„Über Grenzen“ gibt wichtige Denkanstöße
Der magaScene- Kulturtipp:
Internationale Filmreihe Hannover

Die Film-reihe startet am 25.Februar im Kino im Künstlerhaus und geht biszum 18. März.Foto: LHH

Die Welt steht Kopf. Obwohl die Herausforderungen von Klima- und Umweltschutz, Demokratie und Frieden nur global und gemeinsam gelöst werden können, sind die Bilder unserer Zeit von Grenzen, Mauern und Konflikten geprägt. Zum zweiten Mal zeigt ein Kooperationsverbund von Vereinen und Initiativen unter dem Titel „Über Grenzen“ acht Filme und Dokumentationen, die den Einsatz von Menschen für eine friedvolle und gerechte Welt in verschiedenen Regionen der Welt in den Mittelpunkt stellen. Die Filmreisen gehen vom 25. Februar bis 18. März nach Brasilien, Sudan, Venezuela, Palästina, Malawi, Südafrika, Simbabwe, Senegal und Kolumbien. Die Vorführungen finden an unterschiedlichen Kinos in Hannover statt. Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle sind willkommen!

Eröffnet wird die Filmreihe am 25. Februar um 18 Uhr im Kino im Künstlerhaus. Der Spielfilm Das Tiefste Blau (dt. Fassung) erzählt die Geschichte der 77-jährigen Tereza, die in einer kleinen Industriestadt im Amazonasgebiet lebt. Doch eines Tages erhält sie die Anweisung, in eine Seniorenkolonie zu ziehen. Tereza widersetzt sich.

Das Kino im Sprengel richtet am 27. Februar um 19 Uhr den Blick gen Sudan. Die Doku Heroic Bodies (Arabisch mit engl. UT) untersucht die vielfältigen Formen des Kampfes und Widerstands sudanesischer Frauen gegen brutalste Formen der Unterdrückung. Anschließend lädt ein Gespräch mit der Regisseurin Sara Suliman zum Austausch ein.

Das Kino im Künstlerhaus zeigt am 3. März um 18 Uhr Niños de Las Brisas (Spanisch mit engl. UT). Der Dokumentarfilm begleitet über zehn Jahre drei venezolanische Kinder aus dem armen Stadtteil Las Brisas auf ihrem Weg, im Rahmen des Musikprogramms „El Sistema“ professionelle Musiker zu werden. Anschließend Filmgespräch.

Auf ihrer unermüdlichen Suche nach Erinnerung und Zugehörigkeit begegnet die in den USA geborene, palästinensische Filmemacherin Areeb Zuhaiter im Internet dem Parkour-Athleten Ahmed und freundet sich mit ihm an. Die jugendlichen Parkour-Läufer erhoffen sich Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, um Gaza verlassen zu können. Die Doku Yalla Parkour (Arabisch/Schwedisch mit engl. UT) erzählt am 4. März um 18 Uhr im Kino im Künstlerhaus ihre Geschichte. Anschließend Filmgespräch mit palästinensischen Gästen.

Die Geschichte von The Gunless Soldier (Chichewa mit engl. UT) spielt in einem Dorf in Malawi, das von Korruption und Brutalität terrorisiert wird. Die Mutter der jungen Wonani wurde getötet. Entschlossen, Gerechtigkeit zu suchen, begibt sie sich auf eine Mission der Rache. Zu sehen am 10. März um 19 Uhr im Kino im Sprengel. Anschließend Filmgespräch mit der Regisseurin Joyce Mhango Chavula. Das Kino am Raschplatz zeigt am 11. März ab 18 Uhr zwei Dokumentationen. Transactions - Generation Africa (Ndebele mit engl. UT.) thematisiert die wirtschaftliche Misere in Simbabwe. Frank, Miles und Portia arbeiten im Ausland, ihre Schwester sucht nach einer Möglichkeit, ebenfalls auszuwandern - all dies hat Auswirkungen auf die Familiendynamik. In Nyasha. It simply means grace (Orig. mit dt. UT) erzählt die Protagonistin Nyasha an unterschiedlichen Stationen in der Grenzstadt Musina von ihrem Leben zwischen der hoffnungslosen Vergangenheit in ihrer Heimat Simbabwe und der Hoffnung auf eine Zukunft in Südafrika. Anschließend Gespräch mit Gästen der Lutheran Community Outreach Foundation in Hillbrow, Johannesburg.

Der Abschluss der Filmreihe wird am 18. März ab 19 Uhr im Kino am Raschplatz hochpolitisch. Die Aktivistin Francia Márquez fordert 2022 den Status Quo heraus und kandidiert für die Präsidentschaftswahlen in Kolumbien, einem Land, das durch Rassismus und sozio-ökonomische Ungleichheit geprägt ist. Die biografische Dokumentation Igualda (Spanisch mit engl. UT) begleitet Márquez Werdegang 15 Jahre lang aus nächster Nähe und zeigt, wie aus Unterdrückung und Wut eine unvorhergesehene Kraft entstehen kann, die die Machtdynamiken in einem Land verändert. Anschließend Filmgespräch.

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