushaltestelle Ersatz gepflanzt werden.
Die Alternativplanung wurde „klar befürwortet“. So formuliert es Ausschussmitglied Axel Lambrecht (Grüne). Er gehört auch dem Ortsrat Wennigsen an, der bei dem Antrag gemäß Baumschutzsatzung das letzte Wort hat.