Lastwagen
wird zur Sporthalle
Torge Wittke und Aktion Kindertraum
bringt schwerstbehinderten
und Hospiz-Kindern Sport vor Ort

Jetzt geht es los mit dem Sportmobil: Minister Andreas Philippi (von links), Aktion-Kindertraum-Geschäftsführerin Ute Friese und Ideengeber Torge Wittke.foto: Katja Banik
Region Hannover. Die Idee kam Torge Wittge, Vorsitzender des Vereins Herzschläger, bereits vor 13 Jahren: Damals konnte ein schwerst behindertes Kind nicht mehr zu ihm zum Sportunterricht kommen: Die Krankheit war zu weit fortgeschritten – und die berufstätige Mutter konnte es nicht regelmäßig zu ihm bringen. Er versprach damals der Mutter am Grab ihres Kindes: „Dann bringe ich eben den Sport zu den Kindern!“ Gemeinsam mit Aktion Kindertraum stellte Wittge jetzt seine mobile Sporthalle im Lkw vor.

Schon bei der Begrüßung der rund 40 Gäste, darunter Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi, kamen dem ehemaligen Rugby-Spieler und Gastgeber Wittge die Tränen. Gerührt stellte er im Konferenzsaal des Landessportbunds sein Projekt „Trainingsmobil für schwer und palliativ erkrankte Kinder und Jugendliche“ vor.

Die Idee: Mit diesem Projekt einerseits Teilhabe, aber vor allem auch Spaß zu Menschen zu bringen, welche einen schwierigen oder keinen Zugang zu sportlichen Angeboten haben. Diesen Menschen das Recht auf Partizipation unabhängig von ihren Lebensumständen zu ermöglichen und zu helfen, wenn der Sport eventuell auch Sekundärerkrankungen wie beispielsweise Rückenschmerzen durch lange Liegezeiten entgegenwirken kann.

Am Rednerpult würdigte Philippi die Innovation von Wittge und meinte: „Der Bau des Flughafens in Berlin hat mehr als 20 Jahre gedauert, der Bau des Bahnhofs in Stuttgart dauert bereits mehr als zehn Jahre – Sie können stolz darauf sein, was Sie hier mit viel weniger Unterstützung in 13 Jahren geleistet haben.“

Ute Friese, Gründerin und Geschäftsführerin von Aktion Kindertraum betonte, dass Teilhabe nicht nur ein Bedürfnis sei, sondern tatsächlich auch ein Recht. Als wichtiger Teil des Grundgesetzes, in dem festgelegt ist, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf.

Nachdem sich Wittge bei allen Helfern, Unterstützern und Sponsoren – Aktion Kindertraum spendete 10.000 Euro – des Projekts bedankt hatte, ging es zur Besichtigung des liebevoll umgebauten Mercedes Atego. Außen mit bunten Bildern foliert, glänzte das 7,5 Tonnen schwere Fahrzeug innen mit Sportgeräten wie einem Laufband, einem Liegefahrrad- und Oberkörperergometer und einem Boxsack. An den Wänden sorgen bunte Graffiti für eine Wohlfühlatmosphäre für Kids und Jugendliche.

Ab sofort können Familien mit schwerstbehinderten Kindern sowie Hospize Wittge per E-Mail an info@herzschlaeger.de kontaktieren, um sein Sportmobil anzufordern. Jetzt fehlt Wittge lediglich noch eine Unterstellmöglichkeit für seine mobile Sporthalle. Über Angebote in und um Hannover freut er sich.

Druckansicht