Auch wenn er es nicht direkt anspricht: Indirekt weist Dr. Wedemeyer damit auch darauf hin, dass es bis zum Beginn der Arbeiten ein Geduldsspiel gewesen ist. Eigentlich sollte der Ersatzneubau schon stehen. Doch immer wieder gab es Verzögerungen.
Für die reinen Baukosten von etwa 164 Millionen Euro entsteht am Klinikum Robert Koch ein sogenannter Ersatzneubau. Seit gut einem Jahr wird gearbeitet. Zunächst waren etliche Vorarbeiten nötig. Unter anderem wurden eine Lärmschutzwand gebaut und ein neuer Parkplatz am Schwesternhaus angelegt. Auf der bisherigen Parkfläche ist inzwischen eine riesige Baugrube ausgehoben worden.
„Ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Gesundheitssystem braucht moderne Krankenhäuser als tragende Säule“, sagt Staatssekretärin Dr. Christine Arbogast. Sie übergab bei ihrem Besuch einen Förderbescheid des Landes Niedersachsen in Höhe von 15,1 Millionen Euro. Insgesamt sind bislang mehr als 40 Millionen Euro in die Modernisierung des Gehrdener Krankenhauses geflossen; weitere Fördergelder sind versprochen. „Mit gezielten Entscheidungen und Investitionen fördern wir Projekte, die die Qualität der medizinischen Versorgung in Niedersachsen nachhaltig verbessern“, sagte Arbogast.
Barbara Schulte, KRH-Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, hob die Bedeutung der laufenden Bauvorhaben hervor: „Das Neubauprojekt in Gehrden ist ein zentraler Baustein für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung in einer modernen Infrastruktur.“ Der Anspruch gelte gleichermaßen für die Patientinnen und Patienten wie auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die künftig eine moderne Arbeitsumgebung erhalten.
Schulte gab aber auch zu: Eigentlich wäre man gerne schon weiter. Doch Probleme beim Aufstellen des Bebauungsplans, der aufgrund formaler Fehler und zahlreicher Einwendungen dreimal überarbeitet werden musste, und ein Klageverfahren der Nachbarn haben Zeit und auch Geld gekostet.
Erst im Mai 2024 lag die Baugenehmigung vor. Unter anderem gab es die Auflage, eine Lärmschutzwand entlang der Von-Reden-Straße zu errichten. Nun geht es allerdings sichtbar voran. Laut Schulte soll der Ersatzneubau 2029/2030 stehen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 255 Millionen Euro.
Der Ersatzneubau in Gehrden wird direkt an das bestehende Gebäude von 2015 angeschlossen und soll das Klinikum zu einer vollständig neu strukturierten und hochmodernen Einrichtung machen. Mit einer Gesamtfläche von rund 37.000 Quadratmetern entstehe eine Einrichtung, die den Anforderungen der KRH-Medizinstrategie 2030 umfassend gerecht werde, so Schulte.
Der Neubau umfasst 250 Betten auf acht Pflegestationen, einen zentralen Operationsbereich, eine Entbindungsstation, Herzkatheter-Messplätze, ein Aufnahme- und Untersuchungszentrum sowie eine interdisziplinäre Endoskopie und eine sogenannte Elektivaufnahme. Mit dem Zusammenspiel von Alt- und Ersatzneubau stehen der Klinik auch künftig 349 Betten zur Verfügung. Damit soll eine moderne und patientenorientierte Versorgung auf höchstem Niveau gewährleistet werden.